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Devisenmarkt Goldpreis reagiert auf Bewegung am Devisenmarkt

19.11.2009 ·  Normalerweise folgt der Goldpreis dem Dollarkurs spiegelbildlich. Doch diesmal könnten sich die Notierungen für das Edelmetall aus Inflationsangst davon abkoppeln

Von Bettina Schulz, London
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Nach einem Rekord von 1153,40 Dollar je Feinunze hat der Preis für Gold am Donnerstag nach der strammen Aufwärtsbewegung der letzten Tage wieder auf 1136,40 Dollar im Londoner Fixing nachgegeben. Über viele Wochen hatte Gold fast täglich neue Rekordpreise erzielt. Eine normale Reaktion des Marktes wäre es, eine Verschnaufpause von mehreren Tagen in Form niedrigerer Notierungen einzulegen und den Aufwärtstrend dann fortzusetzen.

Marktbeobachter fragen sich jedoch, ob sich an den Devisenmärkten nicht Verschiebungen abzeichnen, die in der kommenden Woche größere Auswirkungen auf die Preise und Notierungen an den Edelmetallmärkten, Rohstoffmärkten und Aktienmärkten mit sich bringen könnten. Seit einigen Tagen signalisieren die Devisenmärkte, dass Investoren offenbar beginnen, Carry-Trades aufzulösen. Bei dieser Anlagestrategie nehmen global investierende Anleger Geld in Niedrigzins-Währungen wie dem amerikanischen Dollar auf und investieren diese Gelder in Währungen und Rohstoffe, die eine höhere Rendite abwerfen.

Euro-Abwertung ist möglich

Dies erklärt, warum in diesem Jahr die Rohstoffwährungen, vor allem der kanadische und australische Dollar, gegenüber dem amerikanischen Dollar aufgewertet haben, sich diese Bewegung jedoch seit einigen Tagen nicht mehr fortsetzt. Werden Carry-Trades aufgelöst, ist oft eine Schwächephase an den Rohstoff-, Edelmetall- und Aktienmärkten der Schwellenländer die Folge. Ein aufwertender Dollar bedeutet gleichzeitig, dass es für Investoren aus Fremdwährungsländern kostspieliger wird, in Dollar notierte Rohstoffe und Edelmetalle zu kaufen. Die Notierungen an diesen Märkten reagieren daher in der Regel spiegelbildlich zum Wechselkurs des Dollar.

Seit März bewegt sich der Euro auf einer mittelfristigen Aufwärtslinie, die derzeit bei 1,4850 Dollar zum Euro verläuft. Am Donnerstag notierte der Euro bei 1,4860 Dollar um Haaresbreite an dieser Linie. Technische Analysten wären nicht überrascht, wenn der Euro bald durch diese Linie fallen würde, dann weiter abwerten würde und der stärkere Dollar eine Korrektur in die Aktien-, Rohstoff- und Edelmetallmärkte tragen würde. Dies wird von technischen Analysten als umso wahrscheinlicher erachtet, als sich viele Aktienmärkte an technisch wichtigen Widerstandsmarken befinden.

Inflationsfurcht herrscht vor

Fraglich ist, ob dies auch für das Edelmetall Gold eine nachhaltige Korrektur bedeutet, und die Antwort ist möglicherweise: nein. Denn neben dem Dollar hat ein zweiter Faktor den Goldmarkt in den vergangenen Wochen geprägt. Dies ist die Furcht der Anleger, dass es die Notenbanken - wie jedes Mal nach einer Krise - mit ihrer expansiven Geldpolitik auch dieses Mal übertreiben und schon wieder den Grundstein für die nächste Liquiditätsblase legen.

Eine Umfrage von Bank of America Merrill Lynch unter global investierenden Fondsmanagern zeigte im November, dass die Investoren in den vergangenen Wochen auf dieses Argument reagiert und wegen dieser Inflationsbefürchtungen Investments in den Schwellenländern, Rohstoffen und Edelmetallen gesucht haben. Analysten schließen daher nicht aus, dass sich der Goldmarkt das erste Mal seit langer Zeit vom Wechselkurs des Dollar abkoppeln könnte.

In den jüngsten Zahlen des World Gold Council schlägt sich diese Entwicklung im November noch nicht nieder. Im Gegenteil: zwar erhöhten Anleger ihre Investitionen in Goldbarren über den Sommer von 58 auf 81 Tonnen im dritten Quartal. Aber der Zufluss in börsennotierte Goldfonds (ETFs) gab von 57 auf 41 Tonnen nach. Die Goldnachfrage der Finanzinvestoren stagnierte insgesamt bei 227 Tonnen. Die gegenüber dem zweiten Quartal erhöhte Gesamtnachfrage nach Gold ist lediglich mit einer stärkeren Nutzung von Gold in der Industrie und dem saisonal typischen Aufschwung in den Schwellenländern, vor allem Indien, zu erklären. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum machte die Goldnachfrage der Finanzinvestoren im dritten Quartal gerade mal die Hälfte aus.

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Wirtschaftskorrespondentin in London.

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