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Devisenmarkt Indonesiens Rupiah hat die Schwächeperiode überstanden

 ·  Die Kreditkrise hat phasenweise auch der Rupiah sehr stark zugesetzt. Doch aus Schwäche ist inzwischen Stärke geworden. 2009 weist die indonesische Landeswährung die beste Wertentwicklung unter den zehn meistgehandelten asiatischen Währungen auf.

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Es ist noch gar nicht allzu lange her, da mieden die Anleger die Schwellenländer wie der Teufel das Weihwasser. Doch inzwischen hat sich das drastisch geändert. Viele Börsen der Emerging Markets führen in diesem Jahr die Performance-Rangliste an. Und auch die Währungen dieser Länder demonstrieren 2009 oft Stärke. Zu tun hat das mit einer wieder höheren Risikoneigung der Anleger und der Hoffnung, das Schlimmste für die Weltwirtschaft könnte inzwischen ausgestanden sein.

Zu den Profiteuren dieser Haltung zählt auch die indonesische Rupiah, die sich in diesem Jahr auch beflügelt durch ausländische Aktienkäufe (der Aktienindex Jakarta Composite hat seit Jahresbeginn deutlich mehr als 30 Prozent gewonnen) zur stärksten asiatischen Währung gemausert hat. Sie ist zum Dollar mit 13.800 Rupiah auf ein Sechsmonatshoch gestiegen und auch im Verhältnis zum Euro fehlt bei Kursen von 13.861 Rupiah dazu nicht mehr viel. Zum Vergleich: Im Vorjahr war die Notiz gegenüber dem Dollar von rund 9.000 Rupiah bis auf 12.500 Rupiah abgestürzt und zum Euro hatte sie sich zwischen Oktober 2008 und März 2009 von 12.683 Rupiah auf 16.304 Rupiah verbilligt.

Sechste Zinssenkung in Folge

Die zuletzt sehr feste Verfassung zeigt, dass die indonesische Landeswährung gut mit dem Zinssenkungsprozess leben kann, auf den die Landesbank im Kampf gegen die Kreditkrise eingeschwenkt ist. Erst an diesem Dienstag hat sie erwartungsgemäß den Leitzins den sechsten Monat in Folge weiter zurückgenommen und zwar um 25 Basispunkte auf 7,25 Prozent. Das entspricht dem niedrigsten Stand seit der Einführung der Zinsbenchmark im Juli 2005.

Ziel der expansiveren Geldpolitik ist es, die private Nachfrage zu stützen. Denn auch das Wachstum der indonesischen Volkswirtschaft hat sich infolge sinkender Rohstoffpreise und rückläufiger Exporte im ersten Quartal auf das geringste Tempo seit zehn Jahren verlangsamt. Die Asiatische Entwicklungsbank rechnet damit, dass die 324 Milliarden Euro große Volkswirtschaft in diesem Jahr nur um 3,6 Prozent wächst, verglichen mit 6,1 Prozent 2008. Der private Verbrauch ist sehr wichtig, weil auf ihn etwa zwei Drittel der indonesischen Wirtschaftsleistung entfällt.

Kursaussichten hängen stark an der Risikobereitschaft

Im ersten Quartal dieses Jahres ist Südostasiens größte Volkswirtschaft laut Schätzungen des Finanzministers zwischen 4,3 Prozent und 4,8 Prozent gewachsen. Die Ausfuhren sind im März im Jahresvergleich um 28,8 Prozent gesunken, nach einem Rückgang von 32,8 Prozent im Februar. Die nachlassende wirtschaftliche Dynamik hat auch für abnehmenden Inflationsdruck gesorgt. Die Teuerung hat sich im April auf 7,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat abgeschwächt. Das ist der geringste Anstieg seit 16 Monaten. Die Preissteigerungsrate dürfte im Juni auf unter fünf Prozent fallen, erklärte der stellvertretende Notenbankgouverneur Hartadi Sarwono. Laut Anleihenhändler Handy Yunianto eröffnet dieser Ausblick der Notenbank Spielraum, die Leitzinsen weiter bis auf 6,5 Prozent zu senken.

Aber selbst das wäre noch immer deutlich mehr als das, was amerikanische Staatsanleihen abwerfen. Zusammen mit dem ebenfalls noch immer viel höheren Wirtschaftswachstum als in den meisten anderen Weltregionen, spricht das zugunsten der Rupiah. Damit Indonesiens Landeswährung die bisher in diesem Jahr gezeigte starke Vorstellung fortsetzen kann, darf sich die Risikobereitschaft aber nicht wieder nachhaltig eintrüben. Denn dann würde auch die Rupiah ohne lange zu differenzieren wieder mit in den Abwärtsstrudel gerissen werden.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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