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Devisenmarkt Euro ringt zum Dollar um den Ausbruch nach oben

13.05.2009 ·  Der Euro hat im Verhältnis zum Dollar in den vergangenen Tagen Boden gutgemacht. Europas Einheitswährung ist dadurch in charttechnisch spannendes Terrain vorgerückt. Bis zu einem technischen Kaufsignal fehlt jetzt nicht mehr viel.

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Der Euro ist am Mittwoch zeitweise auf den höchsten Stand seit Ende März gestiegen. Die europäische Gemeinschaftswährung erreichte am Morgen einen Spitzenkurs von 1,3722 Dollar. Im weiteren Handel rutschte der Euro aber wieder ab und notiert am frühen Nachmittag bei 1,3634 Dollar.

Doch der Dollar steht nicht nur zum Euro unter Druck, sondern gibt auf breiter Basis nach, wie der Dollarindex signalisiert, der auf ein zuletzt zu Jahresbeginn gültige Niveaus abgesackt ist. Der viel beachtete Investor Jim Rogers zieht aus den jüngsten Bewegungen sogar den Schluss, dass die Erholungsphase des Dollar vorüber ist und die Märkte letztlich sogar in eine Währungskrise einmünden werden.

Spannende Chartsituation

Händler erklären die Dollar-Schwäche mit einer steigenden Risikofreude der Anleger vor dem Hintergrund eines wachsenden Konjunkturoptimismus. In den vergangenen Handelstagen habe der „Risiko-Appetit“ der Anleger zugenommen, sagte ein japanischer Devisen-Experte. Das habe dem Kurs des Euro Auftrieb verliehen und den Dollar belastet. Außerdem kursierten Gerüchte, Amerika könnte mittelfristig sein Dreifach-A-Rating verlieren, falls es nicht bald gelingt, den stark wachsenden Schuldenberg des Staates einzudämmen.

Durch die jüngsten Kursgewinne ist die europäische Einheitswährung in sehr interessantes Chartterrain vorgedrungen. Denn im Tageshoch wurde das am 19. März markierten Zwischenhoch von 1,3736 Dollar, das in Reaktion auf die am Tag getroffene Fed-Entscheidung amerikanische Staatsanleihen zu kaufen zustande kam, nur knapp verfehlt.

Bald über 1,40 Dollar?

Nach dem bereits vollzogenen Bruch der bei 1,3454 Dollar verlaufenden 200-Tage-Durchschnittslinie stellt sich für die Analysten von HSBC Trinkaus die charttechnische Ausgangslage wie folgt dar: Im Fokus steht demnach nun der seit Juli 2008 bestehende Baissetrend bei 1,3607 Dollar.

Bei einem nachhaltigen Bruch dieser Trendlinie dürfte nach Einschätzung von HSBC das Märzhoch bei 1,3742 Dollar oder die Widerstandszone aus diversen Hoch- und Tiefpunkten bei rund 1,38 Dollar nur eine Durchgangsstation auf dem Weg nach Norden darstellen. Mittelfristig seien im Erfolgsfall sogar die Hochs vom Dezember 2008 bei 1,4368 Dollar oder 1,4723 Dollar erreichbar. Deutlich eintrüben würde sich das Chartbild dagegen wieder bei Kursen von unter 1,33 Dollar.

Dollar und Euro haben Schwächen

Charttechnisch gesehen ist damit die Situation relativ einfach. Gelingt dem Euro der nachhaltige Sprung über den seit Juli 2008 bestehenden Abwärtstrend, steht die Kursampel auf grün. Im Erfolgsfall winken dann laut HSBC zeitnah Notierungen jenseits der Marke von 1,40 Dollar.

Noch ist der Ausbruch nach oben allerdings noch nicht nachhaltig vollzogen. Und ob das gelingt, hängt im wesentlichen davon ab, wie sich die Aktienmärkte in den kommenden Tagen entwickeln. Steigen die Kurse weiter und nimmt die Risikoaversion weiter ab, dürfte dies im Umkehrschluss den Dollar belasten. Sollte die Risikobereitschaft dagegen wieder sinken, dürfte dem Euro ein Ausbruch nach oben zunächst schwer fallen.

Zu bedenken ist auch, dass nicht nur der Dollar Schwäche zeigt, sondern auch der Euro nicht frei von Risiken ist. So sorgten sich die Marktakteure in den vergangenen Monaten schon des Öfteren um die Zahlungsfähigkeit einzelner Euro-Länder. Mitunter wurde sogar diskutiert, wie hoch die Gefahr eines Auseinanderbrechen der Währungsunion ist. Die Entwicklung der Parität Euro-Dollar gleicht folglich derzeit dem Wettstreit zwischen einem Blinden und einem Tauben. Fundamental gesehen hat streng genommen keine der beiden Währungen höhere Kurse verdient.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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