24.04.2006 · Nach einer klaren Forderung der G7-Staaten, die asiatischen Währungen aufzuwerten, ist der Yen zum Dollar aus einer Dreiecksformation ausgebrochen. Sie deutet zusammen mit den fundamentalen Faktoren auf eine weitere Aufwertung hin.
Lief der Yen gegen den Dollar in den vergangenen Wochen nach einer unerwarteten und fundamental auch unbegründeten Abwertungsphase im vergangenen Jahr in eine so genannte Dreiecksformation hinein, so ist er daraus inzwischen nach unten ausgebrochen.
Nach Kursen von bis zu 117,88 Yen je Dollar noch zum Ende der vergangenen Woche ist die japanische Währung am Montag deutlich stärker in die neue Woche gestartet. Im frühen Handel erreichte sie Kurse von bis zu 115,08 Yen je Dollar. In Europa sind 115,57 Yen nötig, um einen Dollar erwerben zu können. Das sind 1,41 Yen weniger als noch am Montag.
Technischer Ausbruch und Fundamentaldaten deuten auf weitere Aufwertung hin
Der Ausbruch nach unten deutet aus technischer Sicht auf eine weitere Aufwertung der japanischen Währung hin. Sie dürfte sich auch begründen lassen. Denn einerseits erzielt das Land deutliche Handelsbilanzüberschüsse im internationalen Geschäft, auf der anderen Seite hat es in den vergangenen Jahren zum Teil mit massiven Interventionen auf Pump die Währung an einer natürlichen Aufwertung gehindert, um auf diese Weise die eigene Exportindustrie zu stimulieren oder auch nur protektionistisch zu schützen.
Damit befindet sich das Land im Boot mit China, das vor allem von amerikanischer Seite, aber auch von den anderen Staaten der so genannten G7 unter Druck steht - das jüngste G7-Statement vom Wochenende spricht für sich -, die Währung nach einem ersten kleinen Lockerungsschritt im vergangenen Jahr und weiteren kleine Aufwertungsbewegungen in den vergangenen Monaten rascher und deutlicher aufwerten zu lassen. Das soll dazu beitragen, die makroökonomischen Ungleichgewichte insbesondere im Handel zwischen den Vereinigten Staaten und Asien in den Griff zu bekommen.
Die Ungleichgewichte zeigen sich auf der einen Seite im hohen amerikanischen Leistungsbilanzdefizit, auf der anderen in den Handelsbilanzüberschüssen in Asien und insbesondere auch in den rasch und massiv anwachsenden Währungsreserven in Japan, China und anderen Staaten der Region. Die Aufwertung der Währungen der Region scheinen mittel und langfristig unvermeidlich zu sein.
Der Wirtschaftsraum kann sich nicht ewig auf Kosten des Restes der Welt relative Vorteile verschaffen. Das gilt insbesondere mit Blick auf Europa. Denn ein großer Teil der bisherigen Dollarschwäche entlud sich in den vergangenen Jahren aufgrund der Rigidität der asiatischen Währungen gegen den Euro und hat auf diese Weise die europäischen Unternehmen im internationalen Handel benachteiligt. Nirgends wird das deutlicher als am Verhältnis zwischen Euro und Yen, das im langfristigen Trend nach oben läuft und das in den vergangenen Tagen sogar neue Allzeithochs markiert hatte. Dabei ist der Euro im Verhältnis zum Yen auf Basis der Kaufkraftparitäten dramatisch überbewertet. Das heißt, hier besteht dringender politischer Handlungsbedarf, um dieser Entwicklung ein Ende zu bereiten.
Währungsbewegungen alleine können Ungleichgewichte nicht beheben
Obwohl der Aufwertungsbedarf der asiatischen Währungen offensichtlich ist, stellt sich doch die Frage, ob die immer größer werdenden Ungleichgewichte zwischen der „Produktionsplattform Asien“ und der „Konsummaschine“ Amerika alleine über die Währungsschiene gelöst werden können. Dafür scheinen vor allem die Lohnunterschiede viel zu groß zu sein. Aus diesem Grund dürfte Amerika zur Anpassung seiner Wirtschaftspolitik gezwungen sein. Das Land muß einfach mehr sparen.
Insgesamt sprechen die Ungleichgewichte, die immer steiler werdende Zinskurve in Amerika - sie kann als Zeichen für Anleihenverkäufe von internationalen Anlegern gewertet werden - und auch die hohen Öl- und Rohstoffpreise sowie die zunehmenden wirtschaftlichen Aktivitäten innerhalb Asiens gegen den Dollar und für asiatische Währungen. Der koreanische Won könnte die Richtung vorgeben, hat er doch in den vergangenen Monaten deutlich gegen den Dollar aufgewertet.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |