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Devisenmarkt Dollar-Yen-Kurs auf 15 Jahrestief

 ·  Die jüngsten Interventionen der japanischen Zentralbank haben kaum genutzt, der Yen wertet wieder auf. Er nähert sich zum Dollar dem Allzeithoch, unter anderem weil China japanische Wertpapiere kauft. Langfristig sind die Perspektiven schwach.

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Der intensiver werdende Währungskrieg bringt den Yen nahe an sein Allzeithoch, das er gegen den Dollar im März des Jahres 1995 erreicht hatte. Selbst die über dem Markt lastende Interventionsdrohung und ein technisch überkaufter Markt hält die Anleger nicht davon ab, auf eine weitere Aufwertung der japanischen Währung zu setzen.

Sie lassen sich dazu verleiten, nachdem sich selbst die massive Intervention der japanischen Zentralbank am 15. September sich inzwischen als günstige Kaufgelegenheit herausgestellt hat. Hatte sie den Wechselkurs durch massive Dollarkäufe zunächst von 82,90 Yen je Dollar auf bis zu knapp 86 Yen je Dollar steigen lassen, so liegt er inzwischen nach Aufwertung von 4,4 Prozent sogar unter dem damaligen Niveau.

Der Yen ist so stark wie schon lange nicht mehr

Das bisherige Kurstief lag am Donnerstag bei 82,25 Yen je Dollar. So wenige Einheiten der japanischen Währung waren zuletzt vor 15 Jahren nötig, um eine Einheit der amerikanischen Währung erwerben zu können. Das heißt, der Yen ist so stark wie schon lange nicht mehr.

Seit Anfang Juni hat der Yen gegen den amerikanischen Dollar um knapp 12 Prozent aufwertet. Gegen andere Währung hat er dagegen in dieser Periode an Wert verloren. Gegen den Euro 4,6 Prozent und gegen den Schweizer Franken, den australischen Dollar sowie gegen die schwedische Krone sogar mehr als sieben Prozent.

Diese Entwicklung bestätigt Überlegungen, nach welchen China seine im Außenhandel erzielten Währungsüberschüsse zunehmend in andere Währungen als in den Dollar diversifiziert. Diese Strategie führt dazu, dass China seine Währung zwar gegen den Dollar unilateral aufwerten lassen kann, jedoch seinen effektiven Wechselkurs tief hält. Auf diese Weise spüren Staaten in Europa und Asien die Abwertungspolitik der Vereinigten Staaten deutlich, während China seinen Wechselkurs gegen ihre tief hält.

Kurzfristig dürften Marktteilnehmer die Tatsache ausnutzen, dass die Wahrscheinlichkeit für Interventionen vor dem am Wochenende anstehenden Treffen des Internationalen Währungsfonds vergleichsweise gering ist. Schließlich möchte sich das Land nicht ohne weiteres in dem von Diskussion über einen „Abwertungskrieg“ ohnehin schon erhitzten Klima mutwillig Manipulationsvorwürfen aussetzen.

Mittelfristig mag der Yen weiter aufwerten - langfristig sieht es schlecht aus

Mittelfristig spielen andere Faktoren eine Rolle. Devisenstratege Eishi Wakabayashi von Wakabayashi FX Associates in Tokio geht zum Beispiel davon aus, dass der Dollar bis Februar des Jahres 2012 auf 74 Yen fällt. Zur Begründung verweist er auf eine „Panik“, die das sich ausweitende amerikanische Haushaltsdefizit hervorrufen werde. Als Folge sei mit steigenden Renditen bei den amerikanischen Staatsanleihen und einem schwächeren Dollar zu rechnen. „Die Vereinigten Staaten dürften ab Oktober kommenden Jahres die Erfahrung ihrer eigenen Version einer Staatsschuldenpanik machen“, sagte Wakabayashi. Im kommenden Monat sieht der Devisenstratege den Kurs des Dollar auf 81 Yen fallen. Dazu mögen die anhaltende Substitution von Yen-Carry-Trades durch andere Währungen sowie eine gewisse Tendenz, japanische Gelder aus dem Ausland zu repatriieren, beitragen.

Schließlich sehen die Perspektiven für den Yen langfristig nicht gut aus. Denn das Land verzeichnet nicht nur eine verhaltene wirtschaftliche Entwicklung, sondern es ist stark verschuldet und ist mit einer rasch alternden Bevölkerung sowie mit einer deutlich sinkenden Sparquote konfrontiert. Es wird bald nicht mehr in der Lage sein, seine enormen Staatsschulden mit vergleichsweise kurzen Restlaufzeiten alleine im Binnenmarkt zu refinanzieren. Das Ausland jedoch wird angesichts der Finanzsituation kaum als Gläubiger einspringen. Spätestens dann wird der Kurs des Yen mit großer Wahrscheinlichkeit unter Druck geraten.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

Quelle: @cri
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