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Devisenmarkt Pfund und mexikanischer Peso sind schwach

 ·  Während der japanische Yen in den vergangenen Wochen zu den stärksten Währungen weltweit zählte, verloren das britische Pfund und die mexikanische Währung rund zwölf Prozent ihrer Werte. Kein Wunder, ihre Volkswirtschaften sind schwach.

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Während der japanische Yen in den vergangenen Wochen und Monaten trotz der wirtschaftlichen Schwächen des Landes der aufgehenden Sonne für viele überraschend zu den stärksten Währungen weltweit zählte, waren die Währungen Großbritanniens, Mexikos, der Vereinigten Staaten, Polens und nicht zuletzt auch der Türkei vergleichsweise schwach. Das britische Pfund und die mexikanische Währung verloren in den vergangenen acht Wochen gegen den Yen knapp rund zwölf Prozent ihrer Werte.

Die relative Stärke der japanischen Währung lässt sich auf die Veränderungen in der globalen Zinsstruktur und in der Ertragserwartung zurückführen.

Das Ende der Carry Trades bringt den Yen nach oben

Hatte in der Vergangenheit eine große Zinsdifferenz zwischen Japan und der restlichen Welt zu den so genannten Carry Trades in großem Stile geführt, so werden diese wegen der vergleichbar tiefen Zinsen in den Vereinigten Staaten, Schweden und der Schweiz immer mehr abgebaut. Alleine schon die Anpassung solcher Positionen führt zu einem gewissen Aufwertungsdruck auf der Yen (siehe auch: .)

Dazu kommt die Tatsache, dass es für japanische Anleger wegen der geringen Zinsdifferenz zwischen dem In- und Ausland attraktiver und vor allem auch günstiger geworden ist als in der Vergangenheit, im Ausland getätigte Investitionen gegen Wechselkursrisiken abzusichern. Auch das führt kurzfristig dazu, dass der Yen gegen andere Währungen an Wert gewinnt. Denn die Gegenparteien dieser Absicherungsstrategien verkaufen sie jetzt schon gegen den Yen, um sich selbst im Markt abzusichern. Zusammen mit der neuen japanischen Regierung, die dem Wechselkurs toleranter gegenüber steht als die japanischen Regierungen der vergangenen Jahrzehnte, sowie der internationalen Sensitivität in Bezug auf protektionistische Maßnahmen, kann das dazu führen, dass der Yen weiter aufwerten wird, als vielfach erwartet.

Schwache Wirtschaft schwächt den mexikanischen Peso

Auf der anderen Seite kann die relative Schwäche von Währungen wie dem britischen Pfund und dem mexikanischen Peso kaum überraschen. Während die schwache Struktur der britischen Volkswirtschaft offensichtlich ist, hängt die mexikanische Wirtschaft stark von den Aktivitäten im großen Nachbarland im Norden ab. Dort jedoch läuft die Erholung noch lange nicht so stark und deutlich, wie die Börsen das in den vergangenen Monaten unterstellten. Tatsächlich ist Mexiko in den vergangenen Monaten budgettechnisch in die deutlich in die roten Zahlen gerutscht, die Handelsbilanz bleibt negativ, die Einzelhandelsumsätze schrumpfen, die Arbeitslosigkeit nimmt deutlich zu - die Quote lag im August mit 6,3 Prozent auf dem höchsten Stand seit mindestens zehn Jahren -, Angebot und Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen lagen im zweiten Quartal knapp 15 Prozent unter dem Vorjahresniveau und sowohl Industrieproduktion als auch Anlageinvestitionen schrumpfen weiterhin deutlich.

Auf Grund dieser Fakten dürfte die Schwäche der mexikanischen Währung in den vergangenen Wochen kaum überraschen. Kurzfristig mag eine Gegenbewegung aus technischen Gründen denkbar sein. Eine tatsächliche Aufwertung ist jedoch wenig wahrscheinlich. Denn sie wäre grundsätzlich nur dann denkbar, wenn sich die amerikanische Wirtschaft deutlich erholen sollte. Daran gibt es jedoch jenseits der allgemeinen Euphorie starke Zweifele. Zudem liegt die Erwartung nahe, dass Mexiko an einer relativen Schwäche der eigenen Währung interessiert sein könnte, um sich auf diese Weise auf Kosten der Handelspartner Wettbewerbsvorteile zu sichern. Gegen den Euro wertet die mexikanische Währung schon seit Jahren im Trend an. Mit knapp 20 Pesos je Euro erreichte sich noch vor wenigen Tagen ein Kurshoch beziehungsweise ein wertmäßiges Tief. Weitere scheinen wahrscheinlich zu sein.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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