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Devisenmarkt Nur der Simbabwe-Dollar ist schwächer als der Yen

18.09.2007 ·  Kreditkrise hin oder her: Seit vier Wochen gehört der japanischen Yen nach einer zum Teil deutlichen Zwischenerholung wieder zu den schwächsten Währungen weltweit. Dagegen zeigen sich die türkische Lira und der brasilianische Real robust.

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Kreditkrise hin oder her - Anleger scheinen trotz allem ihre Risikoneigung nicht vollständig verloren zu haben. Anders lassen sich die Währungsbewegungen der vergangenen Wochen nicht erklären: Seit vier Wochen gehört der japanische Yen nach einer zum Teil deutlichen Zwischenerholung wieder zu den schwächsten Währungen weltweit.

Schwächer ist nur noch der Simbabwe-Dollar. Das dürfte jedoch angesichts der diktatorischen Misswirtschaft in diesem afrikanischen Land und der dadurch ausgelösten Hyperinflation - die Inflationsrate liegt bei mehr als 1.000 Prozent - kaum überraschen.

Türkische Lira und Real sind gefragt

Dagegen ist schon erstaunlich, wie rasch und wie deutlich sich die so genannten Hochzinswährungen - allen voran die Neue Türkische Lira, der brasilianische Real, die norwegische Krone und auch der ungarische Forint in den vergangenen Wochen von der Zwischenkorrektur gegen den niedrig verzinslichen Yen erholten.

Inzwischen haben sie die Kursverluste, die sie Mitte Juli bis Mitte August hinnehmen mussten, wieder weitgehend aufgeholt. Trotz der anhaltenden Unsicherheit im Finanzsektor und der inzwischen unübersehbar gewordenen Schwächezeichen der amerikanischen Wirtschaft scheinen die internationalen Anleger davon auszugehen, dass dies die Weltkonjunktur nicht negativ beeinflussen wird.

Angesichts der wirtschaftlichen Verflechtung, die sich unter anderen am ausgeprägten Leistungsbilanzdefizit der Vereinigten Staaten und den massiven und aufgrund der „unfreien“ Währungen weiterhin rasch wachsenden Devisenreserven in Asien zeigen, dürften Skeptiker jedoch dazu neigen, solche Erwartungen kritisch zu hinterfragen. Immerhin warnen inzwischen immer mehr Unternehmen von den negativen Auswirkungen der Kreditkrise und des schwachen amerikanischen Wachstums auf ihre Umsatz- und Gewinnentwicklung.

Selbst mit Blick auf Deutschland und Europa verdichten sich die Anzeichen dafür, dass die konjunkturelle Entwicklung inzwischen ihren vorläufigen Höhepunkt überschritten haben könnte. In diesem Sinne mag es trotz des überzeugenden Wahlsieges der reformerischen Kräfte in der Türkei in den vergangenen Wahlen mutig erscheinen, auf eine robuste Wirtschaftsentwicklung im Lande zu setzen. Immerhin werden einerseits noch 35 Prozent des Sozialproduktes im primären Sektor erwirtschaftet und andererseits besteht eine gewisse Abhängigkeit von Exporten nach Europa.

Spekulation auf sinkende Zinsen in der Türkei und Brasilien

Allerdings setzen die Anleger offensichtlich weiter sinkende Zinsen, nachdem die Zentralbank des Landes am 13. September überraschend den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 17,25 Prozent senkte. Auf diese Weise möchte sie offensichtlich zwar die Aufwertung der Währung bremsen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Exportwirtschaft nicht zu gefährden. Kurzfristig erreicht sie jedoch gerade das Gegenteil, da internationale Anleger genau aus diesem Grund die Anleihen und die Aktien des Landes kaufen und indirekt die Währung weiter nach oben treiben. Immerhin hat die Zentralbank durch die Blume weitere Zinssenkungen angedeutet.

Ähnlich sieht die Entwicklung in Brasilien aus: Bisher wächst die Wirtschaft robust, das Land verbucht Überschüsse und die Zentralbank senkt den Leitzins im Trend. Auch hier hält das die Aktien und Anleihen des Landes auf hohem Niveau und beflügelt indirekt den Real. Das gilt insbesondere gegen Währungen mit tiefen Zinsen wie dem Yen. Diese Trends werden jedoch sehr wahrscheinlich wieder gestört, sobald sich abzeichnen sollte, dass die amerikanische Wirtschaft sogar noch schwächer als bisher erwartet entwickeln sollte.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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