26.06.2009 · Die isländische Krone ist schwach. Dagegen konnten der südafrikanische Rand und der neuseeländische Dollar in den vergangenen Wochen deutlich aufwerten. Dabei ist die Wirtschaft Neuseelands schwach und eine rasche Erholung nicht absehbar.
Nach der technisch bestimmten Zwischenerholung im vergangenen Jahr zeigt sich der Dollar seit März wieder schwach. Das zeigt sich daran, dass er gegen Währungen wie den südafrikanischen Rand, den Neuseeland-Dollar, den ungarischen Forint, den australischen Dollar, den brasilianischen Real, den südkoreanischen Won und auch gegen die tschechische Krone alleine in diesem Zeitraum zwischen 33 und 20 Prozent abwertete.
Schwächer als der schwache Dollar waren in diesem Zeitraum nur die isländische Krone, der argentinische Peso, der vietnamesische Dong und die Währungen Costa Ricas, Pakistans, Sri Lankas, Jamaikas, Nigerias und Boliviens.
Schwäche der Island-Krone erklärt sich auf der Pleite des Landes
Da Island wegen der Misswirtschaft der vergangenen Jahr praktisch insolvent ist, Argentinien schon lange nicht mehr solide wirtschaftet und Vietnam kompetitiv abwertet um die Exportwirtschaft zu fördern, wird deutlich, dass die Vereinigten Staaten auf der Währungsseite zumindest optisch unter die Bananenrepubliken abgerutscht ist.
Das lässt sich leicht erklären. Denn die gigantischen Stützungsmaßnahmen der Regierungen für die Banken haben zusammen mit den extrem lockeren Geldpolitiken der Zentralbanken den Risikoappetit der Anleger wieder aufkommen lassen. Das zeigt sich alleine schon daran, dass sich Volatilitätskennziffern wie der Vix-Index oder der VDax New in den vergangenen Wochen im Trend nach unten bewegt haben. Sie sind inzwischen sogar wieder unter die Marke von 30 Prozent gefallen.
Als ob es keine Finanz- und Wirtschaftskrise gäbe, haben Anleger und Eigenhändler der Banken die riskanten Strategien des vergangenen Booms wiederbelebt, die Kurse von Aktien und Unternehmensanleihen sowie die Preise von Rohstoffen nach oben getrieben. In diesem Rahmen konnten sich auf die Wechselkurse vieler Staaten von ihren Tiefs erholen, die im Rahmen der vergangenen Turbulenzen kräftig unter die Räder gekommen waren.
Während bei den so genannten Rohstoffwährungen wie dem südafrikanischen Rand, dem australischen Dollar und dem brasilianischen Real die hohen Rohstoffpreise entscheidende Impulse geben in Form von optimistischen Wachstumserwartungen, spielen bei Währungen wie dem ungarischen Forint, dem südkoreanischen Won oder auch der schwedischen Krone Hoffnungen auf eine Stabilisierung der Finanzlage sowie auf die wirtschaftliche Erholung eine entscheidende Rolle. Schwache Währungen sollten dazu beitragen, die Exportaktivitäten wieder zu beleben, so die Logik. Ob solche Erwartungen aufgehen, wird sich erst noch zeigen müssen.
Wie erklärt sich jedoch die Stärke des Neuseeland-Dollars?
Denn faktisch haben sich die makroökonomischen Ungleichgewichte der vergangenen Jahre noch nicht bereinigt. Zu viele Staaten sind zu einseitig auf Exporte ausgerichtet, während auf der anderen Seite die Abnehmer in Form finanziell geschwächter Konsumenten ihre Nachfrage einschränken. Das gilt in erster Linie für die angelsächsischen Staaten, wo die Verbraucher erst einmal ihre in der Vergangenheit überstrapazierten Budgets sanieren müssen. Das gilt aber auch für viele Staaten in Mittel- und Osteuropa und mit zunehmender Arbeitslosigkeit auch in Kerneuropa selbst.
Die extrem unterschiedlichen Kursentwicklungen der isländische Krone und des Neuseeland-Dollars zeigen die extreme Differenz der Erwartungen. Während die Lage Islands aufgrund der Pleite offen liegt, lässt sich die Stärke des Neuseeland-Dollars kaum erklären. Denn das Land steckt tief in der Rezession und die Aufwertung der Währung droht wirtschaftliche Erholungszeichen schon in Ansätzen abzuwürgen. Sie belastet sowohl den Export als auch die Tourismusindustrie, die insgesamt für 40 Prozent des Bruttoinlandsproduktes stehen. Die Konsumenten Neuseelands sind überschuldet und fürchten um ihre Jobs. Das heißt, der Binnenmarkt kann die Erholung kaum anführen. Das zeigt, wie irrational der Devisenmarkt sein kann.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |