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Devisenmarkt Der südafrikanische Rand demonstriert Stärke

07.09.2010 ·  Der Rand ist zum Dollar und zum Euro auf neue Mehrjahreshochs gestiegen. Werden diese Kursausbrüche bestätigt, handelt es sich um charttechnische Kaufsignale zugunsten der südafrikanischen Landeswährung.

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Der Euro ist mit einem Kurs von 9,1921 Rand auf den tiefsten Stand seit drei Jahren und neun Monaten gefallen. Damit rücken nun als nächste Zielmarke das Euro-Rand-Tief vom Januar 2007 bei 9,1485 Rand und das ebenfalls in diesem Monat markierte Tief von 9,0596 Rand ins Visier.

Im Verhältnis zum Dollar gibt es mit 7,1535 Rand ein Zweieinhalbjahrestief zu vermelden. Hier warten als nächste charttechnische Zielmarken die bei 7,0971 Rand zugunsten des Dollar verlaufende langfristige Aufwärtstrendlinie und das auch psychologisch wichtige Niveau von 7,00 Rand.

Insgesamt hat die südafrikanische Landeswährung bei einem aktuellen Stand von 7,2528 Rand zum Dollar in den vergangenen zwölf Monaten um fast 5 Prozent aufgewertet und seit dem Tief im Oktober 2008 sogar um fast 38 Prozent. Im Verhältnis zum Euro hat es auf Sicht von 12 Monaten zu einem Anstieg von fast 15 Prozent gereicht und gemessen am Tief vor knapp 2 Jahren um ebenfalls 38 Prozent.

Renditevorsprung stützt den Rand

Gestützt werden dürfte die Notierung dabei neben der Normalisierung der Risikobereitschaft unter der Anlegerschaft vor allem von dem deutlichen Zinsvorsprung, die auf Rand denominierte Zinsanlagen bringen. So warf eine bis September 2015 laufende Rand-Benchmark-Anleihe am Berichtstag 7,27 Prozent ab. Das ist deutlich mehr als das was derzeit deutsche oder amerikanischen Staatsanleihen bringen.

Wenn das Zinsumfeld aber wirklich der mit entscheidende Grund für die jüngsten Kursgewinne gewesen ist, dann könnte der Schwung zunächst etwas nachlassen. Denn die südafrikanische Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal zwar um 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das war aber längst nicht so viel wie Volkswirte mit einer Prognose von plus 3,2 Prozent erwartet hatten. Auch im zweiten Halbjahr droht die konjunkturelle Dynamik eher enttäuschend auszufallen und das zusammen mit der im Juli auf 3,7 Prozent gesunkenen Inflationsrate könnte die Notenbank zu Zinssenkungen veranlassen.

Analystin Nina Kukic von Raiffeisen Research geht davon aus, dass die südafrikanische Notenbank den Leitzins nochmals um 50 Basispunkte auf 6 Prozent senken wird. Und in Verbund mit dem von ihr ebenfalls erwarteten negativeren Risikosentiments geht sie für die nächsten Monate von einer Abwertung gegenüber dem Dollar bis auf 7,9 Rand aus. In die gleiche Richtung geht auch die Prognose von Isaac Matshego, Volkswirt bei der Nedbank Group: „Das Risiko eines erneuten Rückfalls in die Rezession ist nach wie vor groß und das würde für einen schwächeren Rand sprechen. Wir sagen bis Jahresende derzeit einen Kurs von 7,65 Rand voraus, aber es könnte sein, dass wir das noch nach unten anpassen müssen.“

Aufwärtstrend spricht zunächst weiter für den Rand

Eine derartige Entwicklung wäre sicherlich auch der Notenbank am liebsten. Denn diese hat zuletzt im Kampf gegen den starken Rand sogar schon Dollar aufgekauft. Ablesen lässt sich das an den im August um 1,2 Prozent auf netto 39,2 Milliarden Dollar gestiegenen ausländischen Devisenreserven. Dieser Anstieg ist negativ für den Rand, schreiben die beiden Standard Bank-Analysten Michael Keenan und Tebogo Mosepele in einer Studie.

Allerdings darf auch nicht vergessen werden, dass es selbst bei einer weiteren Zinssenkung noch immer einen deutlichen Renditevorsprung mit Randanleihen zu ergattern gäbe. Somit hängt die weitere Kurstendenz primär an der Entwicklung der Risikohaltung unter den Marktteilnehmern. Und bis sich deren Stimmung nachhaltig ändert, sprechen die intakten charttechnischen Aufwärtstrends zugunsten des Rand für die südafrikanische Landeswährung.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

Quelle: @JüB
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