03.06.2010 · Frisch auflebender Optimismus, Interventionsvermutungen nach einem politischen Wechsel in Japan und Kapitalabflüsse schwächen den Yen kurzfristig, nachdem er bisher als Krisenwährung gegolten hatte. Fragt sich nur, wie lange.
An den internationalen Finanzmärkten ist der allgemeine Optimismus mit Vehemenz zurückgekehrt. Das bringt den Kurs des japanischen Yen in die Defensive, nachdem er in den vergangenen Monaten als so etwas wie eine Krisenwährung gegolten und gegen die meisten anderen Währungen weltweit zum Teil deutlich aufgewertet hatte.
Auch politische Faktoren führen zu Impulsen, die Anleger zu Wetten gegen den Yen verleiten können. Denn nach dem Rücktritt des Ministerpräsidenten Yukio Hatoyama verdichten sich die Anzeichen darauf, der bisherige Finanzminister Naoto Kan könnte zum Nachfolger gekürt werden. Kan sei an einer schwachen Währung interessiert und könne die Zentralbank zu Interventionen verleiten, heißt es.
Optimismus, Interventionsvermutungen und Kapitalabflüsse
Jüngste Daten vom japanischen Finanzministerium zeigen zudem, dass japanische Anleger kräftig in ausländische Anleihen investieren, um auf diese Weise Vorteile im Vergleich mit den niedrigen Renditen im Binnenmarkt zu erzielen. Trugen Währungssicherungstransaktionen in den vergangenen Wochen und Monaten zum Aufwertungsdruck auf den Yen bei, so scheinen die so genannten Hedge-Ratios abzunehmen. Das heißt, auch von dieser Seite könnte der Kurs des Yen mittel- bis längerfristig unter Druck geraten.
Kurzfristig dagegen baut sich möglicherweise in den Märkten mit Blick auf die am Freitag anstehenden Zahlen zum amerikanischen Arbeitsmarkt zu großer Optimismus auf, der leicht zu enttäuschen wäre. In diesem Falle würde der Yen kurzfristig noch einmal aufwerten, nachdem er in den vergangenen zwei Wochen gegen den Dollar knapp vier und gegen den Euro sogar knapp fünf Prozent seines Wertes abgegeben hatte.
... schwächen kurzfristig den Yen
Nach der massiven Aufwertungsbewegung zuvor dürften Kursverluste der Yen in einem optimistischen Umfeld mit zunehmendem Risikoappetit kaum überraschen. Sollten in den kommenden Wochen die Krisennachrichten weiter verdrängt und durch eine optimistische Eigendynamik ersetzt werden, dürfte der Kurs der japanischen Währung bei steigenden Aktienkursen und teurer werdenden Energie- und Rohstoffkontrakten weiter fallen.
Allerdings handelt es sich dabei überwiegend um Kursbewegungen, die von taktisch-opportunistischen Anlegern ausgehen. Sie können sich rasch wieder ins Gegenteil verdrehen. Das ist nach Ansicht skeptischer Analysten nur eine Frage der Zeit, da vorlaufende Wirtschaftsindikatoren schon heute darauf hindeuteten, dass die von massiven geld- und fiskalpolitischen Anreizen auf Pump ausgehenden Konjunkturimpulse nicht tragfähig seien.
Schließlich könnten sich die Industriestaaten die hohen Schulden nicht mehr leisten und seien zu Sparmaßnahmen gezwungen. Die würden das Wirtschaftswachstum bremsen, nachdem es in den vergangenen Jahrzehnten unter anderem von einem gewissen Überkonsum auf Pump getrieben worden war. Der sei nicht mehr länger tragbar, heißt es.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |