14.07.2008 · Sehr hohe Produzentenpreise lassen das britische Pfund wieder schwächeln. Die britische Zentralbank ist gefangen in der Zwickmühle zwischen Preisauftrieb und einer schwachen Wirtschaftsentwicklung.
Die Produzentenpreise in Großbritannien sind im Juni mit einem Plus von zehn Prozent auf Jahresbasis so stark gestiegen wie seit dem Februar des Jahres 1982 nicht mehr. Das heißt, Unternehmen geben die stark gestiegenen Kosten zunehmend an ihre Abnehmer weiter.
Allerdings sind sie dazu in vollem Umfang nicht in der Lage. Denn ihre Inputkosten in Form von Energie und Rohstoffen haben sich mit einem Preiszuwachs um 30,3 Prozent auf Jahresbasis noch dramatischer verteuert. Der Preisauftrieb auf dieser Seite ist der stärkste seit mehr als 35 Jahren.
Konsumenten und Unternehmen in der Zwickmühle
Auf diese Weise geraten sowohl die britischen Konsumenten als auch die Unternehmen immer stärker in die Zwickmühle zwischen hohen Preisen, schwindender Kaufkraft, stark steigenden Kosten und einem schwierigen Kreditmarkt. Dazu kommt die deflationäre Entwicklung am Immobilienmarkt des Landes, die mit direkten und indirekten Konsequenzen immer weitere Kreise zieht.
Diese Entwicklung stellt die britische Zentralbank vor die Wahl zwischen Pest und Cholera. Erhöht sie die Zinsen, um die Preisentwicklung einzudämmen, so bringt sie die angeschlagene Wirtschaft noch weiter in die Defensive. Hält sie dagegen die Zinsen auf dem gegenwärtigen Niveau, so gefährdet sie ihre Glaubwürdigkeit und bringt das Pfund noch weiter unter Druck. Dabei hat es zwischen August des vergangenen und April des laufenden Jahres schon deutliche Kursverluste hinnehmen müssen.
Sollte sich die Währung weiter abschwächen, so würde sich die Inflationsproblematik aufgrund des Handelsbilanzdefizits weiter verschärfen. Angesichts der nachteiligen Preiserwartungen dürften die jüngsten Zinsschritte der britischen Zentralbank - sie hat in den vergangenen sechs Monaten den Leitzins von 5,75 auf zuletzt fünf Prozent gesenkt - vorerst die letzten in diese Richtung gewesen sein. Möglicherweise kommen sogar Phantasien auf, die britische Zentralbank könnte restriktiver werden müssen. Das jedoch würde der Währung kaum etwas nützen, da die britische Wirtschaft nur noch weiter geschwächt werden würde.
Das Pfund bleibt angeschlagen
Entspannung könnte nur vom Exportsektor kommen, der vom schwachen Pfund profitieren kann. Allerdings sind und waren entsprechende Erwartungen schon in den Vereinigten Staaten überzogen. Denn schwächt sich die globale Wachstumsdynamik ab, so kann sich auch die Exportnachfrage nicht so stark entwickeln, wie unter normalen Umständen.
So dürfte kaum verwundern, dass das Pfund am Montag wieder unter Druck steht. Im Tagesverlauf waren bis zu 80,23 Pence nötig, um einen Euro erwerben zu können, bevor sich die britische Währung etwas erholen konnte. Gegen den Dollar fällt das Pfund um 0,3 Prozent auf 1,9837 Pfund je Dollar.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |