09.11.2004 · Der Kanada-Dollar hat zum amerikanischen Dollar ein Zwölfjahreshoch markiert und zeigt auch zum Euro Stärke. Kanadas Landeswährung bestraft damit wieder einmal alle jene Anleger, die zu früh gegen den Trend spekulieren.
Der kanadische Dollar befindet sich weiterhin auf einem Höhenflug. Bester Beleg dafür ist der am Montag im Verhältnis zum amerikanischen Dollar zum ersten Mal seit zwölf Jahren gelungene Anstieg auf über 84 amerikanische Cents.
Insgesamt hat er damit gegenüber dem amerikanischen Dollar in den vergangenen drei Monaten um zehn Prozent , was ihn gemessen am Greenback zur stärksten Währung unter den 16 wichtigsten Weltwährungen macht. Aber die Stärke beschränkt sich nicht nur auf den Dollar, sondern auch zum Euro demonstriert er mit einer Rückkehr auf Kurse um das bisherige Jahreshoch Stärke.
Vorbeugender Kampf gegen die Inflation spricht für Zinserhöhungen
Beflügelt wird die Notiz dabei gleich von mehreren Faktoren. Davon macht sich aktuell die Zinsphantasie am stärksten positiv bemerkbar. Denn die Marktteilnehmer gehen allgemein von einer baldigen Zinserhöhung durch die Bank von Kanada aus. Diese hat zwar erst am 19. Oktober zum zweiten Mal in diesem Jahr die Zinsen angehoben. Aber die jüngsten Aussagen des Notenbank-Gouverneurs, wonach die Exporte trotz der Stärke des Kanada-Dollar weiter gut laufen, wurden als verbale Vorbereitung auf eine demnächst anstehende weitere Zinsanhebung gewertet.
In Richtung Zinserhöhung deuten auch die Kommentare des stellvertretenden Notenbank-Gouverneurs, der unlängst ausdrücklich klar machte, daß sich die Zentralbank vor allem der Bekämpfung der Inflation verpflichtet fühlt und deshalb demnächst weitere Zinsanhebungen anstünden
Und nachdem die Exporte offenbar weiter gut laufen, was bei einem Anteil an der Wirtschaftsleistung des Landes von 40 Prozent nicht unerheblich ist, scheint der Boden bereitet für ein Eintreffen der Prognosen, die bis 2006 von einem jährlichen Wirtschaftswachstum von rund drei Prozent ausgehen. Da die Unternehmen aber bereits fast an ihren Kapazitätsgrenzen arbeiten, besteht bei diesen Wachstumsraten die Gefahr einer anspringenden Inflation. Hier ist die Bank von Kanada bestrebt, die Rate unter zwei Prozent zu halten, doch im ersten Halbjahr 2005 rechnet sie aktuell mit einer auf rund drei Prozent anziehenden Inflationsrate.
Intakte Aufwärtstrends
Vor diesem Hintergrund scheint in der Tat bereits bei der nächsten Sitzung der Notenbank am 7. Dezember eine weitere Zinserhöhung möglich zu sein. Und höhere Zinsen locken bekanntlich mehr Gelder aus dem Ausland in festverzinsliche Kanada-Dollar-Anleihen, was für eine weiter starke Währung spricht. Als generelle Stütze für den Dollar erweisen sich aber neben den robusten volkswirtschaftlichen Rahmendaten auch die hohen Rohstoffpreise, da Kanada bekanntlich einer der größten Exporteure von Rohstoffen ist.
Es sieht folglich ganz danach aus, als ob die Kursgewinne des Kanada-Dollar auf fundamentalen Faktoren beruhen und nicht nur auf spekulativen Käufen. Letztere haben zuletzt zwar auch merklich zugenommen, was beim Eintreffen kursbelastender Nachricht die Gefahr von temporären Rücksetzern erhöht. Generell sind die Aufwärtstrends zugunsten der kanadischen Landeswährung jedoch intakt, und wer etwas naiv zu früh auf deren Ende setzt, kann sich leicht die Finger verbrennen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |