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Devisenmarkt Der Yen macht wieder einmal Boden gut

09.11.2007 ·  An den internationalen Devisenmärkten geht es derzeit dynamisch zu. Das zeigt sich nicht nur an den Rekordkursen des Euro gegen den Dollar. In den vergangenen Tagen legte auch der Yen im Rahmen steigender Risikoaversion zu.

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An den internationalen Devisenmärkten geht es derzeit dynamisch zu. Das zeigt sich nicht nur an den Rekordkursen des Euro gegen den Dollar. In den vergangenen Tagen legte auch der Yen gegen den Dollar und sogar gegen den Euro zu.

Waren noch im Juni bis zu knapp 124 Yen nötig, um einen Dollar erwerben zu können, so kostet eine Einheit der amerikanischen Währung am Freitag nur noch 110,70 Yen. Das ist ein Minus von knapp elf Prozent. Alleine in den vergangenen drei Handelstagen ging der Kurs um 3,4 Prozent nach unten. Das ist viel für den Devisenmarkt.

Yen gegen Dollar und auch den Euro auf Erholungskurs

Interessant ist nicht nur das, sondern die Tatsache, dass der Yen inzwischen auch gegen den an sich schon starken Euro zulegt. Alleine am Freitag geht der Kurs des Euro gegen den Yen um 1,6 Prozent nach unten auf zuletzt 162,52 Yen je Euro. Da gleichzeitig auch der Schweizer Franken gegen die europäische Einheitswährung schon seit Tagen an Boden gut macht, wird das Bild klarer.

Die Unsicherheit an den Börsen scheint im Rahmen der frisch aufgeflammten Kreditkrise ausgeprägter zu werden und die Anleger dazu zu bringen, ihre Risiken zu reduzieren. Das zeigt sich an den steigenden Volatilitäten der Börsen ebenso wie am geschilderten Abbau der so genannten Carry Trades. Sie zeichneten sich durch die Kreditaufnahme in Währungen mit niedrigen Zinsen und die Reinvestition der Mittel an höher rentierlichen Märkten aus.

Allerdings geht diese Rechnung möglicherweise nicht mehr auf, wenn die Banken aufgrund der Kreditkrise - die Illiquidität verbriefter Kredite unterbindet die Risikoweitergabe - ihre Geschäftsmodelle ändern müssen und aus diesem Grund nicht mehr so freigiebig wie in den vergangenen Jahren sein werden. Gleichzeitig führt die Risikoreduktion am Devisenmarkt zu Kursbewegungen, die nicht nur gegen solche Strategien laufen, sondern die auch eine Eigendynamik entwickeln können: Wenn immer mehr Anleger ihre Risikopositionen gleichzeitig reduzieren wollen, so können die resultierenden Kursbewegung drastisch ausfallen und den Yen und den Schweizer Franken in kürzester Zeit deutlich aufwerten lassen.

Solche Bewegungen werden zusätzlich auch fundamental unterstützt. Immerhin sind sowohl der Franken als auch der Yen gemessen an Bewertungsmodellen wie der Kaufkraft- oder der Zinsparität deutlich unterbewertet. Immer mehr Strategen gehen davon aus, dass der Yen in den kommenden Monaten deutlich zulegen wird. Bei solchen Prognosen blicken sie weniger auf die konjunkturelle Entwicklung in Japan, als vielmehr auf die Tatsache, dass sich der Yen zusammen mit dem chinesischen Yuan in den vergangenen Jahren zu schwach entwickelt hat.

Yen- und Yuan-Aufwertung?

Da China aufgrund der hohen Handelsüberschüsse und der relativ unflexiblen Währung ein Diversifikationsproblem bei den rasch wachsenden Währungsreserven und gleichzeitig ein zunehmendes Währungsproblem hat, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Land seine Währung rascher als bisher wird aufwerten lassen. Das dürfte auch andere Währungen Asiens mit nach oben im Sinne einer Aufwertung nehmen, unter anderem auch den Yen.

Gleichzeitig gibt es Argumente, die für eine Zinserhöhung in Japan sprechen. Sie lassen sich in einer verhaltenen Wirtschaftsentwicklung finden. Traditionell wird argumentiert, in diesem Falle sollte man die Zinsen senken oder tief halten. In Japan sieht das allerdings anders aus. Denn erstens haben sich die Unternehmen des Landes restrukturiert, erzielen satte Gewinne und sind aus diesem Grund nicht auf die extrem tiefen Zinsen der Liquiditätsfalle angewiesen.

Zum anderen verfügen die japanischen Haushalte über hohe Ersparnisse, die sie bisher auf der Suche nach Rendite immer öfter ins Ausland transferierten. Das war ein Bestandteil der Carry Trades, die den Yen schwächten. Würde die Zentralbank jedoch den Leitzins nach oben nehmen, stiegen die Zinseinkünfte der strukturell immer älter werdenden Anleger. Auf diese Weise ließe sich der Binnenkonsum und damit die Binnenwirtschaft Japans ankurbeln. Der Binnenkonsum ist für die japanische Gesamtwirtschaft bedeutend wichtiger, als die Exportwirtschaft. Insgesamt spricht mittel- und langfristig einiges für einen stärkeren Yen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri mit Material von Bloomberg
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