Einen Schwächeanfall hat am Freitag der japanische Yen erlitten. Sowohl gegenüber dem Dollar als auch zum Euro rutscht er deutlich ab. Zum Dollar verbilligt er sich gegen 18.15 Uhr auf 119,93 Yen nach 118,74 Yen am Vorabend. Zum Euro hatte der Yen im Tagesverlauf mit 129,41 Yen bereits ein neues 44-Monatstief markiert.
Ausgelöst wurden die Kursverluste durch das Eingeständnis der japanischen Notenbank, man habe seit Mitte Januar Yen im Wert von rund 700 Milliarden Yen oder umgerechnet 5,9 Milliarden Dollar verkauft, um so den jüngsten Anstieg der Landeswährung gegenüber des Dollar zu bremsen.
Interventionen der Japaner belasten
Das Wissen um die Interventionsbereitschaft der Japaner hat bei Yen-Optimisten schnell zu Glattstellungen geführt. „Die Anleger werden sich mit Käufen zurückhalten, nachdem sie wissen, dass die japanische Regierung aktiv gegen einen zu starken Yen vorgeht“, erklärt Daniel Katzive, Devisenstratege bei UBS Warburg.
Katzives Kollege Mansoor Mohi-uddin relativiert aber das Ausmaß des seit Juni ersten Eingriffes. Er verweist dazu auf den monatlichen Leistungsbilanzüberschuss von einer Milliarde Yen. Dass der eingesetzte Betrag darunter geblieben sei, mache deutlich, dass es den Japanern offenbar nicht darum gehe, den Yen nachhaltig zu schwächen, sondern nur darum, einen weiteren Anstieg zu verhindern.
Auch bei der DZ Bank gibt man sich hinsichtlich der weiteren Kursaussichten relativ gelassen. Devisenexperte Ulrich Wortberg rechnet in den kommenden Tagen nicht mit einem Ausbruch aus der Handelsspanne zwischen 117,40 und 120,60 Yen.
Yen zum Euro eindeutig im Abwärtstrend
Eindeutiger war der Trend zuletzt dagegen beim Verhältnis Euro-Yen und dabei wird es vermutlich auch bleiben. Die Rechnung der charttechnischen Anlasten beim US-Finanzdienstleister Standard & Poor´s lautet dabei wie folgt: Im Zuge der momentan laufenden Aufwärtswelle trauen sie dem Euro noch einen Anstieg bis auf 130,70 Yen zu, bevor sich die Parität dann vermutlich eine Auszeit nehmen und die Kursveränderungen erst einmal verarbeiten wird.
Allerdings wird der dabei gezeigte Elan bereits am Freitagnachmittag etwas gebremst. Verantwortlich dafür sind die Aufschläge, die der Dollar auch gegenüber dem Euro verbucht. Denn ein besser ausgefallener US-Einkaufsmanagerindex lässt die US-Devise zum Euro bis auf 1,0738 Dollar steigen, was immerhin ein Cents mehr ist als beim Dollar-Tagestief