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Devisenmarkt Nur die wenigsten Wärungen sind frei

22.04.2010 ·  Flexible Wechselkurse wären ein idealer Mechanismus, um das Entstehen globaler Ungleichgewichte im Handel zu kontern. Jedoch nur die wenigsten Währungen weltweit sind frei handelbar. Wachsende Währungsreserven legen die Manipulation nahe.

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Flexible Wechselkurse wären ein idealer Mechanismus, um das Entstehen globaler Ungleichgewichte im Handel zu kontern. Allerdings kann dieser Mechanismus in Realität nicht funktionieren, da er durch staatliche Eingriffe gestört wird. Viele asiatische Staaten halten ihre Währungen schwach, obwohl sie deutliche Überschüsse im Außenhandel erzielen.

Genau diese würden wegen der Nachfrage - nach Waren und Währung - aus dem Ausland unter normalen Umständen zu einer Aufwertung der entsprechenden Währungen führen und die jeweiligen Exportindustrien weniger wettbewerbsfähig im Vergleich mit den internationalen Wettbewerbern machen, bis sich ein Gleichgewicht eingestellt hätte.

Nur die wenigsten Währungen weltweit sind frei handelbar

In diesem Sinne ist die Behinderung des freien Währungsmarktes beziehungsweise die künstliche Schwächung einer Währung plumper Protektionismus. Eine Analyse des Internationalen Währungsfonds zeigt in Form einer Grafik, die die Wechselkursregimes weltweit nach ihrer freien Konvertibilität klassifiziert, dass Protektionismus dieser Art weit verbreitet ist. Denn nur die wenigsten Währungen der Welt sind frei handelbar. Sie gehorchen damit nur bedingt den Marktkräften in Form dynamischen Angebots- und Nachfrageverhaltens.

Während in angelsächsischen Staaten die Idee weit verbreitet ist, Staaten mit flexiblen Wechselkursen würden sich in Wirtschaftskrisen besser entwickeln als andere, da sie der eigenen Binnenwirtschaft durch eine Abwertung der Währung helfen könnten, scheinen die vergangenen Monate zumindest auf den ersten Blick das Gegenteil zu belegen. Gerade die Länder mit „unfreien“ Wechselkursen - wie China und andere - scheinen sich in der Krise wirtschaftlich vergleichsweise robust entwickelt zu haben.

Allerdings täuscht dieser Eindruck. Er lässt sich erstens statistisch anhand harter Fakten nicht bestätigen. Zweitens spielen auch andere Faktoren eine wesentliche Rolle. Dazu zählt zum Beispiel die Tatsache, dass gerade die asiatischen Staaten in den vergangenen Jahren ihre Finanzposition aufgrund der während der Asienkrise der 90ger-Jahre geschwächten Währungen Wettbewerbsvorteile hatten und ihre Finanzpositionen deutlich verbessern sowie riesige Reserven anhäufen konnten. Diese konnten für keynesianische Ausgabenprogramme in großem Stile einsetzen, um die Binnenkonjunktur wenigstens kurzfristig zu stützen.

Wachsende Währungsreserven legen Manipulation nahe

Gerade die stetige Zunahme der inzwischen zum Teil gigantisch gewordenen Währungsreserven in Asien und dem Mittleren Osten drängen förmlich die Vermutung auf, die Staaten der Region hätten ihre Währungen en Block absichtlich schwach gehalten, um in Konkurrenz zu dem noch bis vor wenigen Monaten im Trend abwertenden amerikanischen Dollar wettbewerbsfähig zu bleiben. So wird es kaum verwundern, dass sich die asiatischen Staaten aufgrund dieser Kombination von Vorteilen wirtschaftlich vergleichsweise wacker geschlagen haben.

Das Gegenteil ist für die Eurostaaten der Fall. Denn sie mussten in den vergangenen Jahren und bis vor wenigen Monaten wegen der Summe an Verzerrungen mit einer stetig aufwertenden und überbewerteten Währung leben. Sie hat die Strukturprobleme Europas nur noch künstlich verstärkt, die sich inzwischen in Form mangelhafter Wettbewerbsfähigkeit und finanzieller Misswirtschaft in Staaten wie in Griechenland zeigen. Immerhin tragen die inzwischen dazu bei, dass der Euro einen Teil seiner Überbewertung verliert.

Unter normalen Umständen müsste der Euro weitere zehn bis zwanzig Prozent seines Wertes abgeben. Aber normal ist der Währungsmarkt noch lange nicht. Diese politisch verursachte Ineffizienz setzt Währungsfonds systematisch in die Lage, Gewinne an den Währungsmärkten zu erzielen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

Quelle: @cri
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