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Devisenmarkt Forint profitiert kurzfristig von unverändertem Leitzins

27.08.2007 ·  Mit leichten Kursgewinnen reagiert der ungarische Forint auf die Entscheidung der ungarischen Zentralbank, den Leitzins unverändert bei 7,75 Prozent zu belassen. Weiter zulegen dürfte er aber nur bei wieder auflebendem Risikoappetit.

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Mit leichten Kursgewinnen reagiert am Montag der ungarische Forint gegen den Euro und auch den Dollar auf die Entscheidung der ungarischen Zentralbank, den Leitzins unverändert bei 7,75 Prozent zu belassen.

Die Währung legt gegen den Euro 132 Stellen oder 0,5 Prozent auf 256,27 Forint zu und gegen den Dollar fällt der Kursgewinn mit einem Minus von 46 Stellen auf 187,85 Forint etwas weniger ausgeprägt aus.

Schwächere Währung - höherer Preisdruck

Die ungarische Zentralbank hat den Leitzins bei 7,75 Prozent belassen und damit die Volkswirte teilweise überrascht. Denn in einer Bloomberg-Umfrage vor der Zinsentscheidung rechnete knapp die Hälfte der befragten Volkswirte mit einer Senkung des Leitzinses um einen Viertelprozentpunkt.

Grund für die Entscheidung zugunsten einer unveränderten Geldpolitik war zum einen die Schwäche des Forint, die aus den jüngsten Turbulenzen an den internationalen Kapitalmärkten resultierte. Zum anderen erhöhten die Notenbanker ihre Inflationsprognosen wegen der höheren Preise für Öl und Lebensmittel. „Es war eine sehr schwierige Entscheidung“, erklärte Notenbankchef Andras Simor am Montag nach der Sitzung des geldpolitischen Rates. „Wenn Ungarn isoliert wäre, hätte es wohl Spielraum für eine Zinssenkung gegeben. Doch so haben externe Faktoren das Ergebnis entschieden.“

Der ungarische Forint hat in den vier Wochen vor der aktuellen Zinsentscheidung vier Prozent an Wert gegenüber dem Dollar eingebüßt. Die Währung litt dabei unter der steigenden Risikoabneigung an den internationalen Finanzmärkten, die aus der Krise am amerikanische Hypothekensektor resultierte. Viele Kapitalanleger zogen sich aus Emerging Markets zurück und brachten damit Währungen wie den Forint unter Druck. Da ein schwächerer Forint Importe nach Ungarn verteuert, ist ein allgemein höherer Inflationsdruck zu erwarten.

Die Währungshüter kündigten so auch „extreme Vorsicht“ bei der künftigen Geldpolitik an. Die höheren Kosten für Ölprodukte und Nahrungsmittel dürften die Inflation im nächsten Jahr anheizen hieß es in der Begleiterklärung zur Zinsentscheidung. Da „sich die Lohnanstiege verlangsamten“, gibt sich die Zentralbank optimistisch und sieht dennoch Chancen für eine Zinssenkung.

In wieweit diese Einschätzung gerechtfertigt ist, wird sich erst noch zeigen müssen. Immerhin sind die Bruttolöhne im Juni auf Jahresbasis um zehn Prozent gestiegen. Sie zwangen die Währungshüter, angesichts zweistelliger Lohnsteigerungen ihre Inflationsprognosen für das Jahr 2007 um 0,3 Prozentpunkte auf 7,6 Prozent anzuheben. Die Schätzung für das Jahr 2008 wurde gleichzeitig von 3,6 auf 4,5 Prozent angehoben. Für das Jahr 2009 senkten die Notenbanker ihre Prognose für die Preissteigerungsrate dagegen auf 2,4 Prozent. Bislang hatte sie bei 2,8 Prozent prognostiziert. Allerdings vergeht bis dahin noch viel Zeit.

Sozialprodukt des Landes ging in den vergangenen Quartalen deutlich zurück

Das Land verbucht sowohl hohe Handelsbilanz- als auch Budgetdefizite und hat eine notorisch hohe Arbeitslosigkeit. Bisher sind die Strukturen des Landes in der Tendenz immer noch darauf ausgerichtet, mehr auszugeben als einzunehmen. Auf dieser Basis dürfte zumindest in Zeiten eines normalen Risikoappetits ein kritischer Blick auf die weitere Entwicklung nötig sein, zumal das Sozialprodukt des Landes in den vergangenen Quartalen deutlich zurückging. Im zweiten Quartal des laufenden Jahres lag das Bruttoinlandsprodukt gerade einmal bei 1,4 Prozent, nachdem es vor einem Jahr noch bei 3,65 Prozent gelegen hatte. Auf dieser Basis dürfte die Neigung groß sein, den Leitzins zumindest in einem normalisierten weltwirtschaftlichen Umfeld und Risikoappetit weiter nach unten zu bringen.

Sollten sich die Erwartungen darauf wieder verstärken, dürfte die Währung trotz des abnehmenden Zinsvorteils zulegen, da internationale Anleger vom hohen Zinsniveau und von der Aussicht bei fallenden Zinsen von steigenden Kursen am Rentenmarkt und auch an der Börse profitieren zu können. Eine aufwertende Währung wiederum dürfte über die Importschiene die Inflationsentwicklung bremsen können. Aus diesem Grund hängt alles davon ab, ob der Risikoappetit wieder zurückkommen und die Märkte in den Schwellenländern wieder wird beflügeln können. Allerdings gibt es daran gegenwärtig gewisse Zweifel.

Denn erstens dürfte die Hypothekenkrise in den Vereinigten Staaten noch längst nicht ausgestanden sein. Denn der größte Teil der verbrieften Hypothekarpapiere liegt in amerikanischen Depots oder bei Finanzinstituten. Im Gegensatz zu Europa oder auch Asien hat man jedoch bisher kaum von Bewertungsproblemen oder gar Verlusten gehört. Das ist seltsam. Zum anderen dürfte die Liquidität künftig nicht mehr so leicht verfügbar sein wie in der Vergangenheit. Auch aus diesem Grund sollte die Risikoneigung nicht mehr so ausgeprägt werden wie bisher gesehen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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