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Devisenmarkt Gefragte Rohstoff- und Osteuropawährungen

 ·  Die massiven Interventionen nach dem „Flashcrash“ des Yen am 16. März haben am Devisenmarkt den Risikoappetit der Anleger und damit altbekannte Reflexe neu belebt. Es drohen einseitige Positionierungen und verzerrte Wechselkurse.

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Die massiven Interventionen nach dem „Flashcrash“ des Yen am 16. März haben am Devisenmarkt den Risikoappetit der Anleger und damit altbekannte Reflexe neu belebt.

So haben australischer und Neuseeland-Dollar inzwischen gegen die japanische Währung von Extrem zu Extrem um bis zu 15 Prozent aufgewertet, der polnischer Zloty, der ungarische Forint und auch der südafrikanische Rand haben um etwa 13 Prozent zugelegt, während der südkoreanische Won um zwölf Prozent zulegte.

Interventionen führen zu asymmetrischen Wechselkurserwartungen

Starke Kursgewinne verzeichneten diese Währungen auch gegen den Schweizer Franken, wenn auch etwas weniger ausgeprägt als gegen den Yen. Kurzfristig zeigen die jeweiligen Trends weiter nach oben. Das deutet - unter anderem aufgrund vielfacher Verwendung von systematischen Handelsmodellen im Devisenhandel - auf weitere Aufwertungen hin. Die Marktteilnehmer lassen sich nicht nur durch die einmal entstandenen Trends selbst inspirieren, sondern auch durch die Implikationen der Devisenmarktinterventionen durch die Zentralbanken der großen Wirtschaftsnationen selbst.

Schließlich senden sie überdeutliche Signale, nach welchen starke Aufwertungsbewegungen beim Yen nicht erwünscht sind. Auf diese Weise wird das Wechselkursrisiko zumindest auf eine Seite hin beschränkt. Aus diesem Grund neigen risikofreudige Anleger rasch dazu, die altbekannten „Carry-Trades“ neu zu beleben. Sie erlebten eindeutig eine Rückkehr, erklärten die Devisenfachleute der Schweizer Großbank UBS in einem Bericht vor wenigen Tagen.

Bei Geschäften dieser Art spielen Anleger Währungen mit niedrigen Zinsen, wie den japanischen Yen oder den Schweizer Franken gegen Währungen mit höheren Zinsen oder entsprechenden Zinserwartungen aus. Solche Transaktionen versprechen allerdings nur dann mit höheren Zinsniveaus aus. Immerhin winken die Zinsdifferenzen al sichere Erträge, sofern sie nicht durch Währungsverluste aufgezehrt werden. In der Vergangenheit waren Strategien dieser Art so beliebt, dass aufgrund der entstehenden Eigendynamik die niedrig verzinsten Währungen gegen die mit höheren Zinsen im Trend abwerteten. Dieser Effekt führte dazu, dass Anleger nicht nur die Zinsdifferenzen als Ertrag verbuchen, sondern zusätzlich auch noch beachtliche Währungsgewinne realisieren konnten.

Solche Strategien werden nicht nur wegen der Wechselkurssignale reizvoll, die die Zentralbanken mit ihren Interventionen aussandten, sondern auch aufgrund der Zinserwartungen. Wegen den Folgen des Erdbebens, des Tsunamis und auch der Schwierigkeiten in den Kernkraftwerken Fukushimas rechnet in Japan auf Sicht niemand mit einer Zinserhöhung. Dagegen erscheint eine weitere geldpolitische Lockerung auf ohnehin schon extremem Niveau möglich zu sein.

Es drohen einseitige Positionierungen und verzerrte Wechselkurse

Die Schweizer Zentralbank lässt durchblicken, die harte Währung wirke auf die erhitzte Schweizer Wirtschaft restriktiv genug, so dass eine Zinserhöhung nicht anstehe. Dagegen zeigen sich Zentralbanken in Europa und in weiten Teilen Asiens geneigt, ihre Geldpolitiken restriktiver zu gestalten. Selbst in den geldpolitisch notorisch laxen Vereinigten Staaten zeichnet sich eher eine restriktivere als eine laxere monetäre Linie ab.

Diese Kombination von Faktoren mag dazu beitragen, dass sich die jüngst innerhalb kürzester Zeit etablierten Trends am Devisenmarkt bis auf weiteres fortsetzen. Sollten die Zentralbanken jedoch irgendetwas aus der Krise gelernt haben, würden sie bald gegensteuern. Immerhin haben solche Strategien in der Vergangenheit regelmäßig zu extrem einseitigen Positionierungen der Marktteilnehmer - wurden viele Hypotheken in Mittel- und Osteuropa in Franken oder gar Yen refinanziert - und zu starken Abweichungen der Wechselkurse von vernünftigen Niveaus geführt. Genau diese Tatsachen aber führen zu starken Kursturbulenzen, sobald es zu Schwierigkeiten kommt und die Positionen korrigiert werden müssen. Die starken Wechselkursschwankungen während der Finanzkrise sind typische Beispiele dafür.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

Quelle: @cri
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