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Devisenmarkt Die Erholungsrally dauert an

27.05.2009 ·  Trotz Wirtschafts- und Finanzkrise laufen nicht nur die Aktienkurse nach oben. Auch am Devisenmarkt ist eine Erholungsrally in vollem Gang. Die Währungen verschiedener Schwellen-, Rohstoff- und Exportstaaten werten auf.

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Ungeachtet der nach wie vor bestehenden Wirtschafts- und Finanzrisiken laufen nicht nur die Aktienkurse beinahe weltweit nach oben, sondern auch am Devisenmarkt ist eine Erholungsrally in vollem Gang.

Der Dollar befindet sich nach einer Erholung aufgrund der vorübergehender Knappheit im zentralen Zeitraum der Liquiditätskrise seit Anfang März wieder in der Defensive. Gegen einzelne Währungen hat er in den vergangenen Wochen bis zu 22 Prozent seines Wertes verloren.

Währungen verschiedener Schwellen-, Rohstoff- und Exportstaaten auf Erholungskurs

Dagegen holten die Währungen verschiedener Schwellen-, Rohstoff- und Exportstaaten nach massiven Abwertungen in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres wieder deutlich auf. Der australische, kanadische und neuseeländische Dollar, der südafrikanische Rand, der brasilianische Real, die türkische Lira, der polnische Zloty, der russische Rubel, der ungarische Forint und nicht zuletzt auch der südkoreanische Won konnten gegen den Dollar Kursgewinne zwischen 14 und knapp 27 Prozent verzeichnen.

Auf diese Weise zeigen sich sowohl die Wetten auf die globale wirtschaftliche Erholung, die von der erhofften Wirkung extrem lockerer Geld- und sehr expansiver Fiskalpolitiken ausgehen, obwohl die Grundprobleme in Form dramatischer Überkapazitäten in vielen Branchen, ungelöster Struktur- und Bonitätsprobleme im Finanzsektor, deflationärer Impulse in vielen Immobilienmärkten sowie der starken Verschuldung vieler Konsumenten, Unternehmen und Staaten nicht gelöst sind.

Am Devisenmarkt wurde in den vergangenen Wochen mit abnehmenden Volatilitäten und der Erwartung, dass die Geld- und Fiskalpolitiken über längere Zeit locker bleiben werden, die so erfolgreichen spekulativen Strategien der Jahre 2003 bis 2008 wiederbelebt. Allerdings hat sich die Struktur der so genannten Carry Trades etwas verändert. Im Gegensatz zu früher scheinen nicht mehr nur die „traditionellen Tiefzinswährungen“ Schweizer Franken und Yen zu den bevorzugten Refinanzierungswährungen zu gehören, sondern auch der amerikanische Dollar. Immerhin ist die Geldpolitik in den Vereinigten Staaten inzwischen noch lockerer geworden als die der Schweiz und Japans.

Wetten auf steigende Rohstoffpreise, bis die Inflationsraten wieder anziehen

Die amerikanische Geldpolitik und vor allem auch die stark zunehmende Verschuldung der Vereinigten Staaten lässt viele Anleger kritisch auf den Dollar blicken. Das kann dazu beitragen, dass sie ungeachtet der Angebots- und Nachfragesituation wieder auf steigende Preise für Energie- und Rohstoffe wetten. Immerhin hat sich der Ölpreis seit Dezember des vergangenen Jahres wieder knapp verdoppelt, und die Preise für Industriemetalle sind stark gestiegen. Diese Entwicklung dürfte die wirtschaftliche Entwicklung der rohstoffreichen Staaten mittelfristig beflügeln und den Kauf von Aktien aus der entsprechenden Region nachträglich als richtig bestätigen.

Allerdings ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich die negativen Konsequenzen bemerkbar machen werden: Teurere Rohstoffpreise werden sich zeitverschoben nach dem Auslaufen dämpfender Basiseffekte in Form steigender Inflationsraten bemerkbar machen. Hohe Energie- und Rohstoffpreise werden nicht nur die Gewinnmargen vieler Unternehmen belasten, sondern indirekt zusammen mit den hohen Angebot an Anleihen zu steigenden Zinsen führen und die technische Erholungsrally an den Börsen belasten. Spätestens dann dürfte es auch bei den nun boomenden Währungen wieder zu Rückschlägen kommen. Erfahrene Anleger sichern ihre Devisenrisiken aus diesem Grund taktisch ab.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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