10.11.2006 · Mit deutlichen Kursgewinnen reagiert am Freitag die norwegische Krone auf eine überraschend robuste Preisentwicklung im Land. Die Sorge der Zentralbank über eine mögliche Lohn-Preis-Spirale läßt Zinsphantasie aufkommen.
Mit deutlichen Kursgewinnen zeigt sich am Freitag die norwegische Krone. Gegen den Dollar legt sie um 459 Stellen auf 6,3685 Kronen je Dollar zu, gegen den Euro um 317 Stellen auf 8,2004 Kronen je Euro.
Damit erholt sich die Krone gegen beide Währungen von einem kurzen Schwächeanfall, den sie in den Wochen zuvor erlitten hatte. Hintergrund ist eine überraschend robuste Preisentwicklung im Lande in den vergangenen Monaten. So ist die Inflationsrate im Oktober auf Jahresbasis auf 2,7 Prozent gestiegen. Die Kernrate legte auf 0,7 Prozent zu. Das liegt leicht über den Erwartungen des Marktes.
Deutliche Preissteigerungen bei Kleidung und Schuhen
Im Hintergrund stehen nach Angaben des statistischen Amtes des Landes deutliche Preissteigerungen bei Kleidung und Schuhen. Bei diesen Produkten legten die Preise im Oktober erneut um 2,5 Prozent zu, nachdem sie im Vormonat schon um satte 7,9 Prozent gestiegen waren. Das heißt insgesamt, daß die Preisentwicklung in Norwegen weiterhin nach oben tendiert.
Diese Entwicklung ist jedoch nicht alles. Denn gleichzeitig ist die Arbeitslosenquote im vergangenen Monat auf 2,2 Prozent und damit auf den tiefsten Stand seit 18 Jahren gefallen. Die Wirtschaft des Landes wächst - ausgelöst unter anderem durch den anhaltenden Boom im Ölbereich - schon seit mehreren Quartalen in Folge. Norwegens Zentralbank rechnet im laufenden Jahr mit einem Wachstum von vier Prozent und im kommenden von 3,25 Prozent.
Diese Kombination läßt bei manchen Marktteilnehmern inzwischen die Befürchtung aufkommen, die norwegische Zentralbank könnte bei der Erhöhung der Leitzinsen der Entwicklung hinterherlaufen. Denn eine so tiefe Arbeitslosigkeit deutet auf eine extrem starke Auslastung der Produktionskapazitäten. Und das führt erfahrungsgemäß zu höheren Lohenforderungen, die wiederum eine Lohn-Preis-Spirale in Gang setzen können.
Sorge über eine mögliche Lohn-Preis-Spirale
Genau diese Frage scheint nun auch die Zentralbanker des Landes zu beschäftigen, denn die machen „Anzeichen für Lohnsteigerungen und zunehmende Inflationserwartungen“ aus. Genau das jedoch dürfte sie mit großer Wahrscheinlichkeit dazu bringen, den Leitzins schneller als bisher geplant zu erhöhen. Denn Preiserwartungen sind geldpolitisch entscheidend, da die Wirtschaftssubjekte genau diese in Lohn- und Preisverhandlungen einfließen lassen.
Auf dieser Basis dürfte in Norwegen die Zinsphantasie zunehmen und die Währung weiter aufwerten lassen. Daran gibt es angesichts der volkswirtschaftlichen Lage des Landes kaum einen Zweifel. Kurzfristig kann sie jedoch deutlich schwanken. Diese Schwankungen können ausgelöst werden durch größere Devisentransaktionen von Unternehmen oder der Zentralbank und dürften nicht unbeabsichtigt sein, um spekulative Elemente zu beschränken.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |