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Devisenmarkt Der Euro - durch Interventionen zu stoppen?

27.09.2007 ·  Der Euro läuft gegen den Dollar weiter nach oben. Am Donnerstag erreicht er mit Kursen von bis zu 1,4187 Dollar je Einheit der europäischen Einheitswährung den höchsten Stand seit ihrer Einführung. Erinnerungen an das Jahr 1987?

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Der Euro läuft gegen den Dollar weiter nach oben. Am Donnerstag erreicht er mit Kursen von bis zu 1,4187 Dollar je Einheit der europäischen Einheitswährung den höchsten Stand seit seiner Einführung im Januar des Jahres 1999. Der Dollar-Index markiert mit einem Minus von 0,35 Prozent auf 78,23 Punkte sogar ein neues Allzeittief.

Rechnet man die Wechselkursentwicklung anhand der D-Mark zurück, so hatte der Euro in den vergangenen Jahrzehnten schon deutlich höhere Wechselkurse gesehen. Aus diesem Grund mögen die kritischen Äußerungen über die Entwicklung von verschiedenen Seiten zunächst als etwas voreilig erscheinen.

Leitzinssenkungen in den Vereinigten Staaten - Dollarschwäche

Allerdings ändert sich diese Wahrnehmung, wenn man die Gesamtkonstellation an den Finanzmärkten betrachtet. Sie zeichnet sich gegenwärtig nach den überraschend starken Leitzinssenkungen in den Vereinigten Staaten einerseits durch die ausgeprägte Dollarschwäche aus. Andererseits ist bemerkenswert, dass sie sich vor allem gegen den Euro und einige andere relativ frei handelbare Währungen zeigt, während andere Währungen wie der Yen kaum davon berührt werden.

Das gilt insbesondere auch für die Wechselkurse jener Staaten, die ihre Währungen mehr oder weniger fest an den Dollar gekoppelt haben. Dazu zählen die Golfstaaten, aufgrund der geringen Flexibilität des Yuan jedoch auch China. In diesen Staaten müssten aufgrund der hohen Handelsüberschüsse nicht nur die Währungen deutlich aufwerten. Mit Blick auf die boomenden Volkswirtschaften und die massiv zunehmenden Währungsüberschüsse passt die lockere Geldpolitik der amerikanischen Zentralbank überhaupt nicht in die wirtschaftspolitische Landschaft der jeweiligen Region.

Staaten wie China und Saudi-Arabien hatten ohnehin schon Probleme, inflationäre Effekte hoher und stark steigender Währungsreserven zu kompensieren. Durch die Zinssenkung in den Vereinigten Staaten werden diese noch verstärkt. Das zeigt sich alleine schon daran, dass sich Saudi-Arabien weigerte, die amerikanische Zinssenkung nachzuvollziehen.

Manche Analysten fühlen sich schon ins Jahr 1987 zurückversetzt. Damals rafften sich die G7-Staaten nach einer Phase der Dollarschwäche, steigender Inflationsraten und Anleiherenditen zum so genannten Louvre-Meeting auf aufgrund dessen der Dollarverfall unter anderem mittels Interventionen gestoppt werden sollte. Allerdings wurden die weiteren wirtschafts- und geldpolitischen Strategien entweder nicht richtig koordiniert oder die Beteiligten hielten sich nicht daran. Aufgrund auseinander laufender Zinssätze fiel der Dollar weiter. Im Oktober des Jahres 1987 kam es schließlich zum bekannten Rückschlag an den Börsen.

Dollarproblem ist weiter gespannt als vor 20 Jahren

Im Vorfeld des Treffens der G7-Finanzminister und Zentralbanker in vier Wochen dürften Äußerungen aus Frankreich und Deutschland sowie die Warnung vor „brutalen“ Wechselkursänderungen von Seiten der Europäischen Zentralbank eine gewisse Bedeutung haben. Denn sie könnten letztlich die Vorstufe für entscheidende Schritte gegen die weitere Aufwertung des Euro darstellen.

Allerdings gilt zu bedenken, dass dessen Entwicklung nicht alleine von den G7-Staaten abhängt. Denn aufgrund der zugenommenen weltwirtschaftlichen Verflechtung und der unfreien Währungen in China und vielen Ölstaaten dürfte das Problem diesmal weiter gespannt sein als vor 20 Jahren. In diesem Sinne dürfte sich die Frage stellen, ob Interventionen den Aufwertungstrend des Euro brechen würden, selbst wenn die Europäische Zentralbank den Leitzins nicht weiter erhöhen sollte.

Immerhin stellt der Euro bisher das angesichts der anhaltenden Niedrigzinspolitik in Japan und der vielfach gebundenen Wechselkurse einzig wesentliche Ventil dar, über das die internationalen Währungsreserven diversifiziert werden können. Dagegen kann die Geldpolitik kaum etwas tun, denn es ist vor allem ein ordnungspolitisches Problem. Die Europäische Zentralbank dient Populisten höchstens als Sündenbock.

Möglicherweise kommt die Lösung jedoch über eine schwache amerikanische Konjunktur. Denn sollten die amerikanischen Importe deutlich zurückgehen, könnte sich der Dollar zumindest theoretisch etwas stabilisieren.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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