27.08.2004 · Nach einer in diesem Jahr lange Zeit guten Vorstellung hat die tschechische Krone gegenüber dem Euro zuletzt ihren Aufwärtstrend aufgeben müssen. Daran scheint auch die neueste Zinserhöhung nichts zu ändern.
Dank eines guten Laufs war es der tschechischen Krone im ersten Halbjahr 2004 gelungen, den zu ihren Lasten gegenüber dem Euro bestehenden Abwärtstrend zu überwinden. nachdem man in der Spitze Ende Januar für einen Euro 33,32 Kronen hinblättern mußte, verbesserte sich die Notiz danach in der Spitze bis auf 31,18 Kronen.
Doch inzwischen hat sich die tschechische Krone wieder bis auf 31,83 Kronen verbilligt und diese Bewegung hat ausreicht, um den zuvor ausgebildeten Aufwärtstrend wieder zu verlassen. Daran konnte bisher auch eine am Donnerstag beschlossene Zinserhöhung der tschechischen Notenbank nichts ändern. Auf die Entscheidung, den Leitzins nach der damals noch etwas überraschenden ersten Zinserhöhung vom Juni um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent anzuheben, reagierte die Krone zunächst sogar mit Verlusten.
Stärkeres Wachstum als im EU-Durchschnitt
Da die Zinsmaßnahme aber nicht überraschend kam, sondern vielmehr exakt den Erwartungen entsprach, gehen Devisenexperten jetzt davon aus, daß dieser Schritt in den Kursen eskomptiert ist. Nun könne sich der Markt wieder auf die anderen Rahmendaten konzentrieren, heißt es. Das Dumme daran ist nur, daß das Umfeld kein einheitliches Bild abgibt.
So kann die Krone eine höheres Wirtschaftswachstum als im EU-Schnitt auf der Habenseite verbuchen. Konkret rechnet die Notenbank derzeit mit einem Plus beim Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Jahr 2004 zwischen 3,6 und 4,0 Prozent und im Jahr 2005 zwischen 3,5 und 4,9 Prozent. Hinzu kommen natürlich die steigenden Direktinvestitionen aus dem Ausland sowie die Aussicht auf weitere Zinserhöhungen, was die tschechischen Staatsanleihen attraktiver machen würde.
Das Defizit und die Politik machen Sorgen
Negativ sind dagegen die mit zuletzt etwas mehr als drei Prozent angesprungene Inflation zu werten und das in diesem Jahr mit vermutlich 6,3 Prozent deutlich über der im Stabilitätspakt festgelegten Größe von drei Prozent liegende Haushaltsdefizit. Als Bürde erweist sich auch immer wieder die Politik. Warum von dieser Seite Störfeuer ausgehen, hat mit einer nur knappen Mehrheit der sozial-liberalen Koalitionsregierung des neuen Ministerpräsidenten Stanislav Gross gegenüber der Opposition zu tun. Denn durch diesen Umstand werden vermutlich wichtige Aufgaben, wie drastische Einsparungen im Staatshaushalt oder eine durchgreifende Rentenreform bis auf die Zeit nach den nächsten Wahlen nach hinten verschoben.
Was die Ausgangslage für die Krone angeht, ergibt sich somit eine gewisse Pattsituation. Was für die mitunter sprunghaft agierenden Akteure an den Devisenmärkten letztlich schwerer wiegt, läßt sich dabei jetzt noch nicht abschließend sagen. Beim Blick auf den Chart läßt sich nur vermuten, daß die Krone zu kämpfen haben wird, um zur guten Form des ersten Halbjahres zurückzufinden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |