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Sonntag, 12. Februar 2012
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Devisenmarkt Konjunkturdaten halten das Pfund schwach

10.03.2010 ·  Mit Kursverlusten reagiert das britische Pfund am Mittwoch auf den Rückgang der Industrieproduktion im Januar im Vergleich zum schwachen Vorjahr um 1,5 Prozent. Es ist aber nicht dieser einzelne Umstand, der den Wechselkurs belastet

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Mit Kursverlusten von bis zu mehr als einem Prozent reagiert das angeschlagene Pfund am Mittwoch darauf, dass die Industrieproduktion des Landes im Januar im Vergleich mit dem Dezember des vergangenen Jahres um 0,4 Prozent und im Vergleich mit dem schwachen Vorjahr sogar um 1,5 Prozent gefallen ist.

Diese Zahl widerlegt zumindest kurzfristig Argumente, die britische Wirtschaft erhole sich unter anderem aufgrund der schwachen Währung, der tiefen Zinsen und riesiger keynesianischer Ausgabenprogramme auf Pump von ihrer Malaise. Allerdings haben in den vergangenen Monaten nur die negativen Veränderungsraten abgenommen. Alleine jedoch schon das wird von vielen Marktteilnehmern gerne positiv genommen, da sie den Unterschied zwischen absoluten Werten und den Veränderungsraten mit ihrem transitorischen Wesen nicht erkennen wollen.

Industrieproduktion ist und bleibt deutlich unter dem Niveau der Boomzeiten

Selbst wenn die Wachstumsraten positiv werden sollten, heißt das noch lange nicht, das sich die wirtschaftlichen Aktivitäten bald wieder auf dem Niveau der Boomzeiten befinden wird. Die britische Wirtschaft zeichnet sich durch eine strukturell vergleichsweise schwache Produktionsstruktur aus. In den vergangenen Jahrzehnten ist vor allem der Finanzsektor gewachsen und hat sowohl für Arbeitsplätze als auch für Steuereinnahmen gesorgt. Im Rahmen der Krise wurde jedoch gerade der schwer getroffen. Viele britische Unternehmen mussten mit Staatsgarantien, dem Einschuss von Steuermitteln und extrem expansiver Geldpolitik vor dem Ruin gerettet werden.

Bisher wurde der Sektor entgegen vieler politischer Ankündigungen nicht ordentlich reformiert und restrukturiert. Die Unternehmen der Branche erzielen auf Basis gelockerter Bilanzierungsrichtlinien, der Garantien und nicht zuletzt auch der Zentralbankpolitik auf dem Papier wieder gute Gewinne und zahlen wieder die unverschämten Boni der Vergangenheit. Möglicherweise ist die opportunistische Politik sogar daran interessiert, die Branche trotzt aller Risiken wieder zu beleben, um wenigstens kurzfristig auf dem Papier wieder Wachstum aus- und „Erfolge“ vorweisen zu können. Auf diese Weise würde sich zusammen mit den intensiven Lobbyaktivitäten der Finanzbranche der Umstand erklären, dass die maroden Banken bis heute ohne größere Restriktionen überlebt haben und teilweise sogar wieder wachsen können. Langfristig wäre das kein gutes Zeichen, wäre die nächste Krise nur eine Frage der Zeit.

Es ist nicht ein einzelner Umstand, der das Pfund belastet

„Es ist nicht ein einzelner Umstand, der das Pfund belastet. Der Ausblick für die britische Konjunktur ist insgesamt schwach“, sagte Akira Nakajima von SBI Liquidity Market in Tokio vor Veröffentlichung der Daten der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Die jüngsten Konjunkturzahlen waren insgesamt ziemlich negativ. Und die Investoren kommen nicht daran vorbei, ihre negative Sicht auf das Pfund beizubehalten.“

Zu der einseitigen Wirtschaftsstruktur ohne großartige Zukunftsperspektive, des riesigen Budgetdefizits des Landes, der großen Privatschulden, der rasant zunehmenden öffentlichen Verschuldung bei steigenden Zinsen kommt zumindest kurzfristig auch eine politische Unsicherheit vor den anstehenden Parlamentswahlen. Nach jüngsten Berichte ist die Führung der Konservativen in Umfragen praktisch verschwunden ist. Das deute auf eine Minderheitsregierung unter Führung der Laborpartei hin, heißt es nun gemeinhin.
Diese Konstellation jedoch wäre schlecht, da die daraus resultierende Regierung zu schwach wäre, um Wirtschaftsreformen und den Sparkurs durchzusetzen, der unbedingt notwendig wäre, um die über die zunehmende Verschuldung beunruhigten Märkte zu besänftigen.

Die Wetten gegen das Pfund erklären sich auch durch die Tatsache, das die Abwertung politisch praktisch gewollt ist. Denn kurzfristig orientierte und kurzsichtig angelsächsische Ökonomen argumentieren immer wieder, freie Wechselkurse könnten Staaten helfen, Wirtschaftskrisen rascher als andere zu überwinden. Schwache Wechselkurse stützten die Exportwirtschaft und förderten die Erholung des Wachstum im eigenen Lande, so die Logil. Sie übersieht, dass solche Strategien nur auf Kosten der übrigen Staaten möglich sind. Sie führen nicht selten zu protektionistischen Tendenzen. Das Risiko dafür ist groß. Immerhin sind die Zeichen, die auf einen globalen Abwertungswettlauf hinweisen, nicht zu übersehen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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