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Devisenmarkt Der Franken wird gegen den Euro robuster

07.01.2008 ·  Zählte der Schweizer Franken in den vergangenen Jahren der ausgeprägten Carry Trades zu den schwächsten Währungen weltweit, so scheint sich das zu ändern. Die Zentralbank dürfte an einer stärkeren Währung interessiert sein.

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Zählte der Schweizer Franken in den vergangenen Jahren zu den schwächeren Währungen weltweit, so scheint sich das langsam, aber sicher zu ändern. Das zeigt sich aus technischer Sicht im Verhältnis zum Euro.

Lief der Kurs in den Jahren 2006 und 2007 von 1,54 Franken je Euro um knapp zehn Prozent auf bis zu 1,6822 Franken je Euro im Oktober des vergangenen Jahres nach oben, so liegt er inzwischen mit 1,6363 Franken je Euro etwas mehr als zwei Prozent unter dem damals markierten Hoch. In mittelfristiger Perspektive deutet sich eine Konsolidierung an.

Importpreisdruck über die schwache Währung nimmt zu

Dies dürfte kaum verwundern. Denn erstens hat im Rahmen der Kreditkrise der vergangenen Monate der Risikoappetit der internationalen Anleger abgenommen, die ihre risikofreudigen Strategien zumindest zum Teil mit zinsgünstigen Schweizer Franken refinanziert hatten. Zum anderen zeigt die relative Schwäche im Schweizer Binnenmarkt deutliche Konsequenzen in Form steigender Importpreise. Der Importpreisindex lag im November auf Jahresbasis bei drei Prozent und damit nahe am Rekordniveau der vergangenen Jahrzehnte. Der Trend zeigte in den vergangenen Jahren eindeutig nach oben.

Gleichzeitig entwickelt sich bisher die Konjunktur in der Schweiz anhaltend robust. Die Industrieproduktion verzeichnete im dritten Quartal des vergangenen Jahres auf Jahresbasis ein Plus von 10,7 Prozent und übertraf damit die an sich schon hohen Erwartungen. Die Arbeitslosenquote des Landes ist im Dezember des Jahres 2007 saisonbereinigt auf 2,6 Prozent und damit auf den tiefsten Stand seit fünf Jahren gefallen. Prognosen gehen davon aus, dass sie im laufenden Jahr auf 2,2 Prozent sinken wird.

Denn der schwache Franken beflügelt die Exportindustrie des Landes, deren Produkte zu einem großen Teil in den Euroraum gehen und die dabei Überschüsse erzielt. Im November des vergangenen Jahres lag der Handelsbilanzüberschuss bei 1,89 Milliarden Franken. Das alleine schon sollte für eine robust Nachfrage nach der Währung des Landes sorgen. Allerdings wurde diese Nachfrage in den vergangenen Jahren des Booms an den internationalen Finanzmärkten von Finanzströmen überflügelt, die im Rahmen eines hohen Risikoappetits und niedriger Zinsen bei geringer Zinsphantasie in der Tendenz Kapital aus der Schweiz haben abfließen lassen.

Zentralbank dürfte an einer stärkeren Währung interessiert sein

Die Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten ließen in den vergangenen Wochen jedoch den Risikoappetit etwas zurückgehen. Das führte zu einer Verringerung der sogenannten Carry Trades und damit zu einer gewissen Stabilisierung der Schweizer Währung. Zusätzlich ist auch eine gewisse Zinsphantasie aufgekommen. Immerhin war die Inflationsrate im Dezember mit zwei Prozent auf Jahresbasis überraschend hoch ausgefallen. Experten führen das auf die Importpreise zurück, die unter anderem von den hohen Energiepreisen getrieben wurden.

Da diese weiter hoch bleiben, geht der Markt zunehmend von einer restriktiveren Geldpolitik der Zentralbank aus. Sie dürfte zumindest rhetorisch intervenieren, um den Franken etwas zu stärken, um auf diese Weise den Importpreisdruck abzumildern. Aus diesem Grund dürfte eine gewisse Aufwertung des Frankens in der näheren Zukunft kaum überraschen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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