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Devisenmarkt Hongkong-Dollar kann mit dem Yuan nicht mithalten

26.02.2007 ·  Der Hongkong-Dollar ist relativ stark an den amerikanischen Dollar gekoppelt. Dieses Tatsache führt zusammen mit dem aufwertenden Yuan dazu, dass der Honkong-Dollar inzwischen weniger wert als die Währung Chinas ist.

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Der Hongkong-Dollar ist seit dem Jahr 1983 realtiv fest an den amerikanischen Dollar gekoppelt. Lange Zeit war der Umtauschkurs bei etwa 7,8 Hongkong-Dollar je amerikanischem Dollar festgezurrt. Am 1. Mai 2005 ist diese Kopplung gelockert worden und der Hongkong-Dollar darf in einer Bandbreite um den Wert von 7,8 Hongkong-Dollar je amerikanischen Dollar floaten. Es gibt keine nähere Information wie breit das Band sein sollte und könnte.

Das klingt zunächst alles ziemlich langweilig, aber auch bei einer solchen Konstellation sind interessante Entwicklungen denkbar. So hat sich der Hongkong-Dollar zuletzt gegenüber dem amerikanischen Dollar auf ein 17-Jahrestief abgeschwächt. Bei einem aktuellen Stand von 7,8110 Hongkong-Dollar für einen amerikanischen Dollar hat er dabei seit Ende Juli 2006 rund 5,4 Prozent an Wert eingebüsst. Auch gegenüber dem Euro hat er seitdem verloren, allerdings wurde hier mit aktuell 10,2779 Hongkong-Dollar für einen Euro noch kein neuer Rekord aufgestellt.

Als deutet auf eine Absprache im Stillen hin

Interessanter scheint die Tatsache zu sein, dass Hongkong-Dollar inzwischen weniger wert als die Währung der Volksrepublik China ist, die sich in einem stetigen Aufwertungsprozess befindet. Dieses Ereignis kann durchaus auch als symbolischer Fingerzeig dafür gewertet werden, dass sich die Kräfteverhältnisse zuletzt zulasten der ehemaligen britischen Kronkolonie, die als “Sonderverwaltungszone“ noch 50 Jahre lang ihre marktwirtschaftlichen Strukturen beibehalten darf, und zu Gunsten des chinesischen Riesenreichs verschoben haben.

Wie Volker Zenk von FXresearch erklärt, schlossen die Hongkonger Notenbank (HKMA) und die Zentralbank der Volksrepublik China (PBoC) eine Art “Gentlemen's Agreement“, um spekulative Aktivitäten in dem Moment zu reduzieren, an dem sich die Wechselkurse von Hongkong-Dollar und chinesischem Yuan kreuzen. Man einigte sich demnach im Stillen darauf, den offensichtlich unvermeidlichen Prozess abzukürzen.

Offenbar kein Interesse an einer Anbindung an den Yuan

Als sich die Wechselkurse von amerikanischen und Hongkong-Dollar und Amerikanischen Dollar und chinesischem Yuan immer näher kamen, sorgte die HKMA für eine weitere Schwächung des Hongkong-Dollar, indem sie den Wechselkurs von Greenback zu Hongkong-Dollar an das obere Ende der erlaubten Handelsspanne von 7,7500-7,8500 Hongkong-Dollar steigen ließ. Umgekehrt ließ die chinesische Notenbank den Yuan in diesen Tagen stärker als sonst aufwerten. Als Folge davon kreuzten sich die beiden Wechselkurse in einer schnellen und deutlichen Kursbewegung, statt eine längere Zeit in der Nähe ihrer Parität hin und her zu pendeln. Seit dem 12. Januar muss zum ersten Mal seit dreizehn Jahren für einen Hongkong-Dollar etwas weniger als für den chinesischen Yuan bezahlt werden.

Aus diesem Verhalten leitet Zenk die Schlussfolgerung ab, dass keine der beiden Notenbanken ein Interesse daran hat, den Kurs des Hongkong-Dollar an den des chinesischen Yuan zu binden. Denn sonst wäre die günstige Gelegenheit dazu bestimmt genutzt worden, die sich immer weiter annähernden Kurse zu harmonisieren. Vielmehr lasse das Verhalten darauf schließen, dass die Anbindung des Hongkong-Dollar an den amerikanischen Dollar, offenbar nicht zur Debatte stehe und beibehalten werden solle. Dies sei „auch absolut vernünftig, da trotz aller gegenteiligen Marktspekulationen für diesen Fall mit negativen Folgen für Hongkongs Ökonomie gerechnet werden muss,“ erläutert er.

Laut Zenk wäre es mit Sicherheit nicht von Vorteil, den Hongkong-Dollar an eine noch lange nicht frei konvertierbare Währung zu binden, bei der in Zukunft mit erhöhter Volatilität und einer sich längerfristig fortsetzenden Aufwärtsbewegung zu rechnen ist. Die Berechenbarkeit und Stabilität der Valuta, die für den wirtschaftlichen Erfolg der ehemaligen Kronkolonie mit verantwortlich sind, würden geopfert. Zudem haben Hongkong und die Volksrepublik China zwei vollkommen unterschiedliche Finanzsysteme. Bevor China wesentliche Schritte zur Liberalisierung seines Banken- und Finanzsektors gemacht und hier westliche Standards erreicht hat, dürfte eine Koppelung von Hongkong-Dollar und chinesischen Yuan nicht in Frage kommen. Und wie Zenk glaubt, dürfte dies mindestens noch ein Jahrzehnt in Anspruch nehmen.

Der Abstand des Hongkong-Dollar zum Yuan dürfte sich weiter vergrößern

Für Hongkong-Dollar und chinesischen Yuan kann deshalb mit einer Fortsetzung der gegenläufigen Kursentwicklung gerechnet werden. Das Währungspaar Hongkong-Dollar und chinesischen Yuan, das bislang ein Jahrestief von 0,9908 markiert hat, dürfte sich weiter in Richtung 0,98 orientieren. Dafür spricht auch, dass bei der Parität amerikanischer Dollar zum Hongkong-Dollar mit einer Notiz um die 7,80er-Marke gerechnet werden kann. Zenk rät vor dem Hintergrund dieser Annahme davon ab, auf einen fortgesetzten Kursanstieg und die Annäherung des amerikanischen Dollar zum Hongkong-Dollar an die obere Grenze der von der Hongkonger Notenbank akzeptierten Handelsspanne von 7,8500 zu spekulieren.

Eher dürfte es jetzt, nachdem der chinesische Yuan endgültig am Hongkong-Dollar vorbeigezogen ist, im Verhältnis des amerikanischen Dollar zum Hongkong-Dollar zu einem Rücksetzer in die Nähe der als Anker dienenden 7,80er-Marke kommen. Die Parität Greenback zum chinesischen Yuan sollte hingegen den seit der Yuan-Flexibilisierung im Juli 2005 etablierten Abwärtstrend tendenziell noch beschleunigt fortsetzen. Zum Jahresende 2007 sind hier bereits Kurse von um die 0,9500 denkbar. Die Währungen Chinas und seiner “Sonderverwaltungszone“ Hongkong werden sich demnach weiter von ihrer Parität entfernen, da eine Verschmelzung beider Valuten derzeit weder sinnvoll noch erwünscht ist, lautet Zenks Prognose.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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