27.05.2004 · Das jüngste Kursgeschehen am Devisenmarkt läßt vermuten, daß die Stärke des Dollar langsam ausläuft. Der Yen schickt sich jedenfalls an, ein klares charttechnisches Kaufsignal zu generieren.
Am Devisenmarkt ist momentan ein gewisser Stimmungsumschwung unverkennbar. Die Stärke, die der Dollar in den vergangenen Monaten zeigte, scheint sich jedenfalls langsam zu verflüchtigen. Das macht sich nicht nur im Verhältnis zum Euro bemerkbar (Euro bastelt an einer Trendwende zu seinen Gunsten), sondern auch gegenüber dem Yen.
Nach zuvor deutlichen Kursverlusten hat sich die japanischen Landeswährung seit Mitte Mai wieder spürbar befestigt. Nachdem der Dollar die Marke von 115 Yen nicht überschreiten konnte, hat sich die Notiz wieder in die andere Richtung in Bewegung gesetzt. Bei aktuellen Kursen von 111,53 Yen steht inzwischen sogar der jüngste Aufwärtstrend des Dollars auf dem Prüfstein.
Angriff auf den Aufwärtstrend des Dollar läuft
Der endgültige und nachhaltige Bruch steht zwar noch aus, aber beim Bankhaus HSBC Trinkaus & Burkhardt gehen fest mit einer hohen Wahrscheinlichkeit davon aus, daß es mit dem Yen jetzt wieder aufwärts gehen wird. Für Analyst Stefan Schilbe hat der Kurs exakt an der Nackenlinie einer gigantischen Schulter-Kopf-Schulter-Formation einen klassischen Pullback vollzogen. Aus diesem Umkehrmuster lasse sich langfristig ein rechnerisches Kursziel von 95 Yen ableiten.
Einen Fall des Dollar auf Notierungen unter 111,26 Yen, und damit unter dem erwähnten Aufwärtstrend, sei als Kaufsignal zugunsten des Yen zu werten. Dann so das Urteil von Schilbe, wäre die Parität Dollar-Yen charttechnisch gesehen ein klarer Verkauf.
Ausländische Investoren wollen höhere Yen-Positionen im Depot
Fundamental wird der sich andeutende Stimmungsumschwung neben der wieder höher eingeschätzten Gefahr eines großen Terroranschlags in Amerika gestützt von der Aussicht auf einen anhaltenden konjunkturellen Aufschwung in Japan. Dort ist die Wirtschaft im ersten Quartal 2004 hochgerechnet auf das Gesamtjahr um 5,6 Prozent gestiegen und damit stärker als in allen anderen führenden Industrienationen. Mut machte an dem Zahlenwerk insbesondere der Hinweis darauf, daß offenbar auch die lange lethargische inländische Nachfrage anzuspringen scheint.
In den vergangenen Tagen erhielt der Yen weitere Unterstützung durch die Tatsache, daß internationale Anleger in der Vorwoche eine rekordhohe Summe von 1,17 Billionen Yen an japanischen Anleihen kauften und die Japaner zuletzt gleichzeitig ihre Käufe an ausländischen Aktien und Anleihen einschränkten.
„Die Ausländer wollen im Yen gewichtet sein. Die Kapitalzuflüsse nehmen zu und das hilft dem Yen“, erklärt dazu Kristjan Kasikov, Devisenstratege bei Calyon, einer Kapitalmarkt-Tochter von Credit Agricole. Und Xinyi Lu, Chef-Stratege bei der japanischen UFJ Bank, ergänzt: „Japan ist auf dem besten Weg hin zu einer umfassen konjunkturellen Erholung und das verschafft dem Yen Aufwertungspotenzial.“
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06 % |
| Silber | 28,24 $ | +0,57 % |
| Platin | 1.430,00 $ | +0,92 % |
| Palladium | 592,00 $ | +0,34 % |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14 % |
| Gas | 0,53 £ | −0,56 % |
| Kaffee | 1,68 $ | +1,27 % |
| Zucker | 0,20 $ | +0,36 % |
| Orangensaft | 1,09 $ | +0,32 % |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | -- % |
| AMEX OIL | 1.151,96 | -- % |
| Rogers International | 24,14 | +0,50 % |