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Devisenmarkt Hohe Inflation: Norwegische Krone wertet auf

 ·  Mit deutlichen Kursgewinnen reagiert am Donnerstag die norwegische Krone auf eine relativ hohe Inflationsrate im Dezember. Sie deutet anhaltenden Preisdruck an und läßt weitere Zinserhöhungen denkbar werden.

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Mit Kursgewinnen von bis zu einem Prozent reagiert am Donnerstag die norwegische Krone auf die Veröffentlichung der Inflationsdaten für den Monat Dezember. So ist das CPI-ATE, als der Konsumentenpreisindex angepasst um Steueränderungen und Energiekosten auf Jahresbasis um 1,8 Prozent gestiegen. Die unbereinigte Inflationsrate lag sogar bei 2,8 Prozent.

Da die Preisentwicklung etwas stärker ausfiel, als Experten das allgemein erwartet hatten, rechnen Marktteilnehmer mit einer weiteren Zinserhöhung in Norwegen. Immerhin scheint bisher eine ganze Serie von Zinserhöhungen in den vergangenen zweieinhalb Jahren - von 1,75 Prozent noch im Juni des Jahres 2005 auf zuletzt 5,25 Prozent im Dezember des vergangenen Jahres - bisher nicht auszureichen, um den Preisauftrieb zu stoppen.

Volkswirtschaftliches Produktionspotential weitgehend ausgeschöpft

Das dürfte kaum verwundern. Denn der Energie- und Rohstoffboom der vergangenen Jahre hat zu einer Vollauslastung der norwegischen Wirtschaft geführt. Die wiederum hat dazu beigetragen, das die Lage am norwegischen Arbeitsmarkt so angespannt ist wie zuletzt vor 20 Jahren. Die Arbeitslosenquote liegt nach Berechnungen des norwegischen Arbeitsministeriums bei sensationellen 1,6 Prozent. Das heißt, im Lande gibt es praktisch Vollbeschäftigung.

Die geringe Arbeitslosigkeit treibt die Löhne nach oben und dies wiederum beflügelt den Immobiliensektor und den Konsum. Das Lohnwachstum wird im laufenden Jahr bei 5,25 Prozent erwartet, die Einzelhandelsumsätze legten im November auf Jahresbasis um 7,5 Prozent zu. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts lag im dritten Quartal hochgerechnet auf das Jahr saisonbereinigt bei 7,6 Prozent.

Sollte das Wachstum in den kommenden Monaten nicht aufgrund der stärkeren Währung der im Rahmen der Kreditkrise restriktiver gewordenen Refinanzierungssituation abflauen - wie es die Zentralbank erwartet -, dürften weitere Zinserhöhungen notwendig werden können. Die norwegische Währung würde in diesem Fall nicht nur von der dann möglicherweise aufkommenden Zinsphantasie profitieren können, sondern natürlich auch von der soliden Finanzlage des Landes. Es verbucht ständig hohe Leistungsbilanzüberschüsse und verfügt in strategischen Fonds über Rücklagen in Höhe von mehreren einhundert Milliarden Dollar.

Auf diese Weise sollen die Erträge aus den hohen Öleinnahmen intertemporal auf die kommenden Bervölkerungsgenerationen übertragen werden. Allerdings führt deren Verwaltung zwischenzeitlich auch immer wieder einmal zu gewissen Turbulenzen beim Wechselkurs der relativ „kleinen“ Währung. Nämlich immer dann, wenn diese Mittel neu diversifiziert werden sollen.

Ausgeprägter Aufwertungstrend gegen den amerikanischen Dollar

Grundsätzlich zeigt die norwegische Krone gegen den schwachen Dollar schon seit Jahren Stärke und wertet auf. Am Donnerstag legte sie nach Bekannt werden der Inflationsdaten bis zu einem Prozent auf 5,3282 Kronen je Dollar im bisherigen Tages-Kurstief zu. Selbst gegen den Euro zeigt sich die Währung in der Tendenz vergleichsweise stark. Am Donnerstag ging es um knapp ein Prozent nach unten auf zuletzt 7,836 Kronen je Euro. Allerdings wurde der Trend hier in der Vergangenheit immer wieder unterbrochen von fulminanten Gegenbewegungen.

Sie wurden ausgelöst von einer deutlich abweichenden Geldpolitik, vom sich verändernden Risikobewusstsein der Anleger und dem damit verbundenen Appetit auf so genannte Carry Trades - und nicht zuletzt von größeren Transaktionen im Rahmen von Direkt- oder Portfolioinvestitionen. Daran dürfte sich auch künftig wenig ändern.

Nach Angaben der Notenbank hat sich das Transaktionsvolumen an Norwegens Devisen- und Derivatemärkten in den vergangenen drei Jahren mehr als verdoppelt. Im April 2007 wurden täglich Transaktionen im Volumen von 38,7 Milliarden Dollar abgewickelt. Vor drei Jahren waren es lediglich 19 Milliarden Dollar täglich. Im gleichen Zeitraum stieg der Wert der gehandelten Derivatekontrakte um 31 Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar täglich. Der Anteil norwegischer Banken am weltweiten Devisenhandel stieg von 0,6 Prozent im Jahr 2004 auf aktuell 0,8 Prozent.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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