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Devisenmarkt Dollar profitiert von allgemeinem Korrekturmodus

08.06.2009 ·  Die europäischen Finanzmärkte befinden sich am Montag im Korrekturmodus: Die Börsen korrigieren, an den Energie- und Rohstoffmärkten kommt es nach dem Preisauftrieb der vergangenen Wochen zu Rückschlägen - und der Dollar erholt sich etwas.

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Die europäischen Finanzmärkte befinden sich am Montag im Korrekturmodus: Die Börsen korrigieren, an den Energie- und Rohstoffmärkten kommt es nach dem Preisauftrieb der vergangenen Wochen zu deutlichen Rückschlägen - und der Dollar erholt sich auf breiter Front gegen beinahe alle Währungen weltweit.

Gegen die Währungen Neuseelands und Australiens legt er etwas mehr als zwei Prozent zu, gegen die schwedische und die norwegische Krone mehr als 1,5 Prozent und gegen den Schweizer Franken, das britische Pfund und gegen den Euro etwas mehr als ein Prozent. Nach 1,4340 Dollar in der vergangenen Woche sind inzwischen noch 1,3844 Dollar nötig, um eine Einheit der europäischen Einheitswährung erwerben zu können.

Seltsame Argumente für eine Dollarerholung

Schnell wurden und werden von den Agenturen alle möglichen Begründungen herumgereicht, wieso der Dollar sich erholt. Die exotischste lautet: Marktteilnehmer spekulierten darauf, die amerikanische Zentralbank werde die Zinsen aufgrund des „guten Arbeitsmarktberichts“ viel früher anheben, als bisher erwartet werde. Dabei war der Bericht nicht gut, sondern er zeigte, dass in den Vereinigten Staaten weiterhin auf breiter Front Stellen abgebaut werden: Die Arbeitslosenquote befindet sich auf dem höchsten Stand seit 25 Jahren, die Anzahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist sehr groß und die Anzahl der Personen ohne Beschäftigung stieg im Mai um 787.000 auf 14,5 Millionen.

Seit Beginn der Rezession im Dezember des Jahres 2007 hat sich ihre Anzahl praktisch verdoppelt, während die Arbeitslosenquote um 4,5 Prozentpunkte gestiegen ist. Besorgniserregend ist der anhaltende Abbau von Arbeitsplätzen im Produktionsbereich, während sich die Entwicklung im Service- und Baubereich langsam zu stabilisieren scheint. Die amerikanische Zentralbank hat bisher immer wieder betont, den Leitzins auf unbestimmte Zeit tief halten zu wollen, bis es robuste Anzeichen auf eine wirtschaftliche Erholung gebe. Die hat es bisher nicht gegeben.

Allerdings scheint es zu einer allgemeinen Korrektur der in den vergangenen Wochen aufgebauten, spekulativen Positionen zu kommen. Davon profitiert der Dollar ebenso wie von der Nachricht, dass die Ratingagentur S&P die Kreditwürdigkeit von Irland zum zweiten Mal in diesem Jahr gesenkt hat, nun von AA+ auf AA. Der weitere Ausblick sei negativ, heißt es weiter. Die Kosten, die die Regierung auf sich nehmen müsse, um die Banken des Landes zu stützen, würden mit 25 Milliarden Euro wesentlich höher ausfallen, als die bisher erwarten 15 bis 20 Milliarden, erklärte David Beers von S&P.

Dollar: Etwas Erholungspotenzial aus technischen Gründen

Daraufhin sind die Kosten für die Versicherung gegen einen Kreditausfall des irischen Staates leicht angestiegen, nachdem sie schon in den vergangenen Wochen nach oben gelaufen waren. Die Renditedifferenz zwischen deutschen und irischen Staatsanleihen weitete sich ebenfalls aus auf etwas mehr als zwei Prozentpunkte: Irische Staatsanleihen mit einer Restlaufzeit von zehn Jahren haben eine Rendite von 5,714 Prozent, deutsche dagegen rentieren mit 3,692 Prozent. Im März, einem der Höhepunkte der Kreditkrise, hatte diese Zinsdifferenz knapp drei Prozent betragen. Die Bedenken über die irische Bonität mögen zwar groß sein, aber die Lage sei nicht mit jener Islands zu vergleichen, erklären Analysten. In diesem Sinne sind aus solchen Nachrichten abgeleitete Verkaufsargumente gegen den Euro mit entsprechender Vorsicht zu genießen.

Insgesamt dürfte der Dollar aus technischen Gründen zumindest kurzfristig leicht von der laufenden Bereinigung spekulativer Positionen und fallenden Importen der Vereinigten Staaten profitieren können. Deutlicheres Aufwertungspotenzial hätte er allerdings nur, wenn sich die Krise wieder verstärkte. Das ist im Moment nicht absehbar, wenn auch nicht völlig ausgeschlossen. Immerhin steht im kommenden Jahr in den Vereingten Staaten eine weitere große Welle an zu refinanzierenden Hypotheken an.

Gegen den Yen dagegen wird die amerikanische Währung eindeutig von den Zinsdifferenzen getrieben. Nachdem die Renditen amerikanischer Staatsanleihen gestiegen sind, scheint der Yen gegen den Dollar weiter nachgeben zu können.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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