20.08.2004 · Was die absoluten Kursveränderungen angeht, hat sich am Devisenmarkt zuletzt wenig getan. Begleitet von eher enttäuschenden Konjunkturzahlen aus Amerika hat sich die Situation für den Dollar aber dennoch zugespitzt.
Auf den ersten Blick ist an den Devisenmärkten in den vergangenen Wochen nicht viel passiert. Der Euro bewegt sich zum Dollar mit Kursen von 1,2370 Dollar in Regionen, die auch schon im Dezember 2003 ihre Gültigkeit hatten.
Doch wer sich etwas näher mit den Charts beschäftigt, wird auch bemerken, daß sich die Lage zuletzt wieder zu Lasten des Dollar eingetrübt hat. Viel fehlt nicht mehr, und der Euro generiert ein charttechnisches Kaufsignal. Das wäre der Fall bei Kursen von über 1,2454 Dollar, also dem Zwischenhoch vom 16. Juli, das gleichbedeutend mit dem höchsten Stand seit Februar war.
Warten auf die nächsten Arbeitsmarktzahlen
Beim Sprung über die genannte Marke dürfte mittelfristig das bisherige Rekordhoch im Bereich von 1,2855 Dollar das Ziel sein. Mit großer Wahrscheinlichkeit fällig wäre eine derartige Entwicklung bei weiterhin eher enttäuschenden Konjunkturzahlen aus Amerika. Tendenziell war dies zuletzt schon der Fall, wobei vor allem der deutlich schlechter als erwartet ausgefallene Arbeitsmarktbericht für Juli die Stimmung mit Blick auf den Dollar eintrübte.
Vor diesem Hintergrund warten die Marktteilnehmer schon jetzt mit Spannung auf den 3. September, den Tag also, an dem die Arbeitsmarktzahlen für August vorgelegt werden. Denn wenn diese Daten erneut enttäuschen sollten, steigt natürlich die Gefahr auf eine entscheidende Kursbewegung.
Zumal sich dann auch die Erwartungen in Richtung weitere Zinserhöhungen durch die amerikanische Notenbank zurückbilden dürften. Genau die Aussicht auf kontinuierlich steigende Zinsen in Amerika waren aber der Auslöser dafür, warum sich der Dollar phasenweise wieder berappeln konnte. „Wenn die Erwartung weiterer Zinserhöhungen abnimmt, dann ist das schlecht für den Dollar“, erklärte Harvinder Kalirai, Chef des Markt-Research bei der State Street Corp..
Der große Pessimismus kann für den Dollar zu seiner besten Stütze werden
Als Stütze für den Dollar könnte sich aber genau die wieder pessimistisch gewordene Haltung vieler Marktteilnehmer der amerikanischen Währung gegenüber erweisen. Denn die Erwartungshaltung ist inzwischen bereits ziemlich gesunken, was im Falle positiver Überraschungen zugunsten des Dollar viele Anleger zu einem Umdenken zwingen würde. Derzeit überwiegen jedenfalls die Euro-Long-Positionen, die bei einer anders als erwartet ausfallenden Entwicklung zumindest teilweise aufgelöst werden müßten.
Die Situation ist somit spannender als es der seit länger vorherrschende Seitwärtstrend suggeriert. Zumindest scheint es nicht ausgeschlossen, daß es demnächst doch wieder einmal zu einer größeren Kursbewegung kommt. Dabei spricht momentan vieles eher für eine Entwicklung gegen den Dollar, zumal sich das riesige amerikanische Handelsbilanzdefizit als große Bürde erweist. Aber wie erwähnt, darf man den „Greenback“ auch nicht ganz abschreiben, und zwar deshalb, weil genau das bereits die meisten Marktteilnehmer machen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |