22.01.2009 · Niedrig verzinsliche Währungen hatten den Kredit getriebenen Boom beflügelt und über kompetitive Abwertungen die Konjunktur der entsprechenden Staaten beflügelt. Japan und die Schweiz beleben die merkantilistische Strategie neu.
Niedrig verzinsliche Währungen wie der Schweizer Franken und der Yen hatten in den vergangenen Jahren den Kredit getriebenen Boom beflügelt und über Abwertungstendenzen die Konjunktur in den entsprechenden Staaten beflügelt.
Im Rahmen des Risiko- und Schuldenabbaus der vergangenen Monate kam es zu deutlichen Gegenbewegungen. Sowohl der Schweizer Franken als auch der Yen werteten auf. Genau dieser Effekt belastet inzwischen neben der allgemeinen Wirtschaftschwäche die Exportbereiche Japans und der Schweiz.
Japan und die Schweiz reden ihre Währungen schwach
Inzwischen versuchen beide Länder merkantilistisch gegenzuhalten und reden ihre Währungen schwach. In der Schweiz erklärte Philipp Hildebrand, Vizepräsident der Nationalbank, am Mittwoch offen, man denke über die Möglichkeit nach, unbegrenzte Mengen der eigenen Währungen auf den Markt zu werfen, um eine weitere Aufwertung zu verhindern oder um gar eine Abwertung zu erreichen.
Nach der Leitzinssenkung auf beinahe Null seien weitere Möglichkeiten denkbar, die Geldpolitik zu lockern, hieß es weiter ohne konkreter zu werden. Deutlicher lassen sich handelspolitische Interessen kaum artikulieren.
Der Markt hat längst darauf reagiert. So hat der Schweizer Franken innerhalb von zwei Tagen rund zwei Prozent gegen den Euro abgewertet von etwa 1,47 Franken je Euro am Dienstag auf 1,5108 Franken je Euro am Donnerstag. Gegen Währungen wie die schwedische Krone, den Yen, den mexikanischen Peso und sogar gegen den russischen Rubel, den südafrikanischen Rand, die norwegische Krone und den ungarischen Forint fiel die Abwertung in den vergangenen beiden Tagen sogar noch deutlicher aus. Im Rahmen der technischen Erholung an den Börsen dürfte die Schweizer Währung weiter abwerten können. Die Analysten von Goldman Sachs gehen beispielsweise davon aus, dass die Schweizer Währung gegen den Euro vorerst auf bis zu 1,55 Franken laufen wird.
Nicht nur die Schweiz hat handelspolitische Interessen, sondern auch Japan. Das Land konnte in den vergangenen Jahren von der schwachen Währung profitieren, die von der Niedrigzinspolitik ausging. Sie verleitete japanische Anleger dazu, Gelder auf der Suche nach attraktiven Renditen ins Ausland zu transferieren und internationale Anleger dazu, sich in Yen zu verschulden um die Mittel ebenfalls im Ausland zu investieren. Das schwächte zusammen die Währung und beflügelte gleichzeitig die japanische Exportwirtschaft.
Schwache Währung - ein bequemer Weg, nötige Wirtschaftsreformen zu vermeiden - zu Lasten anderer
Das war für Japan ähnlich bequem wie die tiefen Zinsen, die Länder wie Irland, Spanien, Italien oder auch Griechenland im Rahmen des europäischen Konvergenzprozesses erhielten. Denn diese Konstellation hielt die Binnenwirtschaften am Laufen, obwohl die jeweiligen Regierungen weder willens noch in der Lage waren, strukturelle Reformen durchzuführen, um für eine wirtschaftliche Eigendynamik zu sorgen. Allerdings entstanden auf diese Weise auch die makroökonomischen Ungleichgewichte, die letztlich zur aktuellen Krise geführt haben.
Das Platzen der Immobilien- und Exportblasen hat in den vergangenen Monaten zur Korrektur und in Japan zur Aufwertung der Währung geführt. Es ist zwar einerseits verständlich, dass man nun auch in Japan verbal interveniert und über geldpolitische Lockerungen und Währungsverkäufe redet, um auf diese Weise die Währung wieder zu schwächen. Allerdings hat sie inzwischen den Zinsvorteil weitgehend verloren.
Zudem stellt sich die Frage, ob kompetitive Abwertungsbestrebungen die richtigen Lösungen sind, um binnenwirtschaftliche Probleme zu lösen. Denn erstens ginge die Lösung zu Lasten der restlichen Staaten. Zweitens würden künftig neue Risiken der Art heraufbeschworen, die man gerade versucht zu lösen. Aus diesen Gründen wäre es nur vernünftig, wenn der Yen noch weiter aufwerten würde. Immerhin konnte das Land lange Jahre von der schwachen Währung profitieren. Der reale, effektive Wechselkurs Japans tendierte in den vergangenen Jahren im Trend nach unten. Ähnliches gilt auch für die Schweiz. Die brutalen Abwertungsbestrebungen der Briten und der Amerikaner sind offensichtlich.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09 % |
| Silber | 33,55 $ | −0,74 % |
| Platin | 1.648,00 $ | −1,02 % |
| Palladium | 702,00 $ | −1,68 % |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91 % |
| Gas | 0,59 £ | −1,60 % |
| Kaffee | 2,17 $ | +0,72 % |
| Zucker | 0,25 $ | +0,90 % |
| Orangensaft | 1,86 $ | −0,98 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |