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Devisenmarkt Koreanischer Won auf Allzeittief gegen den Euro

 ·  Der koreanische Won ist schwach. Gegen den Dollar ist er am Donnerstag auf den tiefsten Stand seit vier Jahren gefallen, gegen den Euro befindet er sich auf Allzeittief. Die Kreditkrise macht sich ebenso bemerkbar wie der Preisauftrieb.

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Der koreanische Won ist schwach. Gegen den Dollar ist er am Donnerstag auf den tiefsten Stand seit vier Jahren gefallen. Nach 903 Won noch im Oktober des vergangenen Jahres stieg der Kurs bis auf 1.167,55 Won je Dollar. Das entspricht einem Plus von knapp 30 Prozent.

Im Vergleich zum Euro wird die Schwäche der koreanischen Währung noch deutlicher. Nach einer Aufwertungsphase in den Jahren 2004 und 2005 wechselte der Trend und führte in den Jahren 2006 und 2007 zu einer gemäßigten Abwertung. Im laufenden Jahr ging es jedoch richtig nach unten. Nach 1.365 Won noch zum Ende des vergangenen Jahres sind inzwischen 1.692 Won nötig, um einen Einheit der europäischen Einheitswährung zu erwerben. Die Währung Südkoreas hat damit gegen den Euro alleine in diesem Jahr um knapp 24 Prozent abgewertet. Sie ist so schwach wie nie zuvor.

Kreditkrise macht sich ebenso bemerkbar ...

Kurzfristig wird die Währung durch die Folgen der Kreditkrise belastet. Sie zeigen sich in Asien in Form andauernder Unsicherheit über die Ausgestaltung des „amerikanischen Rettungspakets“ und in ausgeprägter Skepsis gegenüber dessen Wirksamkeit. Das Umfeld führe zu Kapitalabflüssen aus Asien, was die Liquiditätsversorgung beeinträchtige und die Währungen der Region belaste, heißt es aus dem Handel.

Die koreanische Regierung werde noch in der laufenden Woche auf den „Währungsstabilisierungs-Fonds“ mit einem Volumen von 55 Milliarden Dollar zurückgreifen, um die angespannte Liquiditätssituation im lokalen Swapmarkt zu entspannen, hieß es in Medienberichten.

In Korea selbst sind die wirtschaftlichen Aussichten allenfalls verhalten. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts werde mit 4,7 Prozent schwächer ausfallen als bisher erwartet, erklärte Finanzminister Kang Man Soo am Mittwoch. Auf der anderen Seite hat das Land ein ausgeprägtes Inflationsproblem. Während der Index der Verbraucherpreise im August mit 5,6 Prozent auf Jahresbasis unter den Befürchtungen lag, betrug der Zuwachs der Erzeugerpreise 12,3 Prozent. Der Importpreisindex lag sogar bei 42,6 Prozent.

... wie der starke Auftrieb der Importpreise

Da das Land stark auf die Importe von teuer gebliebenen Rohstoffen angewiesen ist, dürfte der Preisauftrieb unter anderem aufgrund der schwachen Währung künftig stark bleiben. Die Bank of Korea hat ihren Leitzins in den vergangenen Monaten zwar bis auf 5,25 Prozent angehoben, nachdem dieser im November 2004 noch bei 3,25 Prozent gelegen hatte. Angesichts der Preisimpulse scheint der Markt aber daran zu zweifeln, dass die Zentralbank restriktiv genug ist, um die Inflationsrate in den angestrebten Zielkorridor von 2,5 bis 3,5 Prozent zurückzubringen. Manche Währungsstrategen befürchten, gerade die asiatischen Staaten tendierten eher dazu, höhere Inflationsraten in Kauf zu nehmen, statt nominales Wachstum für eine vernünftige Preisstabilität aufzugeben.

Zudem ist die generelle Unsicherheit groß. Am Mittwoch gab es in Hongkong den ersten Bankensturm seit der Asienkrise im Jahr 1997. Anleger standen vor den Schaltern der Bank of East Asia Schlange, um ihre Gelder zurück zu verlangen. Chinesische Banken verschärften die Bedingungen, zu denen sie Gelder im Interbankenmarkt zur Verfügung stellen. In Korea selbst stehen die Finanzunternehmen ebenfalls unter Druck. Einzelne Aktien, wie die der Seoul Mutual Savings Bank, verloren seit Oktober des vergangenen Jahres bis zu 77 Prozent ihres Wertes in lokaler Währung.

Insgesamt dürfte sich die Lage an den internationalen Finanzmärkten deutlich beruhigen müssen, bevor sich die koreanische Währung stabilisieren wird.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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