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Devisenmarkt Pfund droht gegen den Euro weiter abzurutschen

10.11.2008 ·  Das Platzen der Preisblase am völlig überhitzten britischen Häusermarkt führte die britische Wirtschaft in die Rezession und ließ das Pfund deutlich abwerten. Nun scheint es gegen den Euro noch schwächer zu werden.

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Die britische Wirtschaft befindet sich in einem beklagenswerten Zustand. Hatte das Land lange Zeit vom boomenden Immobilien- und Finanzsektor profitieren können, so macht sich nun die Kreditkrise überdeutlich bemerkbar.

Sie hat am völlig überhitzten britischen Häusermarkt zum Platzen der Preisblase geführt. Das führte zusammen mit der Immobilienkrise in den Vereinigten Staaten und in anderen Teilen der Welt zu massiven Verlusten und angeschlagenen Bilanzen bei den Finanzunternehmen. Auch die Konsumenten stehen unter Druck, da sie sich in den vergangenen Jahren immer stärker verschuldet hatten, da ihre Einkommen gleichzeitig nur unterproportional zunahmen und da nun immer öfter die Arbeitsplätze gefährdet sind.

Rezession in Großbritannien zwingt die Zentralbank zum Leitzinsaktionismus

Zusammen genommen führten solche Effekte die britische Wirtschaft in die Rezession und zwangen die Bank of England dazu, den Leitzins drastisch zu senken. Alleine in der vergangenen Woche wurde er um 1,5 Prozentpunkte heruntergenommen von 4,5 auf zuletzt drei Prozent und damit auf den tiefsten Stand seit dem Jahr 1955.

Die Stimmung sowohl unter den Konsumenten als auch unter den Unternehmen ist schlecht. Der GFK Konsumenten-Stimmungsindikator lag im Oktober mit minus 36 knapp an seinem im Juli erreichten Rekordtief und die PMIs im Bau- und verarbeitenden sowie im Dienstleistungsgewerbe liegen im rezessiven Bereich. Die Industrieproduktion ging im September auf Jahresbasis um 2,2 Prozent zurück, im verarbeitenden Gewerbe sogar um 2,3 Prozent und die Hauspreise fallen weiter. Der HBOS House Prices Index ging alleine im Oktober um 13,7 Prozent zurück.

Gleichzeitig war das britische Wachstum in den vergangenen Jahren überproportional abhängig vom Finanzsektor. Dieser wiederum hatte sich stark verschuldet und sich sowohl bei den angeschlagenen Konsumenten des Landes als auch international immer stärker exponiert. Aus diesem Grund werde der wirtschaftliche Abschwung in Großbritannien deutlich intensiver ausfallen, als in anderen Staaten, erläutern die Devisenanalysten der Citigroup ihre Erwartungen.

Probleme sind eine Folge schwacher Bonitäten und nicht zu hoher Zinsen

Genau das jedoch sei in den Wechselkursen noch nicht enthalten. Sie gehen davon aus, dass das Pfund in der Zukunft weiter abwerten werde und sie stehen mit dieser Erwartung nicht alleine. Tatsächlich arbeitet das Pfund gegen den Euro am Bruch der Unterstützungszone, die es in den vergangenen Wochen nach dem vorhergehenden Absturz bei etwa 80 Pence je Euro etabliert hatte. Waren in den vergangenen Tagen schon einmal kurz 81,95 Pence nötig gewesen, um einen Euro erwerben zu können, so liegt der Kurs am Montag nach einer etwas nachhaltigeren Bewegung bei 81,78 Pence.

Faktisch scheint der weitere Ausbruch nach oben aufgrund der Schwäche der britischen Wirtschaft und der beinahe panischen Zinssenkungsmanie der britischen Zentralbank nur eine Frage der Zeit zu sein. Dabei bringen die Zinsschritte bisher wenig bis nichts, da die britischen Geschäftsbanken ihn nicht an die schwachen Konsumenten weitergeben wollen oder können. Ändern würden sich die Aussichten nur dann und möglicherweise auch nur vorübergehend, wenn die Europäische Zentralbank den Leitzins noch weiter senken sollte. Aber auch hier stellte sich die Frage, wieso. Denn die Wirtschafts- und Finanzprobleme sind nicht das Resultat zu hoher Zinsen, sondern in erster Linie die Folge zu geringer Bonitäten.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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