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Devisenmarkt Hochzins- und Schwellenländer-Währungen im Ausverkauf

10.10.2008 ·  Am Devisenmarkt stehen die „gut gelaufenen“ Währungen der vergangenen Jahre massiv unter Druck, während andere wie der Dollar, der Schweizer Franken und der Yen deutlich aufholen. Das „Carry-Trade-Rad“ dreht sich rückwärts.

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Bis Mitte des vergangenen Jahres hatten es Anleger und Fondsmanager im liquiditätsgetriebenen Umfeld mit hohem Risikoappetit leicht. Sie konnte beinahe kaufen, was immer sie auch wollten - die Rechnung ging auf.

Auf diese Weise konnten sie Erfolge einheimsen, die nicht unbedingt auf persönliche Fähigkeiten, sondern eher auf glückliche Umstände zurückzuführen waren. Nun trennt sich die Spreu vom Weizen. Das zeigt sich alleine schon am Devisenmarkt.

Das „Carry-Trade-Rad“ dreht sich rückwärts

Wer in den vergangenen Jahren daran gewohnt war, dass hoch verzinsliche oder Schwellenländer- beziehungsweise die so genannten Commodity-Währungen aufwerten mussten, während man dagegen niedrig verzinsliche Währungen verkaufen konnte, musste sich inzwischen längst umbesinnen. Denn im Rahmen der allgemeinen Risikoreduktion dreht sich genau diese Rad rückwärts. In den vergangenen Tagen hat sich die Dynamik dieser Bewegung sogar noch beschleunigt.

Währungen wie der mexikanische Peso, der australische Dollar, der ungarische Forint, der südafrikanische Rand, der kanadische und Neuseeland-Dollar verloren alleine in der laufenden Woche gegen den amerikanischen Dollar zwischen knapp 14 und 4,5 Prozent. Während dem mexikanischen Peso vor allem die wirtschaftliche Nähe zum schwachen nordamerikanischen Nachbarn zu schaffen machen dürfte, zeigt schlägt in Australien sowohl die Korrektur der Energie- und Rohstoffpreise, die sich immer deutlicher abzeichnende Schwäche in der Binnenkonjunktur und vor allem auch das Ungleichgewicht im Außenhandel durch.

In Ungarn dagegen wirkt sich die hohe Verschuldung der Landes - sowohl auf staatlicher als auch auf privater Ebene (ein großer Teil der Schulden wurde im Ausland/Schweiz aufgenommen) - ebenso aus, wie die unsolide Wirtschafts- und Finanzpolitik des Landes. Wurden solche Faktoren in Boomzeiten „großzügig“ übersehen, so wirken sie in Krisenzeiten umso deutlicher. In Kanada macht sich die wirtschaftliche Schwäche der Vereinigten Staaten zusammen mit den fallenden Rohstoffpreisen bemerkbar. Selbst die Währung des inzwischen scheinbar auf soliden Füssen stehenden Brasiliens geriet massiv unter Druck: Der Real verlor in der laufenden Woche sowohl gegen den Dollar als auch gegen den Euro 4,2 Prozent.

Yen und Schweizer Franken werten auf

Die Notenbanken in Lateinamerika setzen zwar ihre in den vergangenen Jahren erheblich gewachsenen Fremdwährungsreserven verstärkt zur Stützung ihrer eigenen Währungen ein. So hatte Brasilien erstmals seit fünf Jahren wieder Dollar verkauft. Chile und Peru hatten bislang versucht, mit Derivaten gegen den Währungsverfall vorzugehen. Bisher hat das allerdings im krisenhaften Umfeld kaum etwas gebracht. Unternehmen in der Region leiden besonders unter der Last des aufwertenden amerikanische Dollars, denn ihre Auslands-Kreditverbindlichkeiten nehmen in lokaler Währung zu. Zugleich wachsen auf diese Weise während der wirtschaftlichen Abschwächung die Inflationsgefahren. Das ist eine kritische Kombination.

Auf der anderen Seite profitieren die niedrig verzinslichen Währungen, die in den vergangenen Jahren zur Refinanzierung gedient hatten und die aus diesem Grund unter Abwertungsdruck gestanden hatten, von der Panik in den Märkten, die zum Abbau genau dieser Positionen führt. Längst hat der Yen die Marke von 100 Dollar unterschritten und auch der Schweizer Franken zeigt sich stark. Angesichts der anhaltenden Verunsicherung an den Märkten dürften sich diese Trends bis auf weiteres fortsetzen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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