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Devisenmarkt Dollar-Yen tendiert wieder nach unten

31.07.2006 ·  Hatte der Yen gegen den Dollar nach einer japanischen Zinserhöhung zunächst seinen Abwertungstrend fortgesetzt, so hat der Dollar-Yen-Kurs inzwischen nach unten gedreht. Vieles spricht für einen stärkeren Yen.

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In den vergangenen Tagen sah es zunächst so aus, als ob die Finanzmärkte irrational auf die Veränderung fundamentaler Daten reagieren würden. So hatte der japanische Yen gegen den Dollar zunächst seinen im Mai etablierten kurzfristigen Abwertungstrend fortgesetzt, obwohl die japanische Zentralbank das erste Mal seit sechs Jahren den Leitzins angehoben hatte.

Waren am 16. Mai 110 Yen nötig gewesen, um einen Dollar erwerben zu können, so stieg der Kurs auf bis zu 117,54 Yen je Dollar am 18. Juli. Inzwischen wurde dieser Trend allerdings wieder durchbrochen. Am Montag sind nur noch 114,26 Yen nötig, um einen Dollar zu kaufen. Auch gegen den Euro hat die japanische Währung in den vergangenen drei Tagen auf zuletzt 146 Yen je Euro zugelegt, nachdem noch am Donnerstag ein Allzeithoch von 148,06 Yen je Euro erreicht worden war.

Konjunktur: Amerika flaut ab - Japan zeigt sich dynamischer

Dafür gibt es verschiedene Gründe. Auf der einen Seite zeigt die amerikanische Konjunktur Schwächezeichen und läßt aus diesem Grund die Vermutung aufkommen, die Zentralbank des Landes werde den laufenden Zinserhöhungszyklus bald abschließen und zumindest eine Pause einlegen, obwohl die Preise im Land eine gewisse Dynamik nach oben zeigen. Damit verlöre das Zinsargument an Dynamik, dabei hat gerade es in den vergangenen Monaten den Dollar stabilisiert, obwohl diese Stabilisierung aus strukturellen Gründen wie dem Budget- und Leistungsbilanzdefizit, der geringen Sparquote, zunehmenden Belastungen der Renten- und Krankenversicherungssysteme sowie Diversifikationsbestrebungen der Dollar-Überschußländer auf Skepsis stößt.

Auf der anderen Seite scheint sich die Konjunktur in Japan relativ dynamisch zu entwickeln. Das zeigt sich an einem am Montag vorgelegten Bericht der japanischen Regierung, nach dem die Wirtschaft im Juni saisonbereinigt auf Jahresbasis um 1,9 Prozent gewachsen ist. Das ist deutlich mehr, als der Markt erwartet hatte. So dürfte es kaum verwundern, daß sich im Markt die Erwartung wieder aufbaut, die japanische Zentralbank könnte den Leitzins weiter erhöhen, möglicherweise mit einem weiteren Zinsschritt noch im laufenden Jahr. Die Analysten von Calyon beispielsweise schließen eine Zinserhöhung pro Quartal nicht aus.

Auf diese Weise würde sich die Zinsdifferenz zwischen Amerika und Japan nicht nur nicht weiter vergrößern, sondern möglicherweise sogar schrumpfen. Gleichzeitig machte der Internationale Währungsfonds wieder einmal darauf aufmerksam, daß der Dollar 15 bis 35 Prozent überbewertet und ein kooperativer Abbau der makroökonomischen Ungleichgewichte nötig sei.

Dollar überbewertet - asiatische Währungen sind unterbewertet

Eine Abwertung des Dollars würde aufgrund der Handelströme eine Aufwertung der asiatischen Währungen bedingen. Sie sind gemessen an Zins- oder Kaufkraftparitäten deutlich unterbewertet, allen voran der chinesische Yuan. Inzwischen gibt es Anzeichen, daß China selbst an einer rascheren Aufwertung der eigenen Währung interessiert sein könnte, um die boomende Wirtschaft im eigenen Lande abzukühlen. Denn administrative Maßnahmen wie Leitzins- oder Erhöhungen der Mindestreserven scheinen bislang nicht wirksam genug gewesen zu sein. Immerhin hat die Währung des Landes am Montag mit 7,969 Yuan je Dollar den höchsten Wert oder kursmäßig den tiefsten Stand seit Jahren erreicht.

Eine Aufwertung des Yuan würde japanische Waren für chinesische Kunden günstiger werden lassen und auf diese Weise die Nachfrage erhöhen. Das könnte die japanische Konjunktur beflügeln und sie gleichzeitig weniger abhängig von Exporten nach Europa und Amerika machen. So hätte der Yen auch von dieser Seite einen gewissen Aufwertungsspielraum.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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