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Devisenmarkt Der Yen - die Währung des Jahres

23.12.2008 ·  Das Jahr ist zwar noch nicht endgültig vorbei, eines steht jedoch schon jetzt fest: Der Yen war die Währung des Jahres. Auf der anderen Seite stehen neben der isländischen Krone verschiedene schwache Schwellenländerwährungen.

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Das Jahr ist zwar noch nicht endgültig vorbei, eines steht jedoch schon jetzt fest: Der Yen war die Währung des Jahres. Die Währung Japans hat gegen die europäische Einheitswährung seit Jahresbeginn 29,4 Prozent aufgewertet.

Auf der anderen Seite stehen neben exotischen Währungen wie dem Simbabwe-Dollar und dem New Turmenistan Manat die isländische Krone mit einem Kursverlust seit Jahresbeginn von kann 48 Prozent, der südkoreanische Won, der südafrikanische Rand, der Neuseeland-Dollar und nicht zuletzt auch das britische Pfund und der brasilianische Real. Sie alle verloren zwischen 22 und knapp 27 Prozent ihres Wertes gegen den Euro.

Krisen führen zur Korrektur der Trends der vergangenen Jahre

Der Grund für die Entwicklung ist einfach auszumachen. Er liegt in der amerikanischen Immobilienkrise, die über verschiedene Transformationsmechanismen zur Kredit- und schließlich zur realen Wirtschaftskrise geführt hat. Zusammen genommen haben die verschiedenen Krisen zusammen dazu geführt, dass der hoch verschuldete Teil der Konsumenten, Anleger und Unternehmen in den vergangenen Monaten ihre Gürtel enger schnallen und Risikopositionen reduzieren mussten.

Das führte dazu, dass jene Strategien zurückgedreht werden mussten, die noch bis vor eineinhalb Jahren zu hohen Renditen geführt hatten. Dazu zählten in erster Linie die so genannten Carry Trades. Es schien das einfachste zu sein, sich in Währungen mit niedrigen Zinsen immer stärker zu verschulden, um die aufgenommenen Mittel in den scheinbar endlos boomenden Vermögensmärkten oder den Schwellenländern zu investieren.

Nachdem die ersten zu Verkäufen bezwungen waren, kam es in immer mehr Märkten zu immer deutlicheren Gewinnmitnahmen. Aus diesem Grund liefen die Kurse an den Börsen und die Preise an den verschiedensten Märkten immer weiter nach unten. Der Ölpreis fiel von 147,3 Dollar je Barrel der Sorte WTI am elften Juli auf bis zu 32,40 Dollar noch in der vergangenen Woche. Am Dienstag liegt er nur knapp darüber.

Noch ist es nicht sicher, ob der Prozess schon abgeschlossen ist

Da die Wertvernichtung in diesen Bereichen zusammen fiel mit rezessiven Erscheinungen in immer mehr Staaten, senkten viele Zentralbanken ihre Zinsen zum Teil deutlich oder lockerten ihre Geldpolitiken auf andere Weise. Darauf reagierte der Devisenmarkt deutlich. Aufgrund der abnehmenden Zinsdifferenz und wegen Kapitalrückströmen nach Japan wertete der Yen gegen den Dollar, den Euro und viele andere Währungen auf. Dagegen gerieten die Wechselkurse jener Staaten in die Defensive, die in den vergangenen Jahren von den hohen Zinsen oder von der allgemeinen Rohstoffeuphorie hatten profitieren können.

Ob dieser Prozess schon abgeschlossen ist, wird sich erst noch zeigen müssen. Viele gehen zwar davon aus, dass sich die Weltwirtschaft aufgrund der massiven geld- und fiskalpolitischen Impulse bald wieder erholen wird. In diesem Rahmen rechnen sie mit dem Wiederaufleben der in den vergangenen Jahren zu beobachtenden Trends. Beides ist jedoch nicht sicher. Denn das Wachstum der vergangenen Jahre wurde in erster Linie getrieben von billigem Geld, leicht verfügbaren Krediten, nicht voll ausgereizten Bilanzen und hohen Risikoappetit. Diese Kombination dürfte sich in der damals zu beobachtenden Kombination nicht so schnell wieder finden lassen, sollten die Beteiligten aus der Krise gelernt haben.

Wenn doch, dann liefe etwas systemisch schief. In diesem Falle wäre die jüngste staatliche Rettung wahrscheinlich wirklich die letzte Rettung gewesen (siehe auch: Interview: „Das war die letzte Rettung“, „Jetzt bloß nicht die alten Fehler wiederholen!“, „Amerikanische Staatsanleihen sind überbewertet“ oder auch „Aktien und Unternehmensanleihen sind reizvoll“)

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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