01.02.2007 · In den vergangenen Wochen zogen die sogenannten Carry Trades immer mehr Aufmerksamkeit auf sich, vor allem die Schwäche des Yen gegen den Euro. Verbale Interventionen mehren sich und führen kurzfristig zu hohen Volatilitäten.
Geriet der Dollar aufgrund des unveränderten Leitzinses und vor allem auch aufgrund der zumindest kurzfristig abflauenden Zinserhöhungsphantasie - die amerikanische Notenbank rechnet mit verhaltenem Wachstum und mit nachlassender Dynamik bei der Preisentwicklung - in den vergangenen Stunden wieder unter Druck, so scheinen sich im Vorfeld des G7-Treffens in der kommenden Woche die so genannten Carry Trades etwas zu reduzieren.
Das zeigt sich an der leichten Erholung des Yen und des Schweizer Frankens gegen den Dollar und auch gegen den Euro. Sie waren in den vergangenen Monaten vor allem deswegen in die Defensive geraten, weil das Zinsniveau in beiden Staaten im internationalen Vergleich tief ist. Damit eignen sich beide Währungen ideal für die Finanzierung von Investitionen oder auch von spekulativen Strategien.
Wechselkurse können deutlich von ihrer fairen Bewertung abweichen
Das gilt vor allem dann, wenn solche Strategien zu einer Eigendynamik führen, indem sie die „Finanzierungswährungen“ über die induzierten Kapitalströme auch noch schwächen. Denn in diesem Fall ist nicht nur die Finanzierung günstig, sondern die Anleger können unter Umständen auch noch Währungsgewinne verbuchen. Sowohl Japan als auch der Schweiz dürfte eine solche Entwicklung recht sein. Immerhin verbessern schwache Währungen die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen des Landes.
Allerdings gibt es ein Problem: Auf diese Weise können Wechselkurse deutlich von ihrer fairen Bewertung abweichen. Das zeigte sich in den vergangenen Jahren insbesondere an der Entwicklung des Yen im Verhältnis zum Euro. Denn die europäische Einheitswährung wertete im Trend deutlich auf, obwohl sie eigentlich überbewertet ist. Damit stellt sich die Frage, wie lange die Europäer diese Entwicklung tolerieren können, ohne die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Exportindustrie zu stark zu beeinträchtigen.
Aus diesem Grund mehrten sich in den vergangenen Wochen Stimmen, die diese Entwicklung in der kommenden Woche bei offiziellen Gesprächen der größten Wirtschaftsnationen der Welt zum Thema machen wollen. Selbst der amerikanische Finanzminister Henry Paulson ging darauf ein, wenn auch besänftigend. Er lobte Japan, in den vergangenen Monaten nicht mehr intervenierend am Devisenmarkt aufgetreten zu sein. Er verwies dabei auch auf die „schwierige konjunkturelle Situation“, in der sich Japan nach wie vor befinde.
Allerdings sollte wohl bedacht werden, dass Japan offensichtlich gar nicht intervenieren musste, um den Yen zu schwächen. Es genügte, den Leitzins tief und vor allem auch die Zinsdifferenz mit anderen Währungsräumen hoch zu halten. Fragt sich nur, ob diese Strategie gerechtfertigt ist. Denn das Land befindet sich schon seit Jahrzehnten in einer Liquiditätsfalle, in der tiefe Zinsen nichts bewirken können, außer dass sie möglicherweise wie in den achtziger Jahren wieder zu spekulativen Exzessen führen. Eine Diskussion darüber dürfte ihre Reize haben, deuten die Terminmärkte doch auf eine einseitige Positionierung der Märkte hin.
Euro-Yen: Kurzfristig hohe Volatilitäten
Auch wenn der Markt offensichtlich bisher nicht ernsthaft mit Maßnahmen gegen die Schwäche des Yen rechnet, scheinen zumindest kurzfristig entsprechende Positionen teilweise abgebaut zu werden. Das zeigt sich daran, dass Euro-Yen gewisse Konsolidierungssignale sendet und vor allem auch daran, dass die kurzfristige Volatilität hoch ist. Das macht zuammen mit der Zinsdifferenz sowohl spekulative als auch Absicherungsstrategien relativ teuer.
Gleichzeitig verdichten sich Anzeichen, dass China seine Währungspolitik deutlicher als bisher verändern könnte, nachdem der Yuan seit der Abkoppelung vom Dollar im Juli des Jahres 2005 um etwas mehr als sechs Prozent von 8,2785 auf zuletzt 7,7585 Yuan je Dollar aufgewertet hat. Die Aufwertungsbewegung hat sich schon in den vergangenen Monaten etwas beschleunigt.
Das dürfte damit zusammenhängen, dass die Währungsreserven des Landes in den vergangenen Jahren aufgrund der Handelsbilanzüberschüsse massiv zugenommen haben. Sie sorgen für inflationäre Probleme im Inland und für Ertragsprobleme bei Auslandsanlagen, die insbesondere auch vom schwächelnden Dollar ausgehen. Die Zentralbank könnte dazu gezwungen werden, restriktiver zu werden und die Überschussliquidität durch die Ausgabe von Anleihen abzuschöpfen. Das wäre kein gutes Zeichen für den Rentenmarkt des Landes.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |