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Donnerstag, 16. Februar 2012
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Devisenmarkt Der Yen steuert zum Euro schon wieder neue Tiefs an

04.04.2007 ·  Ende Februar sah es noch so aus, als ob die auf Yenverschuldung basierenden Zinsdifferenzgeschäfte weniger würden. Doch weil das offenbar ein Trugschluss war, droht der Yen gegenüber dem Euro auf neue Rekordtiefs abzurutschen.

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Als die Aktienmärkte Ende Februar auf Korrekturkurs umschwenkten, setzte auch zugunsten des Yen eine Trendwende ein. Die zuvor so schwache japanische Landeswährung verbuchte starke Kursgewinne und innerhalb weniger Tage verbesserte sich die Notiz zum Euro von einem Rekordtief von 159,5250 Yen bis auf unter 151 Yen.

Doch wer dachte, die seit Jahren anhaltende Yen-Schwäche sei damit ausgestanden, der wird gerade eines Besseren belehrt. Denn der Yen hat sich wieder bis auf 158,50 Yen abgeschwächt und bis zu einem neuen Rekordtief seit Bestehen der europäischen Einheitswährung ist es nun nicht mehr weit. Auch gegenüber dem amerikanischen Dollar ist die japanische Währung mit Notierungen von fast 119 Yen wieder auf den tiefsten Stand seit Ende Februar zurückgefallen.

Carry Trades weiter weiter gespielt

„Im Moment muss man alles vor dem Hintergrund der sich aufhellenden Lage an den Aktienmärkten sehen“, sagte ein Händler. „Investoren haben wieder eine größere Risikobereitschaft, und Carry Trades sind groß im Kommen.“

Bei so genannten Carry Trades werden Kredite in niedrig verzinsten Währungen aufgenommen und in höher verzinsten Währungen angelegt. Die internationalen Aktienmärkte haben nach den Einbrüchen im Februar und März zuletzt wieder deutliche Zuschläge verzeichnet. Mit Beginn des neuen Fiskaljahres in Japan Anfang April haben die dortigen Investoren zudem begonnen, den Yen zugunsten renditeträchtigerer Anlagen zu verkaufen.

Die Tatsache, dass sich die Konjunktur in Japan und die gesamtwirtschaftlichen Aktivitäten deutlich belebt haben, werden somit von den Investoren weiterhin ignoriert. Selbst Anzeichen, die auf ein endgültiges Ende der Deflation hindeuten, werden momentan in der öffentlichen Wahrnehmung beiseite geschoben. Dabei gibt es darauf immer mehr Hinweise, wie die erstmals seit 16 Jahren wieder gestiegenen Immobilienpreise in Japan.

Weil die meisten Marktakteure aber trotzdem davon ausgehen, dass der aktuell bestehende Zinsabstand zwischen Japan und der Euro-Zone Bestand haben wird, nehmen die bereits Tot gesagten, auf Yenverschuldung basierenden Zinsdifferenzgeschäfte (Carry Trades) wieder zu. Vielleicht ist es am Ende sogar so, dass die Europäische Notenbank ihren Leitzins von derzeit 3,75 Prozent stärker erhöhen wird als derzeit allgemein angenommen. Das würde den Euro dann natürlich zusätzlich stützen.

Yen droht langjährigen Abwärtstrend weiter auszubauen

Ermutigt werden die Spekulanten derzeit durch Aussagen wie die des stellvertretenden Notenbankgouverneurs Toshiro Muto, der erst kürzlich von auch künftig tief Yen-Leitzinsen gesprochen hat. Das führt bei Devisenstrategen wie Mitul Kotecha von Calyon zu folgenden Schlüssen: „Das Abwärtspotenzial für den Yen ist beträchtlich. Die Carry-Trades werden weiter gehen und ich sehe da vorerst auch keine Änderung.“

Toru Umemoto, Chef-Devisenstratege bei Barclays Capital sagt dem Yen von April bis Juni einen Wertverlust von fünf Prozent voraus. Das wäre der schwächste Start in ein neues Fiskaljahr (das beginnt am 1. April) seit 1989. Umemotos Meinung hat durchaus Gewicht, war sein Institut doch laut Erhebungen von Bloomberg News im Vorjahr am treffsichersten bei der Vorhersage der Kursbewegungen des Yen.

Behält Umemoto Recht, würde auch die Charttechnik wieder eindeutig gegen den Yen sprechen. Denn spätestens bei Kursen von über 160 Yen bestünde kein Zweifel mehr daran, dass der Abwärtstrend gegenüber dem Euro unverändert intakt ist.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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