08.05.2009 · Die isländische Krone hat einen langen und heftigen Abstieg hinter sich. Auf einem sehr tiefen Niveau versucht die Währung des von der Kreditkrise schwer gebeutelten Landes nun einen Boden zu bilden.
Wegen vieler hausgemachter volkswirtschaftlicher Probleme zählt Island zu den Ländern, welche die Kreditkrise am stärksten in Mitleidenschaft gezogen hat. Anfang Oktober 2008 war der Bankensektor des Landes, der massiv in Übersee expandiert war, kollabiert. Island brachte der Zusammenbruch seines Bankensystems kurz vor den Staatsbankrott. Dieser konnte am Anfang des Jahres nur durch Kredite des Internationalen Währungsfonds (IWF) und befreundeter Länder verhindert werden.
Heftig zugesetzt haben die Turbulenzen auch der Krone. Begonnen hat der Abstieg der isländischen Landeswährung aber schon viel früher, nämlich Ende 2005. Im Tief kostete da ein Euro noch 71,43 Kronen, bevor es dann im April 2009 in der Spitze sogar mehr als 197 Kronen war.
Dritte Zinssenkung seit März
In den vergangenen Wochen hat die Krone nun auf dem ausgebombten Niveau unter volatilen Schwankungen Stabilisierungsversuche unternommen. Zuletzt ist es ihr dabei gelungen, sich bis auf aktuell 168,22 Kronen zu befestigen. Geholfen hat ihr dabei natürlich wie allen anderen Schwachwährungen die zuletzt wieder gestiegene Risikobereitschaft der Investoren.
Diese Entwicklung hat auch dabei geholfen, dass die Krone auch den eingeleiteten Zinssenkungsprozess bisher gut überstanden hat. Erst an diesem Donnerstag hat die Zentralbank den Leitzins um weitere 2,5 Prozentpunkte auf 13 Prozent gesenkt. Ingesamt war dies der dritte Zinsschritt seit März (damals wurde um 100 Basispunkte gesenkt und im April um 150 Punkte). Und das Ende der Fahnenstange soll damit noch nicht erreicht sein. Zumindest stellten die Verantwortlichen weitere Zinssenkungen in Aussicht.
Allerdings wird es dazu neben einer stabilen Krone auch darauf ankommen, dass die Notenbank ihr Inflationsziel erreicht. Bis Anfang 2010 wollen die Währungshüter die Teuerung, die zu Jahresbeginn 18,6 Prozent betrug auf 2,5 Prozent begrenzen. Im April sank die Teuerungsrate zwar auf den niedrigsten Wert seit einem Jahr, lag aber trotzdem noch bei relativ hohen 11,9 Prozent
Zinsvorsprung aber nach wie vor hoch
Die Wirtschaft des Landes hat tiefere Zinsen bitter nötig, sagt der Internationale Währungsfonds für dieses Jahr doch ein Schrumpfen des Bruttoinlandsproduktes um 10,6 Prozent voraus. Erst Ende des laufenden Jahres dürfte sich die Wirtschaft demnach wieder erholen. Bis zur Rückkehr zur Normalität ist es aber so oder so noch ein weiter Weg. Deutlich wird dies auch daran, dass es seit November Devisenhandelsbeschränkungen und Kapitalverkehrskontrollen gibt. In dieser Woche ließ die Notenbank zwar erste Schlupflöcher in dieser Hinsicht zu, gleichzeitig hieß es aber, die Kapitalverkehrskontrollen würden noch eine Weile beibehalten werden.
Für einen fortschreitenden Gesundungsprozess wird auch einiges von der weiteren Entwicklung der Krone anhängen. Wegen der Bedeutung der Landeswährung für mehr volkswirtschaftliche Stabilität hat die Notenbank im April mit einem Volumen von 1,1 Milliarden Kronen am Devisenmarkt interveniert, was immerhin rund 28 Prozent des gesamten Volumens entspricht. Solange die Risikobereitschaft nicht allgemein wieder absackt, dürfte auch der bestehende Zinsvorsprung die Krone stützen, denn dieser ist trotz der bereits erfolgten Zinssenkungen noch immer beträchtlich. So gesehen besteht durchaus die Chance, dass es der isländischen Landeswährung nun tatsächlich langsam gelingt, einen tragfähigen Boden auszubilden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |