30.06.2006 · Die russische Zentralbank konnte eine deutliche Aufwertung des Rubels in den vergangenen Jahren aufgrund ihrer Wechselkurspolitik verhindern. Das dürfte ihr allerdings nach Ansicht von Experten künftig schwerer fallen als bisher.
Die russische Zentralbank konnte eine deutliche Aufwertung des Rubels in den vergangenen Jahren aufgrund ihrer Wechselkurspolitik verhindern. Das dürfte ihr allerdings nach Ansicht von Experten künftig schwerer fallen als bisher.
Denn am Samstag enden Beschränkungen für ausländische Anleger für den Erwerb von russischen Anleihen und Devisen und das dürfte der russischen Währung weiter Auftrieb geben. Immerhin hat sich die Wirtschafts- und Finanzsituation des Landes, das Ende der neunziger Jahre noch mit einer Schuldenkrise konfrontiert war und sich für zahlungsunfähig erklären mußte, inzwischen massiv verbessert.
Wirtschafts- und Finanzsituation in den vergangenen Jahren verbessert
Rußland verbucht sowohl Leistungsbilanz-, als auch Budgetüberschüsse und konnte inzwischen sogar viele Auslandschulden vorzeitig tilgen. Ausgelöst durch den Ölboom zeigt auch das Wachstum in Land Dynamik. Führen alleine schon die Rohstoffexporte zu einer gewissen Nachfrage nach der Währung, so kommt das zunehmende Interesse internationaler Anleger an den Wertpapieren des Landes dazu.
Die Aktien in Rußland befinden sich, abgesehen von zum Teil deutlichen Zwischenkorrekturen, schon seit Jahren im Höhenflug. Und das, obwohl die Transparenz bei vielen Unternehmen nicht sonderlich ausgeprägt ist und obwohl auch sich auch die politischen Verhältnisse zum Teil hinterfragen lassen. Denn eine eingeschränkte Pressefreiheit und andere Besonderheiten machen nicht gerade einen sonderlich demokratischen Ausdruck.
„Die Zentralbank wird künftig mehr Schwierigkeiten haben, die Währung zu kontrollieren, sobald die Beschränkungen aufgehoben sind“, sagte Andrej Wychristiouk, Ökonom bei UBS in Moskau der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Sie wird eine Aufwertung des Rubels zulassen müssen.“ Die Zentralbank kontrolliert über Devisenkäufe und -verkäufe den Rubel und will dies auch nach dem ersten Juli tun. Sie versucht, die Inflation einzudämmen und zu verhindern, daß die Rubelstärke das Wirtschaftswachstum belastet.
Denn ein stärkerer Rubel brächte die Exporteure des Landes in die Defensive und macht es so schwieriger, neben der Rohstoff- und Energieindustrie andere Branchen dynamischer wachsen zu lassen. Präsident Wladimir Putin hatte am zehnten Mai angekündigt, Rußland werde die Beschränkungen für Ausländer zur Eröffnung von Rubel-Konten und zum Handel des Rubels im Ausland sechs Monate früher als geplant aufheben. Die Abschaffung sei „ein Beitrag zur makroökonomischen Stabilität und fördere Investitionen in unsere Volkswirtschaft, erklärte Ministerpräsident Michail Fradkow. Das heißt, das Land scheint auf Kompetenz von außen zu bauen, um die Wirtschaft auf breiterer Basis weiter in Schwung zu bringen.
Ein starker Rubel hat jedoch nicht nur Vorteile
Durch den Wegfall dieser Kontrollen wird es für Investoren sehr viel leichter, am russischen Markt einzusteigen, heißt es nun. Allerdings „könnte der Rubel Zielscheibe von Attacken spekulativer Investoren werden, befürchtet Alexej Moissejew, Leiter Strategie Festverzinsliche bei Renaissance Capital in Moskau gegenüber Bloomberg. Die Zentralbank könnte sich gezwungen sehen, die Notenpresse anzuwerfen, um einen Rubel-Anstieg zu verhindern. Das würde wiederum die Inflation nach oben treiben. Die Teuerung überstieg bereits im vergangenen Jahr und 2004 das Inflationsziel der Regierung von zehn Prozent.
„Die russische Zentralbank ist ein großer Fisch in einem sehr kleinen Teich“, sagte Moissejew weiter. „Durch den Wegfall der Beschränkungen wird der Markt offen für große Hedge Fonds. Das bedeutet, daß sie mit den Haien schwimmt.“ Letztlich wird die Zentralbank gezwungen sein, sich in Richtung eines flexibleren Wechselkurses zu bewegen.
Der Rubel hat seit Dezember des vergangenen Jahres bis zu knapp acht Prozent gegenüber dem Dollar aufgewertet. Waren am 12. Dezember noch 28,9976 Rubel nötig gewesen, um einen Dollar erwerben zu können, so lag der Kurs am 5. Juni bei 26,6981 Rubel je Dollar. Auch gegen den Euro tendiert die russische Währung mittelfristig stärker. Diese Trends dürften sich fortsetzen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |