Home
http://www.faz.net/-gvz-t4ap
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Devisenmarkt Nordische Währungen geben kurzfristig nach

10.01.2007 ·  Ob top oder flop - das wechselt rasch bei den Währungen. Im Moment hat der Dollar kurzfristig einen gewissen Rückenwind. Der macht sich in Verbindung mit einem nachlassenden Ölpreis vor allem gegenüber „kleineren“ Währungen bemerkbar.

Artikel Bilder (6) Lesermeinungen (0)

Nach einer ausgeprägten Schwächephase zum Ende des vergangenen Jahres startete der Dollar mit einer gewissen Eigendynamik in das Jahr 2007 und konnte in den vergangenen Tagen sowohl gegen Euro und Yen als auch gegen die verschiedensten „kleineren“ Währungen an Boden gut machen.

So auch gegen die Währungen von Schweden und Norwegen. Nach 6,78 schwedischen Kronen noch zu Beginn des Monats sind inzwischen 7,0427 Kronen des Landes nötig, um einen Dollar erwerben zu können. Das ist ein Kursplus von 3,87 Prozent oder eben ein entsprechendes Minus der Währung. Die schwedische Währung befindet sich auch gegen den Euro schon seit Tagen leicht in der Defensive, auch wenn sich dieser selbst gegen den Dollar leicht auf dem Rückzug befindet.

Welchselnde Zinserwartungen hinterlassen Spuren ...

Diese Entwicklung wird vor allem geprägt durch die Zinserwartungen. Während im Markt kurzfristig die Hoffnung auf eine baldige Zinssenkung in den Vereinigten Staaten nachgelassen hat, gehen Marktteilnehmer von einer stabilen Preisentwicklung in Schweden aus. Immerhin gingen die Energiekosten in Schweden in den vergangenen Tagen deutlich zurück. Das führt nun kurzfristig zur Erwartung, die Zentralbank des Landes könne den laufenden Zinserhöhungszyklus abbremsen.

Ob diese Erwartungen zutreffen, wird sich erst noch zeigen müssen. Immerhin zeigte sich die schwedische Wirtschaft in den vergangenen Monaten überraschend dynamisch, was zu entsprechenden Inflationssorgen und damit verbundene Zinserhöhungserwartungen führte.

Deutlicher steht kurzfristig noch die norwegische Krone unter Druck. Alleine am Mittwoch legt der Kurs um 524 Stellen auf 6,4046 Kronen je Dollar zu. Seit Anfang Dezember hat die Notiz schon fünf Prozent zugelegt und auf diese Weise wieder knapp die Hälfte der Aufwertungsbewegung der Monate Oktober und November ausgeglichen. Gegen den Euro ist die der Kurs im selben Zeitraum 2,4 Prozent gestiegen. Das heißt, die norwegische Währung hat in den vergangenen Tagen auch gegen den Euro leicht abgewertet, allerdings etwa halb so stark wie gegen den Dollar.

... bei den schwedischen und norwegischen Währungen

Diese Entwicklung dürfte eher mit dem fallenden Ölpreis erklärt werden können als mit der Inflations- und damit der erwarteten Zinsentwicklung in Norwegen. Denn im Dezember ist die norwegische Inflationsrate ex Steuern und Energiekosten auf ein Prozent von 0,8 Prozent im November gestiegen und dürfte die Zentralbank zu weiteren Zinserhöhungen zwingen. Sie hat seit Juli des vergangenen Jahres aufgrund des anhaltenden Wirtschaftswachstums und der angespannten Lage auf dem Arbeitsmarkt schon sieben Mal die Zinsschraube fester gedreht auf einen Leitzins von zuletzt 3,5 Prozent.

Angesichts einer dynamischen Einzelhandelsnachfrage dürften die Zinsen weiter nach oben, auch wenn die Inflationsrate insgesamt wegen gesunkener Energiekosten von 2,6 im November auf 2,2 Prozent im Dezember gefallen ist. Insgesamt zeigen die Trends bei beiden Währungen kurzfristig weiter nach oben, wobei die norwegische Krone durch den fallenden Ölpreis belastet zu werden scheint.

Wie diese Entwicklung jedoch mittelfristig mit der gegenwärtig weit verbreiteten Erwartung eines „Soft Landings“ in den Vereinigten Staaten unter einen Hut gebracht werden soll, ist die Frage. Denn bei einer anhaltend robusten Weltkonjunktur sollten Energie- und Rohstoffpreise eher nach oben als nach unten tendieren, so die Logik der Rohstoffbullen. Da sie das nicht tun, dürften gewisse Zweifel an der Nachhaltigkeit der gegenwärtigen Trends aufkommen. Der Dollar mag zwar kurzfristig spekulativ gestärkt werden durch das leicht nachlassende Handelsbilanzdefizit im November. Verdächtig ist allerdings, dass es vor allem aus schwachen Importen resultierte und verbunden ist mit zunehmenden Lagerbeständen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
  nach...
von... EUR USD JPY
EUR 1 1,2515 99,715 0,7988
USD 0,7990 1 79,665 0,6384
JPY 0,0100 0,0126 1 0,0080
1,2520 1,5664 124,81 1
25.05.2012 23:00 Uhr
  Vortag
1,2515 −0,14%
 OK
Tops & Flops Kurs Prozent
EUR/RUB 40,0510 +0,71 %
EUR/ZAR 10,5135 +0,32 %
EUR/PLN 4,3498 +0,32 %
EUR/SGD 1,6038 +0,20 %
EUR/CAD 1,2882 +0,09 %
EUR/SEK 8,9732 −0,20 %
EUR/NZD 1,6581 −0,20 %
EUR/CZK 25,2820 −0,28 %
EUR/HUF 299,2500 −0,33 %
EUR/NOK 7,5265 −0,41 %
25.05.2012
Name Kurs Prozent
Gold 1.569,50 $ +0,06 %
Silber 28,24 $ +0,57 %
Platin 1.430,00 $ +0,92 %
Palladium 592,00 $ +0,34 %
Rohöl Brent Crude 106,90 $ +0,14 %
Gas 0,53 £ −0,56 %
Kaffee 1,68 $ +1,27 %
Zucker 0,20 $ +0,36 %
Orangensaft 1,09 $ +0,32 %
AMEX GOLD BUGS 601,37 -- %
AMEX OIL 1.151,96 -- %
Rogers International 24,14 +0,50 %
von
nach