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Devisenmarkt Der Yen schwächelt einmal mehr im ersten Halbjahr

29.06.2007 ·  Neben einigen relativ exotischen und inzwischen teilweise nur noch bedingt handelbaren Währungen zählte der Kanada-Dollar in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres zu den stärksten Währungen weltweit. Der Yen schwächelt wie üblich.

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Neben einigen relativ exotischen und inzwischen teilweise nur noch bedingt handelbaren Währungen wie dem thailändischen Baht, dem kolumbianischen Peso, der isländischen Krone und dem brasilianischen Real zählte der Kanada-Dollar in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres zu den stärksten Währungen weltweit.

Er hat seit Jahresbeginn knapp acht Prozent gegen den an sich schon gefragten Euro zugelegt. Im Unterschied zu vielen anderen Währungen weltweit dürfte er nur bedingt durch Zinsvorteile getrieben werden. Denn der Drei-Monats-Zins liegt mit 4,92 Prozent unter dem amerikanischen, nur unwesentlich über dem europäischen und deutlich unter den Zinssätzen Großbritanniens und Australiens oder gar der Hochzinsregion Neuseeland.

Kanadischer Dollar zeigt sich stark

Nach einer kurzen Zwischenkorrektur konnte der kanadische Dollar in den vergangenen Tagen noch einmal kräftig zulegen. Gegen den amerikanischen Dollar hat er inzwischen mit einem Kurs von gerade noch 1,0546 Kanada- je US-Dollar das stärkste Niveau seit 30 Jahren erreicht. Der Trend läuft in Richtung Parität.

Diese Entwicklung lässt sich begründen mit der anhaltenden Spekulation der internationalen Aktienanleger auf eine anhaltend dynamische weltwirtschaftliche Entwicklung. Sie treibt hat in den vergangenen Monaten die Energie- und Rohstoffpreise nach oben getrieben und hält sie auf hohem Niveau. Von dieser Entwicklung profitieren die rohstoffreichen Staaten, da sie auf diese Art und Weise wirtschaftlich stimuliert werden.

Das gilt insbesondere für Brasilien, Russland, Australien und auch für Kanada. Diese Staaten konnten aufgrund der hohen Einnahmen nicht nur ihre Finanzsituation in den vergangenen Jahren deutlich verbessern. Sondern sie erlebten und erleben einen wahren Investitionsboom. Das betrifft nicht nur die lokalen Börsen, an welchen die Energie- und Rohstoffwerte bei den internationalen Anlegern gefragt sind, sondern es führt auch zu Direktinvestitionen. Aus diesem Grund haben die Währungen dieser Staaten aufgewertet, obwohl sie zum Teil deutlich mehr importieren als exportieren.

Allerdings dürfte sich fragen lassen, wie lange diese Trends anhalten, sollte sich das weltwirtschaftliche Wachstum abschwächen und damit den bisher so positiven Commodity-Zyklus unterbrechen. Immerhin machen sich in Staaten wie Brasilien, aber auch in Kanada die relativ hohen Währungen in Form nachlassender Wettbewerbsfähigkeit der lokalen Industrie bemerkbar. Auch in Kanada haben in den vergangenen Quartalen die sowohl die Neuaufträge als auch die Verkäufe von dauerhaften Konsumgütern nachgelassen. Jedoch der vorlaufende Wirtschaftsindikator zeigt sich noch robust.

... dagegen verbucht der Yen die übliche Schwäche

Nach den am Freitag veröffentlichten Zahlen blieb das Wirtschaftswachstum im April unverändert. Deutlich nach unten zogen der Großhandel, der produzierende und nicht zuletzt auch der Minen- und Ölbereich. Dagegen machten sich die Versorger, der Finanzsektor, der Bau- und der Öffentliche Sektor positiv bemerkbar. Diese Kombination stellt die Frage, wie nachhaltig die Entwicklung noch sein kann. Insgesamt scheint die spekulative Dynamik die Währung die kanadische Währung weit getrieben zu haben.

Auf der anderen Seite des Währungsspektrums stehen die Sri Lanka-Rupie und der Yen mit Kursverlusten von 5,72 und 5,71 Prozent gegen den Euro seit Jahresbeginn. Die Schwäche der Währung Sri Lankas dürfte auf die politisch unruhige Lage im Lande zurückzuführen sein, während beim Yen die Ursache für die Schwäche schon länger bekannt ist: Tiefe Zinsen und die Tendenz, die Währung künstlich schwach zu halten.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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