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Devisenmarkt Die schwedische Krone verliert seit Jahrzehnten an Wert

06.02.2009 ·  Seit einigen Wochen demonstriert die Krone Stärke gegenüber dem Euro. Und Analysten halten zunächst weitere Kursgewinne für möglich. Langfristig ist aber ein sehr beständiger Abwärtstrend zu Lasten der schwedischen Landeswährung zu konstatieren.

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Relativ stark präsentiert sich seit einigen Wochen die schwedische Krone. Gegenüber dem Euro hat sie bei einer aktuellen Notiz von 10,5337 Kronen seit dem 26. Dezember gut sechs Prozent an Wert gewonnen.

Allerdings ist die Entwicklung vor dem Hintergrund zu sehen, dass Schwedens Landeswährung zuvor enorm an Wert verloren hatte. Von Ende August bis zum Rekordtief am 26. Dezember hat sie gegenüber der europäischen Einheitswährung rund 19 Prozent verloren.

Auch sehr langfristig betrachtet hat sich die Krone alles andere als stabil entwickelt. Auf handelsgewichteter Basis hat sie vielmehr seit Anfang der 70er Jahre beständig an Wert verloren (siehe Grafik).

Negative Terms of Trade belasten

Die Gründe für diesen stetigen Abstieg erschließen sich nicht sofort. Hat die schwedische Wirtschaft doch in dieser Zeit eine relativ gute Entwicklung genommen. So belief sich das Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt in den vergangenen 15 Jahren auf durchschnittlich drei Prozent im Jahr. Hinzu kommt als weiterer Pluspunkt ein hoher Leistungsbilanzüberschuss, der im Vorjahr acht Prozent gemessen am Bruttoinlandsprodukt betrug.

Beim Versuch, die Kursschwäche zu erklären, verweisen die Analysten bei Goldman Sachs auf die Terms of Trade, die sich stetig zu Lasten Schwedens verändern, weil die Preise der Importgüter (eingeführt werden vor allem Rohstoffe) schneller als die der Exportgüter (ausgeführt werden viele Hochtechnologieprodukte und Dienstleistungen) steigen. Außerdem sei in der Vergangenheit eine hohe Korrelation mit der Risikobereitschaft der Anleger zu beobachten gewesen. Das heißt, bei steigender Risikoaversion fällt die Krone tendenziell und umgekehrt.

Für 2009 beurteilen Analysten die Aussichten für eine steigende Krone aber als relativ gut. Insbesondere dann, wenn die Risikobereitschaft der Marktteilnehmer wieder zunehmen sollte. Modellrechnungen von Goldman Sachs zufolge ist die Krone derzeit handelsgewichtet um rund zehn Prozent unterbewertet. Und auch die Analysten bei der Hessischen Landesbank sehen die Krone in 2009 zum Euro wieder in Richtung 10 Kronen je Euro steigen.

Erholungschance, aber langfristiger Abwärtstrend intakt

Das Zinsniveau dürfte bei der Kursentwicklung derzeit eher eine untergeordnete Rolle spielen, denn nachdem die schwedischen Leitzinsen seit September von 4,75 Prozent auf aktuell 2 Prozent gesenkt wurden, dürften sie sich in den kommenden Monaten ähnlich wie die EZB-Zinsen bewegen. Allerdings wird sich zeigen müssen, wie sehr sich die Konjunktur abkühlt. So hält es die Hessische Landesbank für möglich, dass die Wirtschaft in diesem Jahr um 1,5 Prozent schrumpft, nachdem vermutlich bereits im Jahr 2008 nur ein geringes Plus von 0,6 Prozent erzielt wurde.

Einiges wird auch davon abhängen, wie es mit der Kredit- und damit der Bankenkrise weitergeht. Denn die Schweden-Krone stand Ende 2008 wahrscheinlich auch wegen des hohen Engagements der lokalen Banken im derzeit krisengeplagten Baltikum unter Druck.

Bei Goldman Sachs hält man dieses Engagement aber nicht für existenzgefährdet. Selbst im schlimmsten Fall dürften die Kreditverluste nicht auf mehr als fünf Prozent gemessen am Bruttoinlandsprodukt steigen. Und bei einem im Vorjahr verbuchten Haushaltsüberschuss von 2,3 Prozent und einer moderaten Verschuldungsquote von 35 Prozent, jeweils gemessen am Bruttoinlandsprodukt, wird dies als verkraftbar bezeichnet.

Auch wegen dieser Annahme wird der Krone in diesem Jahr Erholungspotenzial zugebilligt. Auch wegen der erwähnten strukturellen Nachteile wäre es aber mehr als überraschend, wenn sich am stetigen langfristigen Abwertungsprozess etwas ändern sollte.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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