21.10.2009 · Am Beispiel des britischen Pfundes zeigt sich, wie sich extreme Positionierungen an den Märkten unabhängig von mittel- und langfristigen Faktoren auf die Wechselkurse auswirken können: Es kommt kurzfristig zu deutlichen Gegenbewegungen.
Am Beispiel des britischen Pfundes zeigt sich, wie sich extreme Positionierungen an den Märkten unabhängig von mittel- und langfristig wirkenden Faktoren auf die Wechselkurse auswirken können, wenn Erwartungen zumindest kurzfristig enttäuscht werden, auf die Anleger gesetzt hatten.
So erholt sich die britische Währung nach der Veröffentlichung der so genannten MPC-Minutes, also dem Protokoll der jüngsten Sitzung des über die monetären Strategien der Bank of England entscheidenden Gremiums, von der Spekulationen auf eine weitere Abwertung, weiter.
Kurzfristige Erholung - Zentralbank versucht zu beruhigen
Nach den Kursgewinnen der vergangenen Tage legt sie am Mittwoch gegen den Euro knapp 1,2 Prozent zu auf 90,145 Pence und gegen den amerikanischen Dollar sogar um knapp 1,4 Prozent auf zuletzt 1,6570 Dollar je Einheit der britischen Währung.
Das Protokoll hat nämlich offen gelegt, dass eine Entscheidung über eine Ausweitung der Wertpapierkäufe der britischen Zentralbank, die im Kern nichts anderes darstellen als eine Monetarisierung von Verbindlichkeiten, bis auf Weiteres aufzuschieben. Genau darauf jedoch hatte der Markt in den vergangenen Wochen gewettet.
Gleichzeitig hatte Notenbankgouverneur Mervyn King die Verbraucher der Landes zumindest in Ansätzen auf möglicherweise steigende Zinsen vorbereitet. Es sei weise, mit der Möglichkeit steigender Refinanzierungskosten zu rechnen, hatte er in einem Zeitungsartikel erklärt. In den vergangenen Tagen hat er ebenfalls vor der starken Verschuldung des Staates gewarnt und sich über die mangelnde Reformbereitschaft der Banken beklagt.
Britische Wirtschaft hat schwierige Zeiten vor sich
Ob das mehr ist, als der Versuch, den Devisenmarkt zu beruhigen und die zuvor relativ einseitig positionierten Händler zu Gewinnmitnahmen zu bewegen, die noch bis vor wenigen Tagen massiv gegen die britische Währung gewettet hatten, wird sich zeigen müssen. Klar ist jedoch, dass auf die britische Wirtschaft wegen ihrer Strukturschwäche mittel- und längerfristig schwierige Zeiten zukommen.
Aus diesem Grund wird es wohl nicht lange dauern, bis die Wetten gegen das Pfund wieder aufleben. Bedenklich ist jedoch die Tendenz, zu vieler Staaten, sich im internationalen Handel über schwache Währungen Vorteile verschaffen zu wollen. Denn im Kern ist das nichts anders als verkappter Protektionismus. Wo dieser in seiner extremsten Form hinführen kann, zeigte die große Wirtschaftsdepression im vergangenen Jahrhundert.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |