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Devisenmarkt Der Neuseeland-Dollar schwächelt gegen den Euro

28.02.2011 ·  Der Neuseeland-Dollar gehört in diesem Jahr zu den schwächeren Währungen, im Verhältnis zum Euro. Die Zinserhöhungsphantasie ist aufgrund des Erdbebens und der damit verbundenen Kosten bis auf weiteres verschwunden.

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Aufgrund der hohen Zinsen und nicht zuletzt wohl auch wegen der geografischen Nähe zu Australien wurde der Neuseeland-Dollar in den vergangenen Jahren am Devisenmarkt oft ähnlich behandelt, wie der australische Dollar.

Dabei sind die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen Neuseeland und Australien beachtlich. Denn Neuseeland verfügt kaum über die gefragten Bodenschätze, durch die sich Australien auszeichnet.

Neuseeland ist eher eine Agrar- als eine Rohstoffnation

Die Wirtschaft Neuseelands ist vielmehr stark von Exporten abhängig, die vor allem aus dem Agrarsektor kommen. Sie beinhalten Milchprodukte, Fleisch, Holz, Fische und Maschinen und gehen zum größten Teil nach Australien, zu jeweils etwa zehn Prozent in die Vereinigten Staaten und nach China, zu sieben Prozent nach Japan und zu etwa vier Prozent nach Großbritannien.

Hatte sich die Wirtschaft des Landes nach der Finanzkrise unter anderem aufgrund massiver Leitzinssenkungen der Zentralbank - sie senkte die New Zealand Official Cash Rate innerhalb weniger Monate von 8,25 Prozent noch im Juni des Jahres 2008 auf bis zu 2,5 Prozent ein Jahr später und hielt sie längere Zeit auf diesem Niveau, bis sie sie im vergangenen Frühjahr auf drei Prozent anhob und dort beließ - wieder leicht erholt, so wird sie nun zunächst vom Erdbeben belastet, nachdem sich schon im vierten Quartal des vergangenen Jahres gewisse Schwächezeichen zeigten. Die Arbeitslosenquote stieg bei schwacher Beteiligung am Arbeitsmarkt von 6,4 auf 6,8 Prozent, Einzelhandelsumsätze und Verbrauchervertrauen gingen zurück und selbst die Erwartungen der Einkaufsmanager vielen enttäuschend aus.

Das dämpft zusammen mit einer vergleichsweise moderaten Preisentwicklung im Lande sämtliche Zinserwartungen, die den Kurs der Währung in den vergangenen Monaten beflügelt haben mögen. Manche Devisenmarktanalysten rechnen sogar mit einer Zinssenkung auf tiefen Niveau. Solche Erwartungen mögen zusammen mit einer gewissen Zinsphantasie in Europa dazu beigetragen haben, dass der Neuseeland-Dollar im laufenden Jahr neben dem vietnamesischen Dong, dem südafrikanischen Rand und der türkischen Lira zu den schwächsten Währung gegen den Euro zählt. Er hat knapp sieben Prozent abgewertet und charttechnisch so etwas wie ein „Top“ ausgebildet.

Erbeben belastet die Wirtschaft kurzfristig

Premierminister John Key hatte in den vergangenen Tagen erklärt, die Beseitigung der Schäden des Erdbebens - vor allem in der Gegend von Christchurch - könnten zwischen zehn und 15 Milliarden Dollar in Landeswährung oder etwa acht Prozent des Bruttoinlandsproduktes kosten. Solche Ausgaben mögen mittel- und längerfristig wie ein keyensianischer Impuls wirken und die Entwicklung der Binnenwirtschaft Neuseelands etwas beflügeln. Kurzfristig jedoch ist die Zinsphantasie in Neuseeland dahin. Das dürfte die Währung des Landes kaum beflügeln.

Frischen Auftrieb wäre kurzfristig nur dann denkbar, wenn die hohen Preise für primäre Agrarrohstoffe wie Mais, Weizen und Soja auch auf die Veredelungswirtschaft übergreifen und zu deutlich steigenden Milchpreisen am Weltmarkt führen würden. Denn dann würden sich die realen Tauschverhältnisse zugunsten der Milchnation Neuseeland verbessern.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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