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Devisenmarkt Inflation bringt Kiwi-Dollar auf 25-Jahreshoch

16.07.2007 ·  Der Neuseeland-Dollar neigt schon länger zur Stärke. Nachdem die Inflationsrate im zweiten Quartal über den Erwartungen lag, kam am Markt sofort frische Zinsphantasie auf. Sie trieb die Währung auf ein neues Hoch gegen den Greenback.

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Viele Anleger mögen sich mit der Markttechnik nicht anfreunden. Fakt ist jedoch, dass einmal etablierte Trends viel länger halten können, als man intuitiv vermuten oder logisch ableiten mag. Aus diesem Grund ist es riskant, sich als Anleger gegen solche Trends zu stellen.

Diese Erfahrung wird bestätigt durch einen Blick auf den Devisenmarkt. Dort erreichen verschiedene Währungen gegen andere beinahe täglich neue Rekorde - oder wenigstens Mehrjahreshochs, obwohl sich solche Kursbewegungen logisch aus Modellen nicht ableiten lassen mögen. Das gilt beispielsweise für die Entwicklung des Euro gegen den Yen.

Inflationsentwicklung entfacht in Neuseeland neue Zinsphantasie

Die grundlegende Kursbewegung am Devisenmarkt der vergangenen Wochen ist die allgemeine Dollarschwäche. Sie zeigt sich in besonders ausgeprägter Form gegen den kanadischen Dollar, das britische Pfund oder auch gegen den Austral- und den Neuseeland-Dollar.

Die Währung Neuseelands, der „Kiwi-Dollar“, erreichte am Montag mit 79,17 amerikanischen Cents den höchsten Stand seit 22 Jahren. Der Grund für die Kursentwicklung sowohl im hohen Zinsniveau des Landes zu finden. Mit 8,52 Prozent bei Anlagen für eine Laufzeit von drei Monaten und einer Rendite von 6,83 Prozent für Staatsanleihen mit einer Restlaufzeit von zehn Jahren bietet das Land Anlegern mit die höchsten Zinsen weltweit.

Aus diesem Grund dürfte es kaum verwundern, dass dem kleinen Staat mit gerade einmal etwas mehr als vier Millionen Einwohnern die Mittel aus anderen Regionen auf der Suche nach attraktiven Anlagemöglichkeiten nur zu zufließen. Vor allem bei Japanern werden die Anlagen in Neuseeland immer beliebter. Denn die Yen-Renditen sind extrem tief.

Die Zentralbank Neuseelands versuchte zwar in den vergangenen Wochen, die Aufwertung der eigenen Währung mittels Interventionen zu bremsen. Denn inzwischen belastet die starke Währung die Exportwirtschaft des Landes und kann sie abbremsen. Auf der anderen Seite scheinen bisher mehrfach erhöhte Zinsen den Konsum im Lande, die Preisentwicklung im Immobilienbereich und auch die Inflationsrate nicht genügend gezügelt zu haben.

Inflationsrate im zweiten Quartal lag über den Erwartungen

Am Montag waren Zahlen bekannt gegeben worden, nach denen die Inflationsrate im zweiten Quartal im Vergleich mit der Vorperiode bei einem Prozent lag. Das war deutlich mehr als der Markt und als auch die Zentralbank erwartet hatte. Auf Jahresbasis dagegen ist die Inflationsrate von 2,5 auf zwei Prozent zurückgegangen und liegt damit in der Zielzone von einem bis drei Prozent. Die Quartalszahl führte am Markt sofort zu Spekulationen, die Zentralbank könnte in den kommenden Tagen den Leitzins noch weiter erhöhen. Während die Währung weiter zulegte, gerieten die Zinsmärkte des Landes in die Defensive.

Insgesamt dürfte die neuseeländische Währung zumindest kurzfristig weiterhin zur Aufwertung neigen. Denn so lange der Risikoappetit der internationalen Anleger anhält, werden sie wahrscheinlich weiterhin zu den bekannten Carry Trades neigen. Mittel- und längerfristig dürfte die starke Währung jedoch das Wirtschaftswachstum der Landes bremsen. Auf diesem Wege werden sich sehr wahrscheinlich zumindest die Zinserhöhungsphantasien verflüchtigen. Selbst dann bleibt jedoch das Zinsniveau noch vergleichsweise hoch.

Aus diesem Grund dürfte die Währung erst dann an Flair verlieren, wenn es an den Finanzmärkten turbulenter werden wird, so dass die Anleger zu einem Abbau risikoreicher Positionen neigen könnten.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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