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Devisenmarkt Pfund auf 15-Jahreshoch gegen den Dollar

16.04.2007 ·  Das britische Pfund ist zum Dollar auf das höchste Niveau seit August des Jahres 1992 gestiegen. Der Kursanstieg auf bis zu 1,9940 Pfund je Dollar spiegelt die zunehmende Spekulation auf weitere Zinserhöhungen wider.

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Der Devisenmarkt hat am Montag eindeutig auf das Statement der Finanzminister und der Notenbankgouverneure vom jüngsten Treffen am Wochenende reagiert. Da es nicht auf die Schwäche des Yen gegen den Dollar und insbesondere gegen den Euro eingegangen war, scheinen die Marktteilnehmer diese Tatsache als Einladung zur verstärkten Spekulation gegen die tief verzinslichen Währungen aufgefasst zu haben.

In der Folge erreichte der Schweizer Franken gegen den Euro neue Mehrjahrestiefs und der Yen fiel um 0,66 Prozent auf ein neues Allzeittief von 162,43 Yen je Euro im Tagesverlauf. Hintergrund ist die anhaltend große Zinsdifferenz zwischen der Schweiz, Japan und sowohl dem Euroraum als auch noch höher verzinslichen Währungen. So waren die Kursverluste des Yen in den vergangenen Tagen und Wochen gegen den Neuseeland-Dollar und den australischen Dollar noch ausgeprägter als gegen den Euro.

Zinsdifferenzen und -erwartungen bestimmen die Trends

Da die japanische Zentralbank trotz der relativ robusten konjunkturellen und Gewinnentwicklung im Lande und trotz zunehmender Zinseinnahmen bei steigenden Zinsen zögert, den Leitzins von einem sehr niedrigen Niveau weiter zu erhöhen, während die europäische Zentralbank weitere Zinserhöhungen angekündigt hat, dürften die Märkte dazu neigen, trotz einer extremen Positionierung im Markt den Yen weiter zu verkaufen.

Dazu dürfte unter anderem die Neigung japanischer Anleger beitragen, ihre Ersparnisse im Ausland attraktivere Renditen erwirtschaften zu lassen als sie im Inland realisierbar sind. Von den Carry Trades ausländischer Anleger, die sich in tief verzinslichen Währungen verschulden, um die Mittel hoch rentierlich zu reinvestieren, nicht zu reden.

Solche Strategien dürften erst dann an Reiz verlieren, wenn die Volatilität den Finanzmärkten zunehmen und die erzielbaren Renditen aus diesem Grund unkalkulierbarer werden sollten. Ursache dafür können abnehmende Renditeerwartungen ebenso werden, wie abnehmende Zinsdifferenzen. So könnten die japanischen Zinsen rascher erhöht werden, als bisher erwartet. Auf der anderen Seite könnte die Wachstumsschwäche die Zinserhöhungsphantasien in weiten Teilen der Welt dämpfen.

Pfund beflügelt von Zinserwartungen

Gegenwärtig beflügeln diese nicht nur den Euro, sondern auch das britische Pfund. Gegen den Dollar hat die britische Währung mit 1,9940 Dollar je Pfund am Montag den höchsten Stand seit 15 Jahren erreicht. Grund dafür sind steigende Immobilien- und Produktionspreise. Die Hauspreise sind im Februar um 12,1 Prozent gestiegen. Das ist die höchste Steigerungsrate seit zwei Jahren. Aus diesem Grund geht der Markt davon aus, dass die britische Zentralbank den Leitzins im laufenden Jahr noch weiter wird erhöhen müssen, nachdem sie ihn Anfang des Monats unverändert bei 5,25 Prozent belassen hatte. Die erwartete Inflationsrate liegt über den zwei Prozent, die die Notenbank anstrebt.

Mit einer Rendite von 5,73 Prozent liegt der vom Drei-Monats-Sterling-Future über jener vergleichbarer amerikanischer und europäischer Kontrakte und satte 4,85 Prozentpunkte über dem Drei-Monats-Euroyen-Future. Auf dieser Basis und vor allem auch aufgrund der Zinserwartungen und der Eigendynamik des Marktes dürfte das Pfund gegen den Dollar zumindest kurzfristig noch weiter zulegen können. Auch gegen den Euro befindet es sich zumindest mittelfristig in einem Aufwertungstrend.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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