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Devisenmarkt Devisen-Carry-Erträge werden volatiler

31.05.2010 ·  Während es sich in den Jahren 1998 bis Anfang 2007 für Anleger eindeutig lohnte, tief verzinsliche Währungen gegen so genannte „Carry Währungen“ mit hohen Zinsen zu verkaufen, ist der zuvor stetige Ertrag volatiler geworden.

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Während es sich in den Jahren 1998 bis Anfang 2007 für Anleger eindeutig lohnte, tief verzinsliche Währungen gegen so genannte „Carry Währungen“ mit hohen Zinsen zu verkaufen, so sind die erzielbaren Erträge in den vergangenen Monaten der Turbulenzen volatil geworden.

Gerade in Phasen, in welchen die Anleger risikoavers werden, führt die Strategie regelmäßig zu massiven Kursverlusten. So gab ein Währungsindex von Goldman Sachs, der sich im Moment aus australischem Dollar, ungarischem Forint, brasilianischem Real, indonesischer Rupie, türkischer Lira und südafrikanischem Rand gegen Schweizer Franken, chilenischen Peso, japanischen Yen, Taiwan-Dollar, schwedische Krone und Euro zusammensetzt, in der Krise bis zu zehn Prozent nach.

Abnehmende Dynamik - hohe Volatilität

Danach hat er sich im Rahmen des zwischenzeitlich wieder aufgekommenen Konjunkturoptimismus und Risikoappetits zwar wieder deutlich erholt. Allerdings hat die Dynamik abgenommen und die Entwicklung ist zuletzt sehr volatil geworden. Das lag unter anderem daran, dass im Mai Währungen wie der der ungarische Forint, der australische Dollar, der südafrikanische Rand und nicht zuletzt auch der brasilianische Real gegen den amerikanischen Dollar zwischen 3,8 und knapp zehn Prozent ihrer Werte verloren, während sie eigentlich Kursgewinne hätten bringen sollen.

Dagegen war der Yen eindeutig die stärkste Währung des Monats. Er legte sogar gegen den sich weiter erholenden amerikanischen Dollar knapp drei Prozent zu. Er ist in Krisenzeiten einerseits deswegen gefragt, weil Anleger ihre in Yen finanzierten Risikopositionen reduzieren. Auf der anderen Seite neigen japanische Anleger, die ihre Mittel im Ausland investiert haben, in einem Umfeld mit niedrigen Zinsdifferenzen und steilen Zinskurven zur Währungssicherung ihrer Positionen und damit indirekt zum Kauf von Yen.

Nachlassender Euro verändert das Umfeld

Politische Gründe tragen am Montag neben einer Konsolidierung dieser Bewegung dazu bei, dass der Kurs des Yen am Montag leicht unter Druck gerät. Denn die Sozialdemokraten Japans haben die Koalitionsregierung verlassen, während Umfragen auf eine Mehrheit unter Japans Wählern hinweisen, die einen Rücktritt von Premierminister Yukio Hatoyama fordern. Das heißt, Japan hat im Moment der Krise eine schwache politische Führung.

In Phasen aufkommenden Optimismus mag die Carry-Trade-Strategie immer wieder positive Impulse erhaltene. Tatsächlich ist sie allerdings deutlich riskanter als in der Vergangenheit geworden. Denn notwendige Sparmaßnahmen in den Industriestaaten dämpfen in den kommenden Jahren mit großer Wahrscheinlichkeit das globale Wachstum. Das dürfte sich auch in den Schwellenländern bemerkbar machen. Schließlich exportieren sie viele ihrer Produkte entweder direkt oder indirekt in die Vereinigten Staaten und nach Europa. Gerade die Geschäfte mit Europa werden jedoch wegen der sich abbauenden Überbewertung des Euro weniger lukrativ als in der Vergangenheit werden.

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