19.05.2005 · Hongkong hat erstmals eine obere Begrenzung für die Fluktuation der Währung eingeführt und senkt die untere Begrenzung. Damit will die Hong Kong Monetary Authority (HKMA), die in der Sonderwirtschaftszone für die Geldpolitik verantwortlich ist, den Kapitalzufluss eindämmen, der von Spekulationen auf eine Lockerung der Bindung des chinesischen Yuan an den US-Dollar getrieben wird.
Der Hongkong-Dollar kann jetzt zwischen 7,75 Hongkong-Dollar und 7,85 Hongkong-Dollar je amerikanischen Dollar pendeln. Seit 1983 ist die Währung zum Kurs von 7,80 Hongkong-Dollar an den Greenback gekoppelt. Nach der Bekanntgabe fiel der Hongkong-Dollar bis auf 7,8125 Hongkong-Dollar je amerikanischen Dollar.
Die Vereinigten Staaten üben Druck auf China aus, die Koppelung der chinesischen Währung an den Dollar zu lockern und ein flexibleres Wechselkurssystem einzuführen. Spekulationen, daß es bald so weit sein wird, haben einen Kapitalzufluß nach Hongkong ausgelöst, weil Investoren mit Hongkong-Dollar chinesische Aktien kaufen und auf eine Wertsteigerung setzen, sollte der Yuan aufgewertet werden.
"Die HKMA füllt schon einmal die Sandsäcke, um die Spekulationsflut einzudämmen, die kommen wird, wenn China eine Veränderung einführt", kommentierte Steve Barrow, Devisenstratege bei Bear Stearns Cos. in London. "Der Markt wird den Verdacht hegen, dass Hongkong eine Ahnung hat, was China plant."
Joseph Yam, Chef der Hong Kong Monetary Authority (HKMA), erklärte, er wolle die überschüssige Liquidität, die nach Hongkong geflossen sei, austrocknen. Die Zuflüsse haben das Bankensystem der ehemaligen Kronkolonie geflutet und halten die Zinsen niedrig, so daß sie den US-Leitzinsen hinterherhinken. Derzeit liegt der Interbankensatz in Hongkong, der sogenannte Hibor, bei 2,65 Prozent. Die US-Leitzinsen betragen dagegen nach acht Erhöhungen seit Juni 2004 drei Prozent. "Das hat nichts zu tun mit den Aussichten auf eine Neubewertung oder irgendeine Veränderung beim Yuan", sagte Yam am Mittwoch auf einer Pressekonferenz.
Als sich im September 2003 Spekulationen über eine Aufwertung des Yuan verdichteten, musste die HKMA im Lauf von fünf Monaten 54,2 Milliarden Hongkong-Dollar (5,5 Milliarden Euro) verkaufen, um die Koppelung des Hongkong-Dollar an den amerikanischen Dollar aufrechtzuerhalten. Im vierten Quartal verkaufte die HKMA 12,6 Milliarden Hongkong-Dollar, um eine Aufwertung gegenüber dem Greenback zu verhindern.
Die Ankündigung der HKMA kam nur Stunden, nachdem die chinesische Zentralbank den kleineren Banken des Landes größeren Zugang zum Devisenmarkt gewährt hatte, um sie auf einen flexibleren Wechselkurs des Yuan vorzubereiten. Die Devisenbörse Schanghai übernimmt die Risiken bei allen Transaktionen. Das erleichtert es kleineren chinesischen Banken, die oft von internationalen Kreditinstituten als zu risikoreich für Handelsgeschäfte angesehen werden, am Markt Fuß zu fassen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |