10.06.2010 · Mit deutlichen Kursgewinnen reagiert am Donnerstag der Kurs des Neuseeland-Dollars auf die erste Leitzinserhöhung nach der Finanzkrise um 0,25 Prozentpunkte auf nun 2,75 Prozent. Der Markt geht von weiteren Zinserhöhungen aus.
Mit einem Kursgewinn von einem Prozent gegen den Euro und sogar etwas mehr als einem Prozent gegen den amerikanischen Dollar reagiert am Donnerstag der Kurs des Neuseeland-Dollars auf die erste Leitzinserhöhung nach der Finanzkrise um 25 Basis- oder 0,25 Prozentpunkte auf nun 2,75 Prozent.
Nach den massiven Leitzinssenkungen in den Jahren 2008 und 2009 von 8,25 auf ein Rekordtief von 2,5 Prozent dreht sich nun in Neuseeland der „geldpolitische Wind“; nachdem schon die Aufwertung der Währung des Landes in den vergangenen Monaten mit kontraktiven Effekten auf die Wirtschaft des Landes wirkte.
Neuseelands Zentralbank will inflationären Impulsen begegnen
Der Neuseeland-Dollar hat nach einem Schwächeanfall in der Krise seit März des vergangenen Jahres gegen den Euro um 44 Prozent aufgewertet auf zuletzt 1,7744 Dollar in Landeswährung je Euro, während es im Vergleich mit dem amerikanischen Dollar zwischenzeitlich sogar um knapp 54 Prozent nach oben ging, bevor sich die amerikanische Währung in den vergangenen Monaten etwas von ihrer vorhergehenden Schwäche erholte.
Neuseelands Zentralbankgouverneur Alan Bollard erklärte bei der Bekanntgabe der Zinserhöhung, man gehe davon aus, dass sich die inflationären Impulse in Neuseeland verstärken werden. Aus diesem Grund sei es angemessen, angesichts des tiefen Zinsniveaus langsam aber sicher geldpolitisch restriktiver zu werden. Der Markt geht implizit davon aus, dass die Notenbank des Landes den Leitzins in den kommenden zwölf Monaten um weitere 1,4 Prozentpunkte anheben wird.
Das machte die Zinsmärkte des Landes und damit indirekt auch die Währung noch attraktiver für Anleger aus Staaten mit sehr tiefen Zinsen, als das bisher schon der Fall war. Japanische Anleger könnten angesichts des depressiv tiefen Zinsniveaus in Japan selbst wieder zunehmend dazu neigen, ihre Ersparnisse in Neuseeland „arbeiten“ zu lassen, statt in Japan selbst. Solche Strategien würden dazu führen, dass der Neuseeland-Dollar noch weiter aufwerten würde. Tatsächlich legt der Kiwi-Dollar am Donnerstag auch gegen den Yen zu, nachdem dieser Wechselkurs in den vergangenen Wochen im Rahmend der relativen Yenstärke in eine Konsolidierungsbewegung übergegangen war.
Weitere Zinserhöhungen werden erwartet
Inzwischen rechnen immer Anleger damit, dass die Zinsen in Neuseeland noch rascher erhöht werden könnten, als in Australien. In beiden Staaten machen sich inzwischen die Folgen der extremen geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen in Form von inflationären Impulsen als auch in überhöhten Immobilienpreisen bemerkbar, mit welchen die Regierungen und Zentralbank auf die Kreditkrise reagiert hatten. Die Inlfationserwartungen lagen Ende Mai bei 2,8 Prozent, während die Hauspreise im Mai auf hohem Niveau um weitere 5,6 Prozent im Vergleich mit dem Vorjahr zulegten.
Unter anderem aufgrund der starken Exportnachfrage befindet sich in Neuseeland sowohl das Konsumenten- als auch das Unternehmensvertrauen auf vergleichsweise hohen Niveaus. Der BNZ-Business NZ Performance of Manufacturing Index lag Ende Mai bei 54,5 und deutete damit auf eine expandierende Wirtschaft hin. Neuseeland hatte im April einen Handelsbilanzüberschuss in Höhe von 656 Millionen Dollar in Landeswährung erzielen können, da die Exportnachfrage aus dem aus keynesianischen Gründen boomenden China groß ist und die Preise nach oben trieb.
Die Kombination an Daten und optimistischen Erwartungen kann zumindest kurzfristig zu einer weiteren Aufwertung des Neuseeland-Dollars führen. Mittel- und längerfristig nehmen allerdings Rückschlagsrisiken zu, da die momentan beobachtbare Wirtschaftsentwicklung primär auf keyensianische Impulse und anhaltenden Konsum auf Pump in den Vereinigten Staaten zurückzuführen ist. Gerade auch dort jedoch sind Sparmaßnahmen, wie sie in Europa beschlossen wurden, unvermeidlich. Sie werden die konjunkturelle Entwicklung bremsen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |