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Devisenmarkt Die Schweizer Zentralbank wird getestet

18.03.2010 ·  Der Schweizer Franken erreichte am Donnerstag beinahe einen neuen Kursrekord gegen den Euro. Das Tagestief lag mit 1,4458 Franken je Euro nur hauchdünn über den Rekordnotierungen des Jahres 2001.

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Der Schweizer Franken hat seit Ende des vergangenen Jahres gegen den Euro deutlich aufgewertet. Nach 1,51 Franken sind inzwischen im professionellen Devisenhandel noch 1,4460 Franken nötig, um eine Einheit der europäischen Einheitswährung kaufen zu können.

Die Schweizer Währung erreicht im Rahmen der Konsolidierung des Euros ihre größte Stärke seit September des Jahres 2001. Damals lag das Kurstief bei 1,4453 Franken.

Wo liegt die „Schmerzgrenze“ der Zentralbank?

Diese Kursentwicklung ist nach Ansicht von Marktteilnehmern und Analysten auf den Versuch des Marktes zurückzuführen, die Schmerzgrenze der Schweizer Währungshüter herauszufinden. Nachdem der Franken schon im Rahmen der Wirtschafts- und Finanzkrise deutlich aufwertete, hat die Schweizer Nationalbank immer wieder dagegen interveniert. Im vergangenen Jahr hielt sie den Wechselkurs mit strategischen Käufen über der Marke von 1,5 Franken je Euro.

Auf diese Weise wollte sie eine zu starke Aufwertung verhindern, die wiederum die Wettbewerbsfähigkeit der Exportindustrie des Landes beeinträchtigen würde. In den vergangenen Wochen hat sich das Bild allerdings verändert. Nachdem diese Industrie von den Konjunkturstützungsmaßnahmen weltweit zu profitieren und sich vergleichsweise robust zu entwickeln scheint, hat die Schweizer Zentralbank ihre „interventionistische Haltung“ etwas abgeschwächt.

Das verleitete die Märkte aufgrund der traditionellen Überschüsse im Außenhandel der Schweiz und zusammen mit dem latent weiterhin vorhandenen Hang zum Abbau riskanter Positionen, die in den vergangenen Jahren unter anderem von den Schweizer Großbanken mit günstigen Franken finanziert wurden, auf steigende Frankenkurse zu setzen. Die Marktteilnehmer wollen im Rahmen zudem aufgekommener Zinserhöhungserwartungen sehen, wo die Schmerzgrenze der Schweizer Nationalbank nun liegt.

Technisch ist der Franken überverkauft

Angesichts der Historie werden sie sich vorsichtig verhalten, auch wenn die Schweizer Zentralbank die starke Währung zumindest kurzfristig tolerieren mag. Denn sie wirkt der expansiven Geldpolitik entgegen und bremst über die Importschiene inflationäre Risiken. Technisch deuten nach einer Analyse von HSBC Trinkaus verschiedene Oszillatoren, unter anderem der RSI und die Stochastik - auf einen überverkauften Zustand hin. Auch aus diesem Grund dürfte das weitere Abwärtspotential des Euro auf das angeführte Allzeittief limitiert sein. Spätestens auf dieser Basis dürfte der jüngste Verkaufsdruck abebben, heißt es.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

Quelle: @cri
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