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Donnerstag, 09. Februar 2012
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Devisenmarkt Niedriger Yuan fördert die Blasenbildung

13.11.2009 ·  Der künstlich niedrig gehaltene Kurs des chinesischen Yuan schürt die Ungleichgewichte in der Weltwirtschaft. Doch nicht nur das: Immer öfter warnen Volkswirte inzwischen auch davor, dass dies zu einer Blasenbildung bei Vermögenswerten führen könnte.

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Am Sonntag trifft der amerikanische Präsident Barack Obama zu seinem ersten Staatsbesuch in China ein und wie nicht anders zu erwarten war, wird in Finanzmarktkreisen im Vorfeld wieder einmal intensiv über die weitere Entwicklung des chinesischen Yuan diskutiert.

Ein teilweise hitzig diskutiertes Thema ist das auch deshalb, weil die chinesische Landeswährung schon seit Juli 2008 zum Dollar bei 6,83 Yuan fest zementiert ist und gegenüber dem Euro im Gleichschritt mit dem Dollar sogar bis auf 10,13 Yuan für einen Euro abgewertet hat.

Relative Stärke der Wirtschaft spricht für anziehende Devisenkurse

Kritisch wird dies von den Europäern und den Amerikanern deshalb gesehen, weil Chinas Währung wegen der starken heimischen Wirtschaft nach Lesart der meisten Experten eigentlich höher notieren müsste. Schließlich wächst die chinesische Industrie wieder so zügig wie vor Beginn der weltweiten Wirtschaftskrise. Die Industrieproduktion lag im Oktober um 16,1 Prozent über dem Vorjahresniveau - die größte Zunahme seit März 2008. Im September hatte der Anstieg 13,9 Prozent betragen. Auch der Einzelhandelsumsatz fiel mit einem jährlichen Anstieg von 16,2 Prozent unerwartet hoch aus.

Für das laufende Jahr sagt die Weltbank für das chinesische Bruttoinlandsprodukt ein Wachstum von 8,4 Prozent voraus. Und die Konsensschätzung der Volkswirte für Chinas Wachstum im kommenden Jahr liegt bei neun Prozent. Zusammen mit den weltgrößten Devisenreserven und einem stattlichen Leistungsbilanzüberschuss würde das normalerweise für eine anziehende Währung sprechen. Doch China hält die Notiz künstlich unten, um so den lokalen Exporteuren zu helfen. China stehle damit den Industrieländern Arbeitsplätze und behindere eine weltweite Konjunkturerholung, indem es die Landeswährung niedrig halte, kritisiert Nobelpreisträger Paul Krugman. „Chinas schlechtes Benehmen stellt eine wachsende Gefahr für den Rest der Weltwirtschaft dar“, bemängelt er.

Wann lenken die Verantwortlichen in China ein?

Doch die Kritik entzündet sich nicht nur an diesem Vorteil, den man sich offenbar künstlich gegenüber den Konkurrenzen verschafft. Immer öfter warnen Volkswirte dagegen auch davor, dass die Anbindung des chinesischen Yuan an den Dollar zu einer Blasenbildung bei Vermögenswerten führen könnte. Schon jetzt habe die Währungsanbindung hat zu einer Expansion der Geldmenge um 29 Prozent und einem Zufluss spekulativer Gelder in Höhe von über 150 Milliarden Dollar beigetragen, berichtet China International Capital Corp. Als eine Folge davon ist der chinesische Aktienindex Shanghai Composite Index in diesem Jahr bereits um 74 Prozent geklettert und die Preise für Wohnimmobilien haben ein Rekordniveau erreicht. In diesem Jahr haben die chinesischen Banken bereits 1,3 Billionen Dollar an neuen Krediten vergeben, was die Investments in Wohnungen angeheizt hat. Diese stiegen im August um 35 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, nach einem Zuwachs von 20 Prozent im Juli.

„Wenn China an der Anbindung festhält, hat es keine Möglichkeit, eine Blasenbildung bei Vermögenswerten zu verhindern“, sagt Fred Hu von Goldman Sachs Group Inc. „Die Politiker hegen den Irrglauben, dass jegliche Aufwertung des chinesischen Yuan dem Exportsektor schaden werde.“ Das Land lehnt wie erwähnt Forderungen des Auslands ab, eine Aufwertung zuzulassen, obwohl sich die Exporte zuletzt wieder erholt haben. Beim Internationalen Währungsfonds hält man vor diesem Hintergrund den Yuan für eine der unterbewertetsten Währungen in Asien. Und als Konsequenz daraus, wird den Entscheidungsträger empfohlen, sich nicht gegen den Druck der Märkte stemmen, den Yuan neu zu bewerten.

Im Vorfeld des Besuchs von Obama hat Chinas Notenbank zwar auch einen Kurswechsel in ihrer Währungspolitik angedeutet. So signalisierte die Zentralbank, den Kurs des Yuan künftig an einem Devisenkorb zu messen, und deutete damit eine Abkehr von der De-facto-Anbindung an den Dollar an. Erstmals seit Juli 2005 fehlte zudem in der Ankündigung der Notenbank der Verweis darauf, den Kurs des Yuan „grundsätzlich stabil auf einem vernünftigen und ausbalancierten Niveau“ zu halten. Ob damit der Weg frei gemacht wird für eine Aufwertung der Landeswährung oder ob es sich nur um einen weiteren taktischen Winkelzug handelt, bleibt erst noch abzuwarten.

Steigende Zinsen dürften Aufwertungsdruck weiter erhöhen

Nach Lesart vieler Experten dürfte der Druck auf die chinesische Währung aber so oder so weiter zunehmen. Wegen des raschen Wirtschafts- und Kreditwachstums wird damit gerechnet, dass die Notenbank im zweiten Quartal 2010 die geldpolitischen Zügel straffen wird. „Eine Zinserhöhung wird jedoch zu Kapitalzuflüssen führen“, erwartet Ha. „Der Anstieg der Aktivapreise ist hauptsächlich auf die mangelnde Unabhängigkeit der Geldpolitik zurückzuführen.“ Die Anbindung des Yuan an den Dollar sei für die Notenbank eine Zwangsjacke, weil sie ihre Möglichkeiten einer geldpolitischen Straffung und einer Verhinderung von Aktivablasen beschränke, erläutert T.J. Bond, Chef-Ökonom für Asien-Pazifik bei Bank of America-Merrill Lynch.

„Wenn das System mit Liquidität überflutet ist, wird diese ihren Weg in die Vermögenswerte finden, sei es in kommerzielle oder private Immobilien oder den Aktienmarkt“, sagt Zhang Xin, Vorstandsvorsitzender des Immobilienentwicklers Soho China Ltd.. Chinas Politik, die Binnenausgaben zu stimulieren und den Wechselkurs niedrig zu halten, werde zu einer Überhitzung der Konjunktur des Landes führen, erwartet Martin Feldstein, Professor an der Harvard University. „Die Währung wird aufwerten müssen“, sagt Peng Wensheng, Leiter China-Analyse bei Barclays Capital in Hong Kong.

Das dürften die Zuständigen ab dem zweiten Halbjahr 2010 zulassen und den seit März verzeichneten Rückgang von etwa zehn Prozent auf handelsgewichteter Basis wieder umkehren, erwartet er. Auch andere Devisenexperten rechnen derzeit erst frühestens ab dem zweiten Quartal 2010 mit einer Aufwertung des Yuan. Die Terminkontrakte, die den Wert des Yuan in einem Jahr spiegeln, zeigen einen Anstieg von 3,6 Prozent zum Dollar an. „Sie dürften minimale Aufwertungen zulassen. Aber in nächster Zeit sehe ich keinen grundlegenden Richtungswechsel“, erklärt Nouriel Roubini, Professor an der New York University.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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